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Ablauf der Systembegutachtung
Während der Systembegutachtung wird überprüft, ob die getroffenen Maßnahmen zur Erfüllung der 17025 umgesetzt und wirksam sind. Dies erfolgt durch Befragung der Mitarbeiter und Einsichtnahme in Aufzeichnungen des Prüflabors. Die Fachbegutachtung wird je nach Akkreditierungsbereich in den Prüflaboren unternommen.
Hierzu werden unter anderem auch Fachfragen zu den Prüfverfahren, den Normen und zu der Durchführung der Prüfungen an die Mitarbeiter gestellt. Nach Abschluss der Begutachtungen zur Akkreditierung entscheidet der Leiter der Akkreditierungsstelle auf Grundlage der Begutachtungsberichte, ob die Akkreditierung für die beantragten Akkreditierungsbereiche erteilt wird. In regelmäßigen Zeitabständen von max. 18 Monaten muss die Begutachtung wiederholt werden. Es werden sowohl Anforderungen an das Management als auch technische Anforderungen begutachtet (System- und Fachbegutachtung).
Warum eine Akkreditierung sinnvoll ist
Der Nutzen für das jeweilige Prüflabor liegt vor allem in dem Wettbewerbsvorteil durch das nachgewiesene, dokumentierte und akkreditierte Qualitätsmanagement des Prüflabors durch eine neutrale Stelle.
Weiterer Nutzen entsteht durch:
- eine höhere Akzeptanz der Prüfergebnisse durch den Kunden
- Nachweis der Kompetenz zur Prüfung gegenüber den Kunden
- vereinfachte Zulassungsverfahren
- verbesserte Aufbau- und Ablauforganisation im Labor
- Internationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse
- Genauigkeit der angewandten Verfahren und Methoden sicherstellen
- Reproduzierbarkeit der Ergebnisse (gleichbleibende Qualität)
- Klare und dokumentierte Regelungen von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Prüflabor
- Definierte Abgrenzungen eines Prüflabors in einem Unternehmen
- Verminderung von Haftungsrisiken
Weiterhin ist die Akkreditierung gemäß 17025 Voraussetzung für Anerkennungsverfahren. Hierzu zählt zum Beispiel die Anerkennung als Konformitätsbewertungsstelle (CAB) im Rahmen des Mutual Recognition Agreement (MRA) der EU mit den USA. Ein als Conformity Assessment Body (CAB) anerkanntes Labor kann dann Prüfungen für das Zulassungsverfahren Declaration of Conformity (DoC) durchführen. Dieses Verfahren ist für viele PCs, PC-Komponenten und angeschlossene Geräte wie WLAN-Router, anzuwenden, wenn diese Produkte in den USA in den Verkehr gebracht werden.
*Bernd Selck ist Leiter der Benannten Stelle EMV Richtlinie, FCC TCB (USA), IC FCB (Kanada), MIC RCB (Japan) und Qualitätsbeauftragter der Phoenix Testlab in Blomberg. Zudem ist er als Fachbegutachter EMV und Qualität für die DATech in der TGA und als Fachexperte für die Bundesnetzagentur tätig.
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