EMV-Richtlinien für Geräteprüfungen, Teil 3

QM-System nach DIN EN ISO 9001 in einem EMV-Labor

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DIN EN ISO 14001 und der Umweltaspekt

Ein Umweltmanagementsystem kann beispielsweise durch Kundenanforderungen ebenfalls für EMV-Labore relevant sein. In den zu prüfenden Geräten können Gefahrstoffe enthalten sein, mit denen vorbeugend und bei Gefahrsituationen, wie Austritt von Flüssigkeiten, entsprechend umgegangen werden muss.

Die DIN EN ISO 14001 legt ebenfalls einen Schwerpunkt auf den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Hier allerdings sollen definierte Ziele in Bezug auf die Umweltleistung einer Organisation erreicht werden. Die Struktur der Norm entspricht der PDCA-Methode.

Die Anforderungen an das QM-System sind mit der DIN EN ISO 9001 abgestimmt, daher ist der Mehraufwand zur Umsetzung auf die Umweltaspekte begründet. Allerdings wird auf die gesetzlichen Vorgaben explizit hingewiesen. Diese müssen ermittelt werden und es muss dargestellt werden, wie diese Vorgaben auf die Umweltaspekte anwendbar und im Umweltmanagementsystem zu berücksichtigen sind.

Durch diese Planung ergibt sich die Zielsetzung und die Verwirklichung im Betrieb. Die Schonung der Ressourcen, wie der Wasserverbrauch, kann durch geeignete Aufzeichnung überwacht und gemessen werden. Zudem können vom Unternehmen Fahrgemeinschaften gefördert werden. Durch regelmäßige interne und externe Audits sowie der Managementbewertung wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess fortgeführt.

Keine Aussage über fachliche Kompetenz

Eine alleinige Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 bedeutet jedoch keinen Nachweis der fachlichen Kompetenz eines Prüflabors, da diese Normen nicht die speziellen Anforderungen an Prüf- und Kalibrierleistungen erfassen. Eine Akkreditierung der Prüflaboratorien nach der internationalen Norm DIN EN ISO/IEC 17025, die für unterschiedlichste Prüf- und Kalibrierverfahren anwendbar ist, dient dem Nachweis der Kompetenz hinsichtlich Prüfmethoden, Ausstattung, Prüfrichtlinien, der Dokumentation der Prüfergebnisse sowie der Unparteilichkeit der Prüfungen.

Zusätzlich besteht im Unternehmen ein konformes Qualitätsmanagementsystem. Für eine optimale Verknüpfung der Forderungen der Regelwerke mit den tatsächlichen Abläufen im Unternehmen wird die Einführung eines prozessorientierten Managementsystems empfohlen. Forderungen der DIN EN ISO/IEC 17025 werden direkt in die betreffenden Prozesse und Tätigkeiten eingearbeitet, wodurch eine hohe Transparenz und Prozesssicherheit gewährleistet wird.

*Bernd Selck ist Leiter der benannten Stelle EMV Richtlinie, FCC TCB (USA), IC FCB (Kanada), MIC RCB (Japan) und Qualitätsbeauftragter der Phoenix Testlab in Blomberg. Zudem ist er als Fachbegutachter EMV und Qualität für die DATech in der TGA und als Fachexperte für die Bundesnetzagentur tätig.

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