Anbieter zum Thema
Die nächst größere Variante der mobilen Geräte sind die MIDs und UMPCs. Um diese Klasse ist es sehr ruhig geworden. Zum einen bedrängt von größer werdenden Smartphones, zum anderen durch die günstiger werdenden Tablets und Convertibles. Standard für MIDs waren 4,3" mit 800 × 480. Inzwischen sind Lösungen mit einer Pixeldichte bis zu 269 ppi vorhanden. Dabei handelt es sich um ein 5,6"-TFT-LCD mit einer Auflösung von 1280 × 800. Hersteller dieses HV056WX1 ist Hydis, verbaut im Convertible U820 von Fujitsu.
Das Display ist in einer Variante der AFFS-Technologie gefertigt und bietet damit Blickwinkel bis zu 89° aus den vier Hauptrichtungen. Der Blickwinkel wird dabei auf die Kontrastgrenze 1:10 gerechnet. Reflektive Displays sind in dieser Klasse leider nicht zu haben, obwohl diese Geräte oft flach auf dem Tisch liegen, und mit einem Stift bedient werden. Trotz des Verzichts auf diese Technik kosten die Displays ein Vielfaches eines TN-Displays für einen Netbook. Die Endgeräte sind damit ebenfalls nicht besonders preiswert. Vielleicht ein Grund für den mangelnden Zuspruch der Anwender. Die optischen Eigenschaften sind jedoch denen der TN-Displays der Netbooks weit überlegen.
Bessere optische Eigenschaften mit AFFS+

Transflektive Displays mit Diagonalen bis zu 12,1" werden bei Tablet-PC’s eingesetzt. Für die transflektive Technik sind zwei verschiedene Verfahren üblich: Einmal wird ein reflektiver Film hinter dem Glas verwendet, beim anderen Verfahren kommen kleine Spiegel auf dem Trägerglas zum Einsatz. Die zweite Möglichkeit bietet weit bessere optische Eigenschaften. Hydis prägt diese Spiegel auf die Gate-Line der TFT-Matrix, ohne die transmissive Fläche zu verkleinern. Diese so genannte AFFS+-Technik bietet die besten optischen Eigenschaften (Bild 3). Zu finden sind diese Displays in den Tablet-PC’s von Hewlett Packard und Motion Computing.
Bisher werden Displays für mobile Anwendungen bis etwa 5" Diagonale durch ein TTL-Interface angesteuert. Der Anschluss ist über Folienkabel mit bis zu 71 Kontakten realisiert. Für Displays mit kleiner Auflösung wurden neue Standards gefunden. Die Stichwörter sind MIPI/MDDI. Solomon bietet hier zum Beispiel Lösungen bis Halb-VGA. Das MIPI-Interface reduziert die Anzahl der Leitungen für die Anbindung des Displays an die MCU von etwa 28 bis 40 auf vier. Für höhere Auflösungen setzt sich immer mehr LVDS durch, auch bei kleinen Displays.
Abzuwarten bleibt, welche der vorgestellten Technologien tatsächlich eine größere Marktakzeptanz erhalten. RGBW- und die Pentile-Technik fristen momentan ein Schattendasein. Transflektive Displays scheinen wieder im Kommen zu sein. Bei größeren Diagonalen hängt der Erfolg davon ab, ob Tablet-PCs mit dieser Technik im Markt angenommen werden. Der Hype auf die Netbooks zeigt eher, dass preiswerte Lösungen mit einfachen TN-Displays bevorzugt werden.
*Joachim Bleckmann ist Produkt Manager Aktiv-Matrix-Displays bei Beck Elektronik.
(ID:295768)