Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen? PSAs Jobgarantie für Opel ist „wertlos“

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

PSA-Boss Carlos Tavares hat die Geschäftszahlen für 2016 vorgelegt. Sowohl das operative Ergebnis als auch der Aktionärsgewinn konnten erheblich gesteigert werden. Während man sich beim Thema Opel relativ wortkarg zeigte, ordnet ein ehemaliger PSA-Berater die versprochenen Opel-Garantien als vollkommen wertlos ein.

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PSA erzielte im Geschäftsjahr 2016 mit sechs Prozent eine neue Rekord-Marge. "Die Ergebnisse sind das Resultat unserer Effizienzverbesserungen im Konzern", sagte PSA-Chef Carlos Tavares.
PSA erzielte im Geschäftsjahr 2016 mit sechs Prozent eine neue Rekord-Marge. "Die Ergebnisse sind das Resultat unserer Effizienzverbesserungen im Konzern", sagte PSA-Chef Carlos Tavares.
(Bild: Psa-groupe.jpg / Collaborateur-auto.fr, Wikimedia Commons / BY-SA 4.0)

Am frühen Donnerstagmorgen hat PSA-Vorstandschef Carlos Tavares die Unternehmenszahlen für das vergangene Geschäftsjahr präsentiert: Beim Umsatz musst ein wechselkursbedingter Rückgang von 1,2 Prozent vermeldet werden und beträgt nun 54 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis konnte hingegen um 18 Prozentpunkte auf 3,24 Milliarden Euro gesteigert werden.

Positiv entwickelte sich auch der Aktionärsgewinn. Dieser konnte um fast das Doppelte gesteigert werden und beträgt bereinigt 1,73 Milliarden Euro. „Die Ergebnisse sind das Resultat unserer Effizienzverbesserungen im Konzern“, sagte PSA-Chef Carlos Tavares.

Die operative Marge stieg auf einen Rekordwert von sechs Prozent, nachdem im Jahr 2015 noch fünf Prozent erreicht worden waren. PSA sieht sich damit auf einem guten Weg, die gesteckten Ziele bis 2018 zu erreichen. Diese besagen, dass im Zeitraum 2016 bis 2018 eine durchschnittliche Marge von 4,5 Prozent erzielt werden soll.

Beim Thema Opel hielt man sich weitestgehend bedeckt. In einer Telefonkonferenz teilte Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon mit, dass es derzeit keine Gewissheit gäbe, was das Ergebnis dieser Gespräche angeht. Er fügte jedoch an, dass die PSA-Nettobarmittel in Höhe von 6,8 Milliarden Euro eine gewinnbringende Investition im Interesse der Aktionäre erlauben würden.

Mit diesem Satz lässt Chatillon mehrere Aspekte durchblicken. Zum einen, dass die Gespräche mit Opels Noch-Konzernmutter General Motors weit vorgeschritten sind. Zum anderen aber auch, dass ein weiterhin defizitäres Opel nicht akzeptiert wird.

Dies wiederum lässt Rückschlüsse auf die Jobgarantien zu, die der deutschen Regierung von PSA-Boss Tavares gegeben wurden. Dass die Betriebsvereinbarungen bis 2018 eingehalten werden, gilt als wahrscheinlich. Realistisch betrachtet, ist es aber ebenso wahrscheinlich, dass der Einsatz des Rotstifts im direkten Anschluss erfolgt.

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