Industrieroboter Robco-Robotersystem: „Schweizer Messer“ für die Automatisierungstechnik

Von Margit Kuther

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Roboter führen Arbeitsschritte mit hohen Geschwindigkeiten aus, etwa um ein Teil zu montieren oder eine Schweißnaht zu setzen. Derartige Roboter sind hochkomplexe, kostenintensive Systeme, die eine aufwändige Programmierung und qualifiziertes Fachpersonal erfordern. Doch es gibt Alternativen für Betriebe mit kleinerem Geldbeutel.

Flexibles Robotersystem von Robco: seine Plug&Play-Robotermodule lassen sich einfach montieren sowie jederzeit flexibel umbauen, auch ohne geschultes Fachpersonal.
Flexibles Robotersystem von Robco: seine Plug&Play-Robotermodule lassen sich einfach montieren sowie jederzeit flexibel umbauen, auch ohne geschultes Fachpersonal.
(Bild: Arrow)

„Wir wollen Automatisierung im Mittelstand neu definieren, durch hohe Modularität mit einem leistungsfähigen Modulbaukasten“, berichtet Constantin Dresel, Entwicklungschef des erfolgreichen Start-ups Robco.

„Unser flexibel anpassbares Robotersystem fungiert wie eine Art Schweizer Messer in der Automatisierungstechnik – in sehr kurzer Zeit liefern wir Kunden individuell angepasste Lösungen, die sie sofort ohne aufwändige Programmierung oder Fachpersonal einsetzen können.“

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Die Plug&Play-Robotermodule lassen sich schnell und einfach montieren sowie jederzeit flexibel umbauen und an geänderte Anforderungen beim Anwender anpassen, auch ohne geschultes Fachpersonal. „Das produzierende Gewerbe bekommt mit diesem Robotersystem eine kostengünstige Möglichkeit für den Einsatz von Automatisierungslösungen. Einige Lösungen rechnen sich bereits nach 30 Tagen“, ist sich Constantin Dresel sicher.

Aufruf über Social-Media-Plattform LinkedIn brachte Erfolg

Ein wichtiges Modul des Robco-Robotersystems ist die zentrale Steuerung, über die jeder Roboter verfügt. Dort ist auch das Netzteil verbaut. Bei der anstehenden TÜV-Zertifizierung stellte sich heraus, dass das ursprünglich vorgesehene Netzteil nicht den Anforderungen der Norm EN 60204-1 „Sicherheit von Maschinen – Elektrische Ausrüstung von Maschinen – Teil 1“ entsprach. Ein schneller Ersatz musste her.

Der bekannte Unternehmer und Investor Frank Thelen, über seinen Venture Capital Fond „Freigeist Capital“ Miteigentümer von Robco, sendete einen entsprechenden „Hilferuf“ auf der Social-Media-Plattform LinkedIn nach einem PELV (Protective Extra Low Voltage)-Netzteil, das die besagte Norm erfüllt.

Stromversorgungen für jeden Einsatzzweck

„Als ich diese Anforderung bei LinkedIn las, wusste ich gleich, dass wir Robco im Stromversorgungsbereich helfen können. Denn ich kenne das Lösungsportfolio jedes unserer 22 Partnerhersteller der Stromversorgungsgruppe bei Arrow in Europa und weiß um deren Stärke,“ berichtet Lars Foerster, Market Development Engineer Power bei Arrow. „Detaillierte Kentnisse der Stromversorgungshersteller und deren Produkte sind für den optimalen Lösungsvorschlag unbedingt erforderlich. Dadurch sind wir in der Lage dem Kunden schnell die benötigte, optimale Lösung vorzuschlagen.“

Bereits wenige Tage nach dem telefonischen Erstkontakt mit Constantin Dresel initiierte Lars Foerster ein gemeinsames Treffen bei dem Robco-Entwicklungsleiter mit ihm und Harald Hack, Business Development Manager beim Arrow-Partner Recom Electronic. Ebenfalls mit dabei jeweils ein Applikationsingenieur von Arrow und Recom, beide Spezialisten für AC/DC-Stromversorgungen. Bei dem ersten Gespräch konnten sehr schnell die Spezifikationsparameter der Projektanforderung erfasst werden, wie die Einbausituation für das Netzteil und technische Anforderungen.

„Eine sehr interessante Projektanfrage nach einer lüfterlosen AC/DC-Stromversorgung unter 1.000 W für eine robuste Industrieumgebung“, fasst Harald Hack zusammen. „Die geforderten Eigenschaften schienen wie zugeschnitten auf unser AC/DC-Stromversorgungsmodul RACM1200-V, denn es leistet nicht nur das Geforderte, sondern erfüllt auch eine Reihe von Sicherheits- und EMV-Normen, u.a. auch die geforderte EN 60204-1, und ist geschützt gegen Kurzschluss, Überlast und Überspannung.“

So lautet eine wichtige Forderung der Sicherheitsnormen für Maschinen, dass beim Netzteil die DC-Ausgangsspannung niemals über 60 Volt betragen darf, damit eine Berührung nicht zu einem elektrischen Schlag führt. Außerdem sollte das Modul ohne Lüfter arbeiten, damit kein Schmutz angesaugt werden kann, es keine Lüftergeräusche gibt und eine mechanische Fehlerquelle wegfällt. Ein Ausfall des Lüfters impliziert meist den Ausfall des gesamten Netzteils.

Kurze Design-in-Zeit dank optimaler Zusammenarbeit

„Wir stellten dann Robco schnell ein Muster unserer Stromversorgungslösung RACM1200-48SAV/ENC zum Test zur Verfügung, mit den entsprechenden Schnittstellenkabeln und Steckern ausgerüstet, damit Robco sofort damit arbeiten konnte“, so Harald Hack weiter. Alle erforderlichen Unterlagen wurden ebenfalls sofort bereitgestellt. Bei technischen Fragen und Messungen, wie der Umgebungstemperatur um das Netzteil im Gehäuse, unterstützte Recom zudem das Start-up.

Weil für das Recom-Netzteil entsprechende Zulassungen bereits erteilt und in entsprechenden Reports dokumentiert sind, konnte The Robot Company die notwendige TÜV-Zulassung erhalten. Mittlerweile sind die ersten Geräte für die Vorserie geliefert. „Dank der zügigen Arbeit aller Beteiligten konnte eine Design-in-Zeit von lediglich acht Monaten erreicht werden“, freut sich Lars Foerster. „Üblicherweise dauert dies bei einem Netzteil mit dieser Leistung mindestens ein Jahr, oft auch länger.“

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