Wachstum im Robotikmarkt Neue Industrieroboter: China dominiert weltweit, Deutschland immerhin europäisch

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Die Robotik wächst weiter, auch wenn das Tempo global variiert: Asien vereint drei Viertel der neuen Systeme, Europa und Amerika folgen mit deutlichem Abstand. China erreicht einen Rekord und gewinnt Marktanteile hinzu. Für 2025 erwartet der Robotikverband IFR wieder Wachstum.

Industrieroboter legen zu: Robotikverband IFR zeigt weltweites Wachstum.(Bild:  IFR)
Industrieroboter legen zu: Robotikverband IFR zeigt weltweites Wachstum.
(Bild: IFR)

„Die neue World Robotics-Statistik zeigt bei den jährlichen Installationen für 2024 das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Erhebungen – nur 2 % unter dem Höchststand von vor zwei Jahren“, sagt Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics (IFR). „Der Übergang vieler Branchen ins digitale und automatisierte Zeitalter ist von einem enormen Nachfrageanstieg geprägt. Der weltweite operative Bestand an Industrierobotern belief sich 2024 auf 4.664.000 Einheiten – ein Anstieg von 9 % gegenüber dem Vorjahr.“ Insgesamt wurden 2024 weltweit 542.000 Industrieroboter installiert.

Asien vorne, Europa stabilisiert

Asien steht 2024 für 74 % der Neuinstallationen, Europa kommt auf 16 %, Amerika auf 9 %. In China gingen 295.000 neue Roboter in Betrieb. Das ist der höchste jemals gemessene Jahreswert und entspricht 54 % des Weltmarktes. Erstmals verkauften heimische Hersteller im eigenen Land mehr als ausländische Anbieter, ihr Marktanteil stieg auf 57 %. Der operative Bestand überschritt die Marke von zwei Millionen Einheiten. Die IFR sieht bis 2028 weiter zweistellige Wachstumschancen.

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Europa verzeichnete 85.000 Installationen und damit trotz Rückgangs das zweitstärkste Ergebnis der Geschichte. Nearshoring stützt die Nachfrage, zugleich bremst die schwächere Automobilindustrie. In Japan fielen die Installationen leicht, in Südkorea blieb der Markt seitwärts.

Deutschland hält Niveau, Autoindustrie schwächelt

Deutschland bleibt größter Robotikmarkt Europas und weltweit auf Rang fünf. Nach dem Rekordjahr 2023 lag die Zahl der Installationen 2024 bei rund 27.000 (–5 %), also weiterhin auf sehr hohem Niveau. In der Automobilindustrie sackten die Installationen deutlich ab (–25 %), andere Industrien legten dagegen zu. Italien blieb Nummer zwei in Europa, Spanien rückte wegen starker Auto-Nachfrage vor Frankreich auf Platz drei.

Industrie jenseits des Automobilsektors legt zu, Cobots gewinnen an Boden

In vielen Ländern tragen Metall- und Maschinenbau, Kunststoff/Chemie sowie Lebensmittel und Getränke das Geschäft. Sie gleichen das schwächere Tempo im Automobilbereich teilweise aus. Kollaborative Roboter legten 2024 laut IFR zweistellig zu. Die Nachfrage profitiert von einfacheren Inbetriebnahmen, flexiblen Zellen und kleineren Losgrößen.

Service-Roboter: Labor und Logistik als Treiber

Auch jenseits der klassischen Fabrik wächst der Markt. Professionelle Service-Roboter kamen 2024 auf 199.000 neue Einheiten (+9 %), medizinische Anwendungen sprangen auf 16.700 (+91 %). Der Absatz von Consumer-Geräten stieg auf 20,1 Millionen (+11 %). Logistik- und Transportaufgaben dominieren in der Praxis; Cleaning und Hospitality legen weiter zu. Laborautomation gilt als Schwerpunkt: Roboter entlasten repetitive, fehleranfällige Tätigkeiten und laufen rund um die Uhr, mobile Plattformen und Manipulatoren ergänzen die klassischen Zellen.

Ausblick: Plus 6 % in 2025, Unsicherheit bleibt

OECD und IWF erwarten gemäß IFR moderates Weltwirtschaftswachstum. Zugleich belasten geopolitische Spannungen und Handelsbarrieren. Die IFR sieht die Robotik dennoch auf Kurs: Für 2025 rechnen die Statistiker mit einem Anstieg der Installationen um 6 % auf 575.000 Einheiten. Bis 2028 soll die Marke von 700.000 überschritten werden. (mc)

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