Hochschule Regensburg Putzroboter für Solaranlagen

Redakteur: Jan Vollmuth

„PV-Servitor“ soll der neue Putzroboter für Solaranlagen heißen, den die Hochschule Regensburg gemeinsam mit zwei Regensburger Unternehmen und weiteren internationalen Partnern innerhalb von 24 Monaten zur Serienreife bringen will.

Anbieter zum Thema

Die Idee dazu hatte Marco Reichel. Der Vorstandsvorsitzende der Regensburger Manu Systems AG besuchte im Jahr 2005 die NASA. Dort sah er einen Inspektionsroboter für Sonnensegel im Weltall. „So entstand die Idee, einen Serviceroboter für Solarkraftwerke auf den Markt zu bringen“, erläutert Reichel die Entstehung des Projekts.

Sinn und Zweck des Projekts ist es, die Effizienz von Solaranlagen zu erhöhen. „Gerade bei größeren Flächen kann man enorm Kosten sparen“, erklärt Stefan Dobler als Geschäftsführer der Iliotec Solar. Bis zu 8% durchschnittlicher Mehrertrag ergebe sich demnach für die Betreiber. Gerade bei großen Anlagen, die mehrere Gigawatt Strom produzieren, erreiche man Ersparnisse im Millionen-Euro-Bereich.

Die Anforderungen an den neuen Roboter sind hoch. Der PV-Servitor soll Solarmodule nicht nur reinigen, sondern auch inspizieren können, damit Verunreinigungen und Schäden rechtzeitig erkannt werden. Im Winter solle er Schnee räumen, im Sommer Staub und Flechten entfernen.

Die technische Entwicklung liegt an der HS.R in der Verantwortung von Prof. Dr. Gareth Monkman. „Der offizielle Projektbeginn ist am 1. September. Wir halten uns bislang noch alle Optionen in Bezug auf Größe und Form des Roboters offen“, erklärt Monkman, der den Roboter nicht nur mit üblichen Sensoren ausstatten will.

Einsatz von Akkustik-Sensoren denkbar

„Denkbar ist alles, auch der Einsatz von Akkustik-Sensoren. Das macht ja angewandte Forschung aus, dass wir Herkömmliches testen, verbessern, neu kombinieren und Neues entwickeln“, so der Professor, der an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik den Studiengang Mechatronik betreut, zudem die Mechatronics Research Unit leitet und Mitglied in den Clustern Sensorik sowie Mechatronik und Automation ist.

Dass auch die Studierenden von dem Projekt profitieren werden, ist für ihn selbstverständlich: „Es sind bereits einige Abschlussarbeiten hierzu am Laufen, aber auch die jüngeren Semester werden wir in Form von Projekten einbinden.“

Projekt der europäischen Spitzenforschung

„Hinzu kommt der neue Masterstudiengang Applied Research, den wir zum Wintersemester einführen wollen. Der Studiengang soll gute Bachelorabsolventen für die eigenständige Durchführung von wissenschaftlich fundierten anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten qualifizieren“, ergänzt HS.R-Präsident Josef Eckstein. „Ich denke, dass das Projekt dazu beitragen wird, dass unsere Forschungsleistungen noch stärker wahrgenommen werden. Wir haben derzeit rund drei Projekte in dieser Größenordnung. Gerade im Bereich der Sensorik sind wir gut aufgestellt“, so Professor Eckstein, der sich freut, dass die HS.R mit diesem Projekt an der europäischen Spitzenforschung beteiligt ist und sich sogar gegen die TU München durchsetzen konnte.

(ID:312055)