Raspberry Pi Investor Relations (IPO) Raspberry Pi geht an die Börse

Von Margit Kuther 3 min Lesedauer

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Erobert die Mini-PC-Platine Raspberry Pi nach Schülern, Makern und der Industrie nun auch die Börsenwelt? Gut möglich, denn Raspberry Pi Ltd. geht an die Londoner Börse. Das Geld soll insbesondere Industrieprojekten zugutekommen.

Raspberry Pi geht an die Börse: im Bild das aktuelle Modell, der Raspberry Pi 5.(Bild:  frei lizenziert, Raspberrypi.org /  Pixabay)
Raspberry Pi geht an die Börse: im Bild das aktuelle Modell, der Raspberry Pi 5.
(Bild: frei lizenziert, Raspberrypi.org / Pixabay)

Raspberry Pi hat am 15. Mai erklärt, dass es die nächste Phase seiner Entwicklung plane und daher einen Börsengang an der Londoner Börse erwägt. Ziel des Börsengangs sei es, mehr Geld für neue Projekte für die Industrie zu gewinnen.

Das Angebot soll sowohl aus neuen Aktien als auch aus dem Verkauf von Anteilen bestehen, die von bestehenden Aktionären, einschließlich des derzeitigen Mehrheitsaktionärs Raspberry Pi Foundation stammen, so Raspberry Pi in einer Erklärung.

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Nach Angaben der Financial Times erhofft sich Raspberry Pi Limited eine Bewertung von rund 500 Millionen Pfund (ca. 581,5 Millionen Euro). Der Börsengang ist gut gewählt, denn wie das in englische Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 211 Millionen Pfund (rund 245,8 Millionen Euro).

Dabei will die Raspberry Pi Foundation weiter einen Anteil an der Raspberry Pi Ltd., auch bekannt als Raspberry Pi Trading, halten. Zu welchem Teil diese an die Börse gebracht werden soll, ist bislang noch unklar. Raspberry Pi Foundation ist übrigens die gemeinnützige Stiftung und Raspberry Pi Limited der ausgegliederte Herstellungs- und Vertriebskanal.

Sollte der Börsengang so einschlagend sein wie der Verkaufsstart der ersten Raspberry-Pi-Platine Raspberry Pi B im Februar 2012, ist mit hohem Geldsegen zu rechnen. Denn binnen einer Stunde setzten die damaligen Exklusivdistributoren Farnell und RS Components über 10.000 Exemplare ab, was Eben Upton, Chef der Raspberry Pi Foundation, voller Begeisterung mit „it's a hell“ kommentierte.

Raspberry Pi bleibt günstige Platine für Schüler und Maker

Die Raspberry Pi Foundation hat 2012 die Mini-PC-Platine Raspberry Pi B mit dem Ziel auf den Markt gebracht, Schülern und Studenten weltweit einen preisgünstigen Zugang zum Internet und zu Büroprogammen zu ermöglichen. Desweiteren wollte die Foundation die jungen Leute zum Programmieren anregen und so das Verständnis zur Technik fördern. Aus diesem Grund spendierte sie der Platine eine Stiftleiste für den Anschluss von Zusatzplatinen, etwa zum Messen und Steuern. Die ersten Pi-Stiftleisten hatten 26 Kontakte, davon 17 GPIO-Pins; ab Raspberry Pi A+ und B+ zählten diese 40 Kontakte, davon 26 GPIO-Pins.

Auch nach dem Börsengang wollen die Raspberry Pi Foundation und Raspberry Pi Ltd. die ursprüngliche Zielgruppe der Schüler/Studierenden sowie der Maker weiterhin mit leistungsfähigen, preisgünstigen Platinen versorgen. Das aktuelle Modell ist der Raspberry Pi 5.

Mehr Kapital für Industrieprodukte

Mit dem zusätzlichen Kapital will Raspberry Pi Trading, so Eben Upton, die Angebote für professionelle Nutzer ausbauen, denn diese machen inzwischen einen großen Teil der Kunden aus. Schon frühzeitig hat sich auch die Industrie für die ursprünglich ausschließlich für den Consumerbereich entwickelten Raspberry-Pi-Platinen interessiert. Raspberry Pi Ltd. hat deshalb bereits im April 2014 die erste Industrievariante des Raspberry Pi, das Compute Module 1 samt Developmentkit, präsentiert – die aktuelle Variante ist das Compute Module 4 und im Gespräch ist bereits eine weitere Variante, das Compute Module 5.

Neben dem Compute Module hat Raspberry Pi Ltd. weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Industriekunden vorgenommen: so ließ das Unternehmen bereits im Raspberry Pi 3 B+, erschienen im März 2018, das gesamte Board als ein Funkmodul gemäß den FCC-Regeln (Federal Communications Commission) zertifizieren. Entwickler konnten so die Kosten der Konformitätsprüfung von Raspberry-Pi-basierenden Produkten erheblich reduzieren.

Im Januar 2021 hat die Raspberry Pi Ltd. ihr erstes Mikrocontrollerboard vorgestellt, den Raspberry Pi Pico. Denn der Mikrocontrollerchip RP2040 war die erste Eigenentwicklung der Foundation. Bis dato nutzten alle Raspberry Pis einen System-on-Chip (SoC) von Broadcom. Im Juni 2021 präsentierte Raspberry Pi dann den Mikrocontrollerchip RP2040 als eigenständige Lösung, so dass Industriekunden den Chip jetzt leichter in ihre Projekte integrieren können.

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Auch für die Zukunft haben die Raspberry Pi Foundation und Raspberry Pi Ltd. noch weitere Pläne für Industriekunden, Maker und sonstige Technikinteressierte, wie Eben Upton informiert.

(mk)

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