Projekt-Management Open-Source-Software strategisch einführen
Im Gegensatz zum Einsatz von kommerziellen Entwicklungstools und proprietären Lösungen gilt es bei der Entwicklung von Embedded-Systemen auf Basis von Open Source einige wesentliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Nachfolgend werden strategische Fragen bei der Einführung und Nutzung von Embedded-Open-Source-Komponenten beleuchtet.
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Open Source Software ist das Ergebnis eines weltweit verteilten kollaborativen Softwareentwicklungsprozesses. Privatpersonen, wissenschaftliche Institutionen und Unternehmen entwickeln und nutzen dabei gemeinsam Software. Die Grundlage für diese formlose Kooperation bildet ein einfaches Regelwerk, welches sicherstellt, dass gemeinsam entwickelte Programme offenen Nutzungsrechten unterliegen und damit kontinuierlich weiter entwickelt werden können. Dieses Entwicklungsmodell hat eine enorme Eigendynamik bekommen und verändert Geschäfts- und Erlösmodelle von Unternehmen sowie das Investitionskalkül von Anwendern.
Open Source Software bzw. quelloffene oder freie Software steht unter Lizenzen wie z.B. der GPL oder LGPL, welche typischerweise Folgendes regeln:
- 1. Der Quelltext des Programms ist im Sourcecode verfügbar.
- 2. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden, ohne dass eine Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Lizenzgeber entsteht, und
- 3. die Software darf verändert werden und in veränderter Form weitergegeben werden.
Aus diesen drei Eigenschaften resultieren zahlreiche Nutzeffekte und eine Entwicklungsdynamik freier Projekte, welche seit rund zehn Jahren zu einer stetigen Zunahme der Verbreitung und des Einsatzes dieser Art von Software auch in computergesteuerten Produkten der Konsum- und Investitionsgüterindustrie geführt haben.
Open Source Software als strategische Technologieentscheidung
Die skizzierten Merkmale machen es für das Management notwendig, den Einsatz offener Standards zur Vernetzung von Maschinen, Geräten und Anlagen sowie die Nutzung von Open Source-Software als strategische Technologieentscheidung und durchgängigen Prozess zu planen. Vorteile freier Software, Fragen der Auswahl, Entwicklung und Anpassung, des Varianten- und Konfigurations-Managements sowie der Reproduzierbarkeit einer Produktplattform müssen zusammenhängend betrachtet werden.
Zunehmend mehr Unternehmen beginnen zudem die Ergebnisse ihrer Arbeiten mit Open Source Software systematisch in die Community zurück zu geben, um sich die Vorteile einer unternehmensübergreifenden und kollaborativen Softwareentwicklung aktiv zu erschließen und so z.B. Fehler schneller zu finden und von den Erweiterungen anderer zu profitieren. Auch dieser Aspekt sollte bei einer strategischen Betrachtung berücksichtigt werden.
Die individuelle Bewertung der Nutzeffekte von Open Source stehen am Anfang der Entscheidungsfindung. Durch den Rückgriff auf (teil-)fertige Lösungen einer weltweiten Gemeinschaft von Unternehmen und Entwicklern resultiert eine Verkürzung von Entwicklungszeiten. Treiber für Schnittstellen und Protokolle zur Datenübertragung sind meist verfügbar. Die gesamte Technologie ist dabei unabhängig von einem Monopolisten. Bei Entwicklung und (Serien-) Produktion werden Lizenzkosten eingespart.
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