Tracking RFID-Tags auf mehrere Meter Erfassen und Auslesen

Autor Sebastian Gerstl

RFID-Tags eignen sich gut zur Datenerfassung, da sie keine eigene Energieversorgung brauchen und auf kleinstem Raum untergebracht werden können. Die TU Wien präsentiert nun eine Technologie, die RFIDs nicht nur lesen, sondern auch ihre Position bestimmen kann.

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RFID-Reader der TU Wien: Das Gerät ist nicht nur in der Lage, RFID-Tags auszulesen, sondern auch per Funk deren Position zu bestimmen.
RFID-Reader der TU Wien: Das Gerät ist nicht nur in der Lage, RFID-Tags auszulesen, sondern auch per Funk deren Position zu bestimmen.
(Bild: TU Wien)

Sie sind klein, brauchen keine Batterie und werden heute milliardenfach eingesetzt. RFID-Tags sind bereits in zahlreichen Industriezweigen zur Datenerfassung und -Tracking im Einsatz: zum Erkennen von Autos bei der Mautstelle, zur Überwachung von Industrieprodukten in der Fabrik oder zum Inventarisieren von Waren.

An der TU Wien wurde nun eine Methode entwickelt, RFID-Tags nicht nur zu erkennen sondern auch zu lokalisieren. Die Methode funktioniert mit handelsüblichen RFID-Tags, Spezialanfertigungen sind nicht nötig. Bestehende Systeme kann man mit einem neuartigen RFID-Lesegerät ganz einfach nachrüsten. Diese Innovation wird auf der Fachmesse SPS 2015 öffentlich präsentiert.

Beispiele von RFID-Tags: Die Funkettiketten lassen sich günstig drucken und auf geringem Raum unterbringen, ohne eigene Batterien zu benötigen. Die Technik der TU Wien ermöglicht nun auch, die Tags auszulesen, ohne deren exakte Position zu kennen.
Beispiele von RFID-Tags: Die Funkettiketten lassen sich günstig drucken und auf geringem Raum unterbringen, ohne eigene Batterien zu benötigen. Die Technik der TU Wien ermöglicht nun auch, die Tags auszulesen, ohne deren exakte Position zu kennen.
(Bild: TU Wien)

„RFID“ steht für „Radio Frequency identification“. Die Tags empfangen von einem Lesegerät ein hochfrequentes elektromagnetisches Signal, das bestimmte Befehle enthält. Dieses Signal wird vom RFID-Transponder in veränderter Form reflektiert, dadurch wird die passende Antwort ans Lesegerät zurückgeschickt. Die Tags benötigen für den Vorgang keine eigene Batterie, die für den Vorgang nötige Energie stammt direkt aus dem elektromagnetischen Signal des Lesegerätes. Ein direkter Sichtkontakt zwischen Lesegerät und Etikett, wie etwa beim Scannen von Bar- oder QR-Codes, ist nicht zwingend nötig.

Bisher war es allerdings kaum möglich, die genaue Position eines RFID-Tags zu bestimmen. „Man kann die Zeit zwischen Aussenden des Signals und Ankunft des zurückgeschickten Signals messen – doch weder das Signal noch die RFID-Tags sind auf eine solche Messung ausgelegt, daher war die Genauigkeit dieser Methode bisher recht ungenau“, erklärt Holger Arthaber vom Institute of Electrodynamics, Microwave and Circuit Engineering der TU Wien. Auf seine Initiative entstand nun eine Funktechnologie, die eine Ortsmessung der Tags mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich bei etwa einem Meter Abstand möglich macht. Auf bis zu vier Meter Entfernung kann der RFID-Tag noch auf bis zu 25 cm exakt erfasst werden.

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