KI-basierte Automatisierungslösungen Wie Intrinsic Robotern das Denken beibringt

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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KI hält Einzug in die Produktion: Intrinsic zeigt auf der Automatica 2025 in München erstmals konkrete Automatisierungslösungen mit intelligenten Robotersystemen. Optische Qualitätskontrolle und CNC-Bearbeitung sollen einfacher werden.

Intrinsic präsentiert neue KI-Systeme auf der Automatica.(Bild:  Intrinsic)
Intrinsic präsentiert neue KI-Systeme auf der Automatica.
(Bild: Intrinsic)

Roboter, die eigenständig und ohne Programmieraufwand hochpräzise Teile inspizieren oder Aluminiumrohlinge in CNC-Maschinen bestücken – solche KI-basierten Lösungen standen bisher oft nur auf Konzeptpapieren. Jetzt präsentiert Intrinsic, eine Tochtergesellschaft des Google-Mutterkonzerns Alphabet, auf der Messe Automatica konkrete Anwendungen für den praktischen Einsatz. Gemeinsam mit Partnern wie Newston Automated Solutions, Bürkert Fluid Control Systems und MartinSystems stellt Intrinsic Systeme vor, die eigenständig Produkte erkennen, deren Position bestimmen und automatisiert verarbeiten können.

Neue Wege in der optischen Inspektion

Bei der automatisierten Qualitätskontrolle arbeitet Intrinsic mit Newston Automated Solutions zusammen. Der Automatisierungsspezialist aus Deutschland hat für den Fluidtechnik-Hersteller Bürkert ein Robotersystem entwickelt, das eigenständig komplexe Qualitätsprüfungen durchführt. Bei Bürkert werden über 130.000 unterschiedliche Produkte hergestellt – oft Einzelstücke, die früher manuell gescannt werden mussten. Durch Intrinsics KI-basierte Robotik erkennt das System jetzt jedes Bauteil automatisch und übernimmt präzise die optische Inspektion.

„Mit Intrinsic haben wir endlich einen Türöffner, der es unseren Kunden leicht macht, unser Messsystem zu nutzen“, erklärt Gernot Sattelmayer, Leiter Anwendungen bei Newston. „Früher brauchte Automatisierung ein festes Roboterprogramm. Jetzt bringen wir Bauteile ins System, und die Roboterprogrammierung übernimmt die KI.“

Dr. Anne März von Bürkert bestätigt den Nutzen: „Die hohe Variantenvielfalt und Präzision, die wir benötigen, machte es uns schwer, Prozesse zu automatisieren. Aber durch KI-unterstützte Robotik von Intrinsic wird die Arbeit unserer Mitarbeiter bereits deutlich einfacher und schneller.“

KI beschleunigt CNC-Maschinenbestückung

Auch im Bereich CNC-Bearbeitung geht Intrinsic neue Wege. Gemeinsam mit MartinSystems, einem deutschen Anbieter von Automatisierungstechnik für Werkzeugmaschinen, wurde ein intelligentes System entwickelt, das CNC-Maschinen eigenständig mit Aluminiumrohlingen bestückt. Dabei erkennt die KI automatisch Form und Position der Rohlinge. Komplexe Roboterprogrammierungen und teure Spezialaufnahmen entfallen dadurch.

Claus Martin, Geschäftsführer von MartinSystems, betont den praktischen Nutzen: „Der Bedarf an adaptiven, einfach nutzbaren Robotiksystemen ist seit Langem vorhanden. Unsere neuen KI-gestützten CNC-Handhabungssysteme bieten nun endlich die technischen Möglichkeiten und die wirtschaftliche Machbarkeit, diese Nachfrage zu erfüllen.“

KI-Modelle schnell einsetzbar

Grundlage der neuen Lösungen ist unter anderem Intrinsics sogenanntes Foundation-Modell zur Objekterkennung und Positionsbestimmung. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit Google DeepMind entwickelt und basiert auf dem KI-Modell OWL-ViT. Das Besondere daran: Es erkennt und positioniert Objekte sofort, ohne langwieriges Training. Anwender laden lediglich CAD-Modelle der Bauteile ins System, den Rest erledigt die KI automatisch. Das Modell wurde ausschließlich mit synthetischen Daten von über 130.000 Objekten trainiert und passt sich variabel an neue Kameras, Lichtverhältnisse und Materialien an.

Intrinsic stellt dieses KI-Modell nun direkt in der Entwicklerumgebung „Flowstate“ bereit, wo Automatisierungsentwickler mit wenigen Klicks neue Anwendungen realisieren können. Dadurch fallen hohe Programmierkosten weg, und die Systeme sind innerhalb kurzer Zeit betriebsbereit. (mc)

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