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Design-Regeln verwaltet bei OrCAD der zentrale Constraint Manager. Dort lassen sich schnell und übersichtlich Design-Regeln hierarchisch vergeben und verwalten. Bei stark steigender Anzahl von vergebenen Design-Regeln in einem Entwurf ist eine effiziente Regelverwaltung wichtig. Design-Regeln sind per Eintrag für das ganze Board definierbar.
Durch die hierarchische Aufteilung nach Schnittstellen (NetGroups), Bussen, differentielle Paaren, einzelnen Leitungen, Leitungssegmente zwischen T-Punkten, Bauteilen, Pins usw. ist es möglich, einzelne Regeln gezielt für die darunter befindliche Hierarchie zu verwalten.
Wiederkehrende Regelsätze können in der Bibliothek abgelegt und als Technologie-File auf andere Designs erneut angewendet werden. Alle Vorgaben im Constraint Manager prüft die Software online als Design-Rule-Check und zeigt dem Anwender bereits vor der Entstehung eines Fehlers durch einen sich ändernden Cursor an, dass der nächste Mausklick gegen die Regeln verstoßen wird. Diese interaktive Fehlervermeidung in Echtzeit ist möglich, da die DRC-Prozesse parallel zum Layout auf einem anderen Computer-Core oder Prozessor laufen.
Im OrCAD PCB Design ist jetzt das Single-ended Impedance Worksheet im Constraint Manager verfügbar, was es zuvor nur in der höheren Ausbaustufe von Allegro gab. Hier lassen sich Vorgaben über minimale und maximale Längen auf Leitungen machen. Diese Angaben sind bei schnellen Signalen erforderlich, um die Setup- und Hold-Zeiten vor dem definierten Abtastzeitpunkt festzulegen.
Um einen Längenabgleich durchzuführen müssen einzelne Leitungen mit Mäanderstrukturen erweitert werden. Dies geschieht jetzt in OrCAD durch Aufziehen eines Rechtecks mit der Maus, in dem dann der PCB Editor automatisch die Verlängerung regelgerecht routet. Um zu sehen, wie weit der Anwender das Rechteck ziehen muss, gibt es ein Heads-Up Display, das mit grün und rot signalisiert, ob die Leitung zu kurz, zu lang oder innerhalb der Design-Regel-Toleranz liegt. Das Routing-Muster, mit dem innerhalb des Rechtecks die Mäander verlegt werden, ist über das Bedienfeld bestimmbar.
Weitere Verbesserungen durch die neue Version
Aber das neue Release 16.6-2015 bringt nicht nur neue Funktionen für OrCAD. Auch in der höheren Ausbaustufe wurden die Funktionen an zukünftige Anforderungen angepasst.
So bieten die Produkte Allegro und Sigrity jetzt eine durchgängige Lösung für DDR4- und HDMI-2.0-Schnittstellen; angefangen von den Design-Regeln. Es wurden viele neue Möglichkeiten geschaffen, um komplexe Leitungsgruppen automatisiert zu verlegen.
Mit diesen Funktionen kann ein Layout mit Längenanpassung eines DDR3-Speichers innerhalb von wenigen Minuten umgesetzt werden. Dabei findet ein kontrollierter Phasenabgleich, ein gruppenübergreifender Längenausgleich auf Gleichlänge (matched length) und das Routen des Layouts entlang der geplanten Design-Absicht statt.
Die neuen Funktionen wurden daraufhin optimiert, alle Leitungen einer Schnittstelle regelgerecht bei möglichst kleinem Platzbedarf zu verlegen.
Die Produkt-Familie Sigrity zur Simulation der Signal- und Power-Integrität wurden die erforderlichen Simulationen und Auswertungen erweitert, um die neusten Anforderungen für z.B. DDR4 und HDMI 2.0 komplett abzudecken. Es lassen sich sogar Simulationen gegen die JEDEC-Compliance-Vorgaben durchführen; die Auswertungen sind sehr präzise und umfangreich.
* Dirk Müller ist Geschäftsführer der FlowCAD EDA-Software Vertriebs GmbH in Feldkirchen.
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