Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen?

PSAs Jobgarantie für Opel ist „wertlos“

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„Kein Politiker kann solche Versprechungen über die Sicherung von Arbeitsplätzen einhalten“

Dies bestätigt auch Marc Staudenmayer im Interview mit dem manager magazin. Staudenmayer war viele Jahre als Berater in Frankreich tätig und hat den PSA-Konzern über einen längeren Zeitraum beraten. Bisherige Einordnungen über einen Stellenabbau bei Opel hält er für zu gering kalkuliert.

„Ich halte diese Zahl für stark untertrieben. […] PSA kauft Opel nur, wenn sie das Unternehmen knallhart sanieren können. […] Unter einen Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen wird die Marke auch nicht rentabel.“, antwortet Staudenmayer auf die Frage, ob er den Abbau von 6.500 Jobs für realistisch halte.

Genauso wenig würde es die zuständigen Manager von PSA und General Motors interessieren, was die deutsche Bundesregierung von ihren Plänen halte. Im Zuge der Bundestagswahl täten alle deutschen Politiker so, als ob sie etwas bewirken könnten. Kein Politiker könne Versprechungen über Arbeitsplatzsicherungen einhalten.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sieht hingegen strategische Vorteile in dem geplanten Zusammenschluss: „Opel baut einfach sehr gute Autos. In der Partnerschaft mit PSA wird ein starkes europäisches Unternehmen entstehen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Mit dieser Aussage unterstreicht Zypries aber nur, dass sie kaum tiefergreifendes Verständnis für die Materie mitbringt.

Zypries, als ehemalige Justizministerin nun als Interimsministerin im Wirtschaftsressort, nutzt die Opel-Übernahme für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Es wäre wohl zu viel verlangt, dass Frau Zypries sich ernsthaft mit den strategischen Gedankengängen eines CEOs wie Carlos Tavares auseinandersetzt.

Stichwort Carlos Tavares: Seine scheinbar zugesicherte Beschäftigungsgarantie dürfe man nicht überbewerten, ist sich Staudenmayer sicher. Er (Tavares) sei nicht der Typ, der sich auf so etwas einlassen würde. Wenn PSA bei Opel ein großes Restrukturierungsprogramm fahren würde, sei eine Garantie nichts wert.

Schnellschüsse kann man bei einer Übernahme in dieser Größenordnung aber nicht erwarten. „Bei großen Unternehmen vergehen leicht 12 bis 18 Monate von der Ankündigung einer Übernahme und eines damit verbundenen Jobabbaus bis zu dem Moment, wo die Leute tatsächlich auf der Straße stehen“, sagte Staudenmayer gegenüber dem manager magazin weiter.

Dennoch seien die Opelaner gesuchte Fachkräfte. Neben einer Abfindung, würden die meisten wohl wenige Wochen später bei einem neuen Arbeitgeber unterkommen. Technologisch sei Opel bisher gut aufgestellt und somit auch deren Mitarbeiter durch das entsprechende Knowhow auf dem Arbeitsmarkt äußerst attraktiv.

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