Würth Elektronik Prototypenwerk Rot am See mit 15-Millionen-Euro-Investition modernisiert

Redakteur: Claudia Mallok

Die Würth Elektronik Gruppe, der größte deutsche Leiterplattenproduzent, investiert insgesamt rund 15 Mio. € in sein Prototypenwerk in Rot am See. Die Fertigung ist auf Serienqualität ausgelegt, wobei modulare Prozesseinheiten und -infarstruktur zugleich eine hohe Flexibilität ermöglichen.

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Mit der Inbetriebnahme einer hochmodernen Galvanikanlage in seinem Muster- und Prototypenwerk Rot am See baut die Würth Elektronik Gruppe ihre Stellung als größter deutscher Leiterplattenhersteller weiter aus. Gleichzeitig sei damit der wichtigste Abschnitt einer umfassenden Gesamtinvestition in Höhe von rd. 15 Millionen Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen sieht sich hervorragend aufgestellt, neben Serienaufträgen auch Prototypen und Muster in verschiedensten Technologien schnell, flexibel und kurzfristig in Serienreife zu fertigen. „Durch unsere Investitionen mit dem Schwerpunkt auf einen neuen Galvanoautomaten sind wir für anspruchsvollste Wünsche und Anforderungen in der Zukunft bestens gewappnet“, betont Klaus Weingärtner, Geschäftsführer Würth Elektronik Rot am See, „denn Entwickler benötigen ihre Leiterplatten immer kurzfristiger und in kompromisslos hoher Serienqualität und wollen auf eine möglichst umfassende Bandbreite an Technologien aus einer Hand zurückgreifen können.“

Das ganze Spektrum von einfachen bis zu komplexen Prototypen

Primär hat Würth Elektronik im Werk in Rot am See die Prozessschritte LDI, Laminator, Ätze und Galvanik auf den modernsten Stand gebracht. Ziel ist, neben Basisleiterplatten künftig auch anspruchsvolle und komplexe Muster und Prototypen beispielsweise in Mikrovia-, FLATcomp- oder Starrflex-Technik kurzfristig zu liefern.

Die entsprechend produzierten Leiterplatten sind auf Serienqualität ausgelegt. Das vermeidet spätere zeitraubende und kostenaufwändige Überraschungen und Abstimmungen nach der Entwicklungsphase in der Serienfertigung. „Wir laufen hier im Gleichschritt mit unseren drei Serienwerken“, führt Weingärtner einen weiteren Vorteil auf.

Gleichzeitig wurde mit der neuen Galvanik in Rot am See die Abwassermenge bei doppelter Produktionsmenge gegenüber der bisherigen Anlage mehr als halbiert und erfüllt damit auch die hohen Umweltschutzstandards, denen sich Würth Elektronik selbst verpflichtet hat.

350 verschiedene Leiterplattendesigns pro Tag

Im Gegensatz zu Leiterplatten-Großserienwerken ist der Produktionsablauf im Würth Elektronik Prototypenwerk auf einen Blick überschaubar und in modulare Prozess-Stufen und Einheiten unterteilt, die ein Höchstmaß an Flexibilität an den einzelnen Schnittstellen zwischen den Fertigungsprozess-Schritten bieten. In den Werkshallen stehen beispielsweise anstelle einer einzigen großen unflexiblen Maschine drei kleine wendige Multilayerpressen.

Das hat entscheidende Vorteile: Ist eine Maschine belegt, kann die Fertigungssteuerung einen Expressauftrag quasi auf der Überholspur auf einer der anderen Maschinen bearbeiten. Dadurch lassen sich dann auch Eilaufträge in kürzester Zeit durchschleusen. Alle Prozesse sind außerdem so optimiert, dass Wartezeiten bei Technologiewechsel gering gehalten werden können oder ganz entfallen.

„Unser Werk hat eine wie ein Uhrwerk funktionierende Infrastruktur und eine ausgefeilte Prozesstechnik mit branchenweit führenden Voraussetzungen“, erklärt Weingärtner stolz, „Würth Elektronik bearbeitet pro Tag de facto 350 verschiedene Leiterplattendesigns, davon rund 100 Neuaufträge und viele, die sogar im Eilservice abgearbeitet werden müssen.“

Darüber hinaus liege das Augenmerk auf der Designunterstützung. In der Entwicklung werden viele Weichen in Bezug auf die spätere Funktionalität und Verlässlichkeit der Baugruppe sowie Kostenstrukturen gestellt. Optimierungen in diesem Stadium der Produktentstehung begünstigen nachhaltig eine problemlose Serienproduktion. Würth Elektronik stelle seinen über 2.200 aktiven Kunden bereits ab der Layoutphase einer Prototypen-Leiterplatte umfassende Beratungskompetenz zur Seite. Dazu zählen rund 130 Mitarbeiter allein im Innen- und Außendienst.

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