Stöber Pforzheimer Spezialist für Antriebstechnik feiert 75-jähriges Firmenjubiläum

Redakteur: Gerd Kucera

Inmitten schwerer Zeit, aber mit unverdrossener Schaffenskraft, gründeten die Brüder Paul und Wilhelm Stöber 1934 in Pforzheim ihre Mechanische Werkstatt. Schnell bewies die kleine Unternehmung ihre Marktfähigkeit und ganz besonders ihr kreatives Potenzial. Heute ist Stöber Antriebstechnik eine feste Größe im Markt.

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Es herrschten die schlechtesten wirtschaftlichen Voraussetzungen als Paul und Wilhelm Stöber 1934 ihre Mechanische Werkstatt gründeten. 1943 präsentierten die beiden Brüder ihr erstes drehzahlverstellbares Getriebe, das sich im Einsatz auf einer Werkzeugmaschine auf Anhieb bewährte und damit die Richtung für die Weiterentwicklung wies.

Ein schwerer Luftangriff auf Pforzheim zerstörte im Februar 1945 das Firmengebäude. Nach der Währungsreform 1948 konnte 1949 endlich daran gedacht werden, eine sinnvolle Produktion aufzubauen. Das Verstellgetriebe war bereits zur Serienreife entwickelt. Nun sollten sich Zielstrebigkeit und Mut auszahlen.

Lang ersehnt: die stufenlose Verstellung

Der Markt wollte moderne Antriebe, mit denen man die Drehzahl über ein Reibrad einstellen und im laufenden Betrieb variieren konnte. Die Stöber-Entwicklung bewährte sich unter den unterschiedlichsten Bedingungen. Bereits 1956 lieferten die Pforzheimer ihren 10.000sten stufenlos verstellbaren Getriebemotor aus. Das 25.000ste Getriebe wurde 1960 in einem neuen Betriebsgebäude gefeiert.

In den Wirtschaftswunderjahren nahm die Firma eine rasante Entwicklung. Ende der 60er-Jahre war das Pforzheimer Unternehmen Weltmarktführer für stufenlos drehzahlverstellbare Getriebe. Die Entwicklung führte weiter steil bergauf und aus der Firma Gebr. Stöber entstand die Stöber Antriebstechnik.

Markttrends fließen in die Entwicklung ein

1979 wurden die Weichen neu gestellt: Zwar sollte noch die Baureihe 7 des R-Getriebes auf den Markt kommen, doch es erschien der Geschäftsleitung zwingend notwendig, sich mit der neu aufkommenden Technik, Antriebe durch Elektronik zu regeln, auseinanderzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit Kunden unternahm man die ersten Schritte. Für die zugekauften Stromrichter wurden passende Gleichstromgetriebemotoren entwickelt. Das war der Anfang. Um jedoch mit der immer schneller werdenden Entwicklung auf diesem Gebiet Schritt halten zu können, begann man ein eigenes Kompetenzzentrum für Elektronik und Softwareentwicklung aufzubauen.

Erste eigene Frequenzumrichter hatten die Bezeichnung FAS 1015 und kamen zusammen mit dem völlig neu entwickelten modularen Getriebesystem MGS auf der Hannover Messe 1991 in die Öffentlichkeit. Damit begann Stöber Antriebstechnik eine neue Zeitrechnung und schlug technisch den Weg zur digitalen Servoachse mit Steuerungsintelligenz ein.

Energieeffizienz ist die nächste Herausforderung

Und heute, 75 Jahre nach Gründung durch den Großvater Wilhelm Stöber, sieht der Enkel Patrick Stöber die nächste Herausforderung in der Nutzung aller Potenziale für energieeffiziente Antriebsachsen.

„Dies ist einerseits eine politische Vorgabe, aber eben auch eine Frage der persönlichen Vernunft“, konstatiert Patrick Stöber, der in der dritten Familiengeneration als Geschäftsführer zusammen mit Andreas Thiel das Unternehmen in die Zukunft leitet.

2009 ist ein einschneidendes Jahr

In Abwägung von Aufwand und Wirkung sieht man bei Stöber das zentrale Entwicklungspotenzial für dieses Vorhaben in der breiten Nutzung digitaler Servoachsen, insbesondere auch dann, wenn es sich um Primärantriebe handelt. Die Kostenbetrachtung über die gesamte Betriebszeit spricht eindeutig für dieses Konzept.

2009 ist ein einschneidendes Jahr in der Wirtschaft. Dass dies von Stöber Antriebstechnik auch von der positiven Seite verstanden wird, zeigt sich nach außen hin durch die Einführung des neuen Firmenlogos. 75 Jahre nach dem mutigen Anfang durch die Firmengründer soll dies ein Signal sein für die Anpassungsfähigkeit des Familienunternehmens an immer wieder neue Herausforderungen.

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