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Viele Vorteile, aber auch neue Pflichten
Open Source Software kann nicht abgekündigt werden, und eigene Entwickler haben immer den Zugang und die uneingeschränkte Kontrolle über den Quellcode. Damit werden Investitionen in diese Technik langfristig gesichert. Durch den komponentenorientierten Aufbau freier Software lässt sich das eigene Kern-Know how gezielt abgrenzen. Die Entwicklungskapazitäten des eigenen Unternehmens können sich auf diese Kernkomponenten konzentrieren, die nicht Open Source gestellt werden (müssen). Das Outsourcing von Entwicklungsleistungen wird aufgrund definierter Schnittstellen deutlich vereinfacht.
Im Zusammenhang mit der Nutzung und insbesondere der Veränderung freier Software sind jedoch auch Pflichten zu beachten. Im Wesentlichen sind dieses die Mitlieferung des Lizenztextes mit dem Produkt, ein Copyrightvermerk als Hinweis auf den Urheber von Änderungen sowie die Weitergabe des Quelltextes des veränderten Moduls. Der rechtssichere und professionelle Einsatz von Open-Source-Software muss diesen Anforderungen durch einen definierten Prozess gerecht werden.
Im Rahmen einer strategischen Technologieentscheidung hat das Management also einen spezifischen Prozess für die Integration freier Software in eigene Produkte zu definieren. Zudem müssen auch bei Open Source-basierten Produktplattformen Fragen der langfristigen Wartbarkeit und Reproduzierbarkeit gelöst werden.
Einführung anhand des V-Modells
Anhand eines erweiterten V-Modells kann ein Prozess für Entwicklungsprojekte skizziert werden. Es bietet Führungskräften einen einfachen Leitfaden für Planung, Abwicklung und Kontrolle von entsprechenden Projekten. Für die Entwicklung sind fünf Schritte charakteristisch.
- 1. Die strategische Entscheidung für den Einsatz von Technologie - hier Open Source,
- 2. die Anforderungsspezifikation an das System,
- 3. die Entwicklung von Hard- und Software und die nachfolgende
- 4. Interne Abnahme des Produkts sowie seine Markteinführung.
- 5. Abschließend erfolgt die Überführung in den Produktlebenszyklus.
Erst eine detailliertere Betrachtung der Anforderungsspezifikation und der nachfolgenden Schritte zeigt die spezifischen Aufgaben und die Unterschiede im Gegensatz zu rein proprietären Lösungen. Mit der marktlichen Anforderungsspezifikation startet die Aufgabe. Parallel dazu sollte ein Innovationsmanagement für freie Software etabliert werden.
Open Source Software ist kein Produkt. Es gibt kein zentrales Marketing oder einen Vertrieb, welcher seine Eigenschaften und Vorteile aktiv erläutert. Damit ist es notwendig, dass die Entwicklungen auf dem „Basar“ für Open Source-Komponenten systematisch beobachtet werden, um neue Ideen, Konzepte und Lösungen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und ggf. in das eigene Produkt zu integrieren. Ein systematisches und Tool-basiertes Lizenz Monitoring gewährleistet, dass eine Open Source-konforme Auslieferung des Produkts ohne Zusatzaufwand später möglich ist. Zudem kann jederzeit Auskunft über Herkunft, Art der Lizenz und ggf. die Modifikation von verwendeten Modulen gegeben werden.
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