Project DIGITS Nvidia präsentiert KI-Desktop-„Supercomputer“

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Nvidia hat im Rahmen der CES 2025 in Las Vegas seinen ersten eigenen Desktop-Rechner enthüllt: Der auf dem hauseigenen GB10-Prozessor aufsetzende Computer Nvidia DIGITS verspricht 1 Petaflop an KI-Leistung mit FP4-Präzision und soll preislich vergleichbar mit einem High-End-Gaming-PC sein.

Hochleistungs-KI in einem Desktop-Rechner: Der auf der CES 2025 vorgestellte Computer NVIDIA DIGITS soll Unternehmensangaben zufolge in der Lage sein, 200B-Parameter-KI-Modelle problemlos zu verarbeiten.(Bild:  NVIDIA)
Hochleistungs-KI in einem Desktop-Rechner: Der auf der CES 2025 vorgestellte Computer NVIDIA DIGITS soll Unternehmensangaben zufolge in der Lage sein, 200B-Parameter-KI-Modelle problemlos zu verarbeiten.
(Bild: NVIDIA)

Durch den KI-Boom hat sich Nvidia dank seiner für die Beschleunigung von künstlicher Intelligenz optimierten Prozessoren zum derzeit wertvollsten Chiphersteller der Welt entwickelt. Nun möchte der GPU-Spezialist seiner Dominanz im KI-Hardware-Bereich die Krone aufsetzen. Auf der CES 2025 in Las Vegas präsentierte das Unternehmen seinen ersten Desktop-PC, der auf das Verarbeiten und Beschleunigen umfangreicher KI-Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parameter (sogenannte 200B-Modelle) optimiert wurde.

20 ARM-Kerne, 128 GByte DDR5-Speicher, bis zu 1 Petaflop Rechenleistung

Der von Nvidia als Desktop-KI-„Supercomputer“ bezeichnete Rechner „Project DIGITS“ basiert auf dem hauseigenen, neu entwickelten GB10-Prozessor aus der „Grace Blackwell“ Architektur. Dabei handelt es sich um eine Kombination der im KI-Bereich bewährten Blackwell-GPU-Reihe mit einer ARM-basierten „Grace“-CPU mit 20 Prozessorkernen in einem Gehäuse, die über einen integrierten NVLink-Interconnect miteinander verbunden sind, um möglichst hohe Datentransferraten zu gewährleisten.

Darüber hinaus verfügt der Rechner über 128 GByte an DDR5-Arbeitsspeicher („DDR5 Unified Memory“), um die schnelle Verarbeitung von KI-Workloads zu unterstützen. Nvidia gibt an, dass der DIGITS-Desktop-Computer 200B-KI-Modelle im 4-Bit INT4-Format mit einer Leistung von bis zu 1 Petaflops verarbeiten kann. Zudem ist die Unterstützung von bis zu 4 TByte an lokalem NVMe-Speicher vorgesehen. Darüber hinaus können zwei DIGITS-Desktoprechner über einen ConnectX-Link, einem hauseigenen Netzwerkprotokoll von Nvidia, miteinander vernetzt werden. Ferner verfügt der Rechner über USB-Schnittstellen und WiFi-Konnektivität.

200B-KI-Modelle lokal entwickeln und in Cloud oder Rechenzentren skalieren

Der DIGITS-Rechner soll Unternehmen und Forscher in die Lage versetzen, eigene komplexe Modelle auf lokalen Systemen mit Hilfe des Nvidia DGX Betriebssystems zu prototypisieren, Feinabstimmungen vorzunehmen und zu testen. Bei dem Nvidia DGX OS handelt es sich um einen Ableger der Linux-Distribution Ubuntu. Anschließend lassen sich diese Modelle nahtlos auf beschleunigten Cloud-Instanzen oder Rechenzentrumsinfrastrukturen einsetzen. Eine direkte Integration in die hauseigene Nvidia DGX Cloud ist ebenfalls vorgesehen. Entwickler hätten somit die Möglichkeit, auf relativ unkompliziertem Weg eigene KI-Prototypen auf Project DIGITS zu erstellen und dann auf Cloud- oder Rechenzentrumsinfrastrukturen zu skalieren, wobei dieselbe Grace-Blackwell-Architektur und die Nvidia AI Enterprise-Softwareplattform verwendet werden. Auch die Inferenz oder die Ausführung lokaler Modelle in Anwendungen wie Robotik und Computer Vision sei möglich.

Anwender von Project DIGITS können auf eine umfangreiche KI-Bibliothek von Nvidia für Experimente und Prototypen zugreifen. Dazu gehören unter anderem Software Development Kits, Frameworks und Modelle, die im Nvidia NGC-Katalog und auf dem Nvidia Developer Portal verfügbar sind. Entwickler können eigene Modelle mit dem Nvidia NeMo-Framework weiter verfeinern, Data Science mit Nvidia RAPIDS-Bibliotheken beschleunigen und gängige Frameworks wie PyTorch, Python und Jupyter-Notebooks einsetzen.

Für die Entwicklung von agentenbasierten KI-Anwendungen können Anwender auch Blueprint-Vorlagen des Unternehmens und Nvidias NIM-Microservices nutzen, die über das Nvidia Developer Program für Forschung, Entwicklung und Tests zur Verfügung stehen. Für den professionellen Einsatz auf Unternehmensebene bietet Nvidia eine AI Enterprise-Lizenz für zusätzliche Sicherheit, Support und künftige Produktversionen der Nnvidia KI-Software.

Project DIGITS soll im Mai 2025 im Handel erscheinen und direkt bei Nvidia und lizenzierten Partnern erhältlich sein. Der erwartete Handelspreis liegt laut Nvidia im Grundmodell bei 3.000 US-$.(sg)

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