Computer-on-Module-Standard Qseven kocht den besten Kaffee

Autor / Redakteur: Bernhard Andretzky * / Holger Heller

Ein kompaktes Qseven-COM-Modul steuert einen intelligenten Kaffeeautomaten mit Berührungsbildschirm. Bedienerfreundlichkeit mit Multimedia-Integration und Telemetriefunktion sind inklusive.

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Der Highend-Kaffeeautomat Ultima-M von Veromatic integriert das Qseven-Modul MSC Q7-US15W-FD von MSC, ein TFT-Display von Hitachi und eine Touchscreen-Lösung von TRS Star. Das auf Windows CE 6 lauffähige Produkt wurde mit dem Intel Intelligent Vending Award ausgezeichnet.

Computer-On-Module-Boards (COMs) setzen sich immer mehr auch in modernen Consumerprodukten durch. Durch standardisierte PC-Funktionalität auf einem skalierbaren Prozessormodul und der anwendungsspezifischen Funktionen auf einem speziell entwickelten Baseboard verringert sich die Komplexität der Systementwicklung. Dies führt zu einem geringeren Designrisiko und zu einer optimierten Entwicklungsdauer des kompletten Geräts. Der Vorteil ist, dass das Produkt kostengünstig und schnell auf den Markt gebracht werden kann.

Die angebotenen Embedded-Module entsprechen in Größe und Schnittstellenangebot definierten Standardspezifikationen und sind in unterschiedlichen Varianten mit skalierbarer Prozessorleistung erhältlich. Damit ist ein leichtes Upgrade zu höherer Performance möglich. Heute hat sich für viele Anwendungen der COM-Standard Qseven im kompakten Formfaktor von 70 mm x 70 mm durchgesetzt. Die Module werden einfach auf das Baseboard gesteckt und weisen eine geringere Bauhöhe auf als z.B. COM-Express-Baugruppen.

Qseven-basierte Kaffeemaschine mit Touchscreen und Telemetrie

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Produktrealisierung auf der Basis eines Qseven-Moduls ist der Kaffeeautomat Cafeja Ultima-M von Veromatic International. Veromatic zählt zu den führenden Herstellern in dieser Branche und hat seinen Hauptsitz in Holland. Die Kaffeemaschine wurde auf der internationalen Fachmesse Eu'Vend mit dem Intel Intelligent Vending Award ausgezeichnet. Die entscheidenden Auswahlkriterien waren ihr innovatives, bedienerfreundliches Interface mit Multimediaintegration, ein Highend-Touchscreen und Telemetriefunktionalität.

Grundlage des Ultima-Kaffeeautomats ist das Qseven-Modul MSC Q7-US15W-FD, an das ein TFT-Display von Hitachi und eine Touchscreen-Lösung von TRS Star angeschlossen ist (Bild 1). Alle Komponenten werden von MSC geliefert. Dies war ein entscheidender Pluspunkt für die Wahl des Distributors als Projektpartner, da die standardisierten Qseven-Baugruppen von verschiedenen Herstellern erhältlich und im Prinzip austauschbar sind.

Darüber hinaus bot MSC Unterstützung bei der Entwicklung des anwendungsspezifischen Baseboards und bei der Modulintegration in die Applikation. Ein weiterer Vorteil ist die MSC-eigene Serienfertigung für Embedded-Module in Deutschland. Damit werden neben einer hohen Produktqualität kurze Kommunikations- und Lieferwege zum Kunden sichergestellt.

Kompaktes Qseven-Board mit passiver Kühllösung

Das Qseven-Modul MSC Q7-US15W-FD basiert auf Intels Atom-Prozessor Z510, der mit 1,1 GHz getaktet wird. Trotz ausreichend hoher CPU-Leistung verbraucht der Atom wenig Strom. Die Thermal Power Dissipation (TDP) liegt laut Datenblatt bei 7 W. Die Verlustwärme wird ohne Lüfter über eine passive Kühllösung in Form eines Heatspreaders abgeführt. Auf dem Embedded-Board befinden sich der Chipsatz US15W SCH mit integriertem Graphics Media Accelerator 500 und ein DDR2 SDRAM mit einer Speicherkapazität von 1 GByte.

Wichtiges Entscheidungskriterium für das MSC-Modul war die Verfügbarkeit des Entwicklungskits für das Betriebssystem Microsoft Windows CE 6, da die Kaffeemaschine von einer auf dem Qseven-Modul laufenden Windows-CE-Applikation gesteuert wird.

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Qseven für fast jede Anwendung

MSC bietet eine breite Palette kompakter Qseven-Module. Die Embedded-Plattformen MSC Q7-US15W und MSC Q7-US15W-FD mit integriertem Flash-Modul basieren auf Intels Atom-Prozessor Z510 bzw. Z530. Das erste Qseven-Modul von MSC, das über eine CAN-Schnittstelle verfügt, ist die Plattform MSC Q7-TCTC-FD, die mit einem Low-Power-Prozessor Atom E6x0 bestückt ist. Neben den Baugruppen mit Intel-Prozessoren nutzt MSC die mit der Qseven-Spezifikation Version 1.20 mögliche Erweiterung um ARM/RISC-Architekturen.

Intel, AMD, Nvidia und TI

Bereits vor einigen Monaten wurde die ARM-basierende Plattform MSC Q7-NT2 vorgestellt, die mit dem Low-Power-Prozessor Tegra 290 von Nvidia mit Dual-Core ARM Cortex-A9 ausgestattet ist. Zur embedded world 2012 baut MSC sein Qseven-Angebot weiter aus: Die Baugruppe MSC Q7-TI8168 integriert den Prozessor Integra C6A8168 von Texas Instruments mit ARM Cortex-A8 Core und einem DSP. Auf AMDs Embedded G-Series Dual Core T40E- bzw. Single Core T40R-Prozessor und dem A50M Fusion Controller Hub basiert das neue Embedded-Modul MSC Q7-A50M.

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