Cortex MCU Software Interface Standard

Programmierschnittstelle für Echtzeit-Systeme

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Cortex-M3-Entwicklungskit DK-LM3S9B96 von TI/Luminary (Archiv: Vogel Business Media)

Der CMSIS erfordet keine immensen Ressourcen und der CMSIS-PAL benötigt weniger als 1 KByte Code-ROM und nur 4 Byte Datenspeicher. Der CMSIS-MAL ist nur zur Anbindung von Standard-Middleware (z.B. umfangreiche Kommunikations-Stacks) erforderlich und in solchen Komponenten ist ein Hardware Abstraction Layer (HAL) gebräuchlich. Deshalb ersetzt CMSIS-MAL eine proprietäre Middleware HAL und darf nicht als zusätzlicher Overhead erachtet werden.

CMSIS Layer erübrigt Toolchain-Anpassungen

Die CMSIS bietet viele Vorteile wie ein einheitliches Software-Framework und einen bewährten Software-Layer. Dies ermöglicht das einfache Verteilen von Template-Code und Programmbeispielen an die unterstützenden Compiler-Anbieter. Der Cortex-M3 zusammen mit seiner Kern-Peripherie ist über die verschiedenen Halbleiterlieferanten hinweg konsistent und ARM bietet eine allgemeingültige Dokumentation zu diesen Komponenten. Zusammen mit dem CMSIS ermöglicht dies, generische Einführungsbücher zu veröffentlichen, die nicht hersteller- oder hardwarespezifisch sind. Im Laufe der Zeit erwarten wir eine Verringerung der Lernkurve für die Applikationsentwickler, die bisher Erfahrungen mit Cortex-Mx-Bausteinen anderer Hersteller haben und nun einen neuen Cortex-Mx einsetzen.

Tabelle 1: Cortex-M3-Lizenznehmer und Device Roadmaps (Archiv: Vogel Business Media)

Da der CMSIS Layer für alle Compiler-Hersteller identisch ist, sind bei einer Änderung der Toolchain keine Anpassungen erforderlich. Er bietet Standardschnittstellen, die von vielen Halbleiter- und Middleware-Partnern verwendet werden können und reduziert Projektrisiken, da eine CMSIS-Schnittstelle schon geprüft und zertifiziert sein kann. Sobald der Standard allgemein angenommen wurde, ist Benutzer-Quellcode, der CMSISSchnittstellen verwendet, einfacher zu verstehen und daher leichter zu überprüfen.

Die Industrie nutzte frühzeitig Standards zur Qualitätssteigerung der Produkte und erlaubte damit die Komponenten-Wiederverwendung und Kostenverteilung über mehrere Projekte hinweg. In der Praxis erlangen solche Standards eine breite Akzeptanz, weil die Synergieeffekte Vorteile für die Benutzer bieten. In der Elektronikindustrie gibt es jede Menge solcher Standards, jedoch nutzt der Deeply-Embedded-Markt bis heute nach wie vor viele proprietäre MCU-Architekturen, die die Einführung von effizienten Softwarestandards verhindern.

*Reinhard Keil ist Director MCU Tools bei ARM in Grasbrunn/München.

(ID:314267)