In schwierigen Zeiten verabschieden sich Investoren und Board-Mitglieder eines Unternehmens schnell vom Geschäftsführer, in der Hoffnung, der nächste wird die Situation richten und für hohe Profite sorgen. Intel hat bereits so einige Geschäftsführer mitgemacht, von Gordon Moore bis Pat Gelsinger.
Intel versucht, vor allem im Foundry-Geschäft wieder Fuß zu fassen.
(Bild: Intel Corp.)
Intel hat derzeit mit Problemen zu kämpfen, durch die unter anderem auch die Pläne für den Bau des wegen hoher Subventionen ohnehin umstrittenen Werkes in Deutschland zunächst auf Eis liegen. Ein negativer Höhepunkt war die Entlassung respektive der Rücktritt des CEOs Pat Gelsinger am 1. Dezember 2024, den wir zum Anlass nehmen, uns die Historie der Intel-CEOs näher anzusehen.
Der Logik des Aktienmarktes folgend, stieg der Kurs der Intel-Aktie nach Bekanntwerden des Personalbebens natürlich um einige Prozentpunkte an. Insgesamt nahm der Aktienkurs von Intel aber in der Vergangenheit ab – vor einem Jahr lag der Kurs noch bei 40 bis 45 Euro pro Aktie, vor knappen fünf Jahren sogar bei 52 bis 63 Euro. Aktuell liegt der Kurs nur noch bei knapp 20 Euro und lag sogar schon bei nur knapp 17 Euro. Die Gründe für die Krise sind vielfältig – in jüngster Vergangenheit machten beispielsweise die Mainstream-Prozessoren für den Sockel 1700 Schlagzeilen, da sich herausstellte, dass sie vergleichsweise häufig einfach den Geist aufgeben können.
Eine weitere negative Nachricht war, dass das von Intel als Hoffnungsträger eingestufte Fertigungsverfahren 18A eine Ausbeute von unter zehn Prozent hat, was die Quote an fehlerfreien Chips pro Wafer angeht – Ex-CEO Gelsinger strafte diese Gerüchte übrigens Lügen. Ebenso muss man wissen, dass die Größe sowie Verkaufspreise der produzierten Chips wichtig sind. Selbst mit einer schwachen Ausbeute kann man je nach Chip-Art Gewinne einfahren. Trotzdem hat die Nachricht einen weiteren Imageverlust eingebracht, zumal Großkunde Broadcom eine Großbestellung storniert haben soll. Wohin die Reise von Intel noch führt, müssen wir abwarten. Aber werfen wir doch einmal einen Blick zurück!
Gordon Moore – Intel-CEO von 1975 bis 1987
Gegründet wurde Intel im Jahr 1968, wobei informell Mitgründer Robert N. Noyce als erster CEO bezeichnet werden kann. Den ersten offiziellen CEO erhielt das Unternehmen erst im Jahr 1975, und zwar in Form des zweiten Intel-Gründers Gordon Moore, der auch für das ungeschriebene, auf Beobachtungen basierende Moore’sche Gesetz verantwortlich ist. Demnach sorgen Verbesserungen bei der Chipproduktion dafür, dass sich die Anzahl an Transistoren pro Fläche in regelmäßigen Abständen verdoppelt. Je nach Quelle und Zeitpunkt der Aussage geht es hierbei um einen Zeitraum von 12, 18 oder 24 Monaten.
Gordon Moore, der von 1975 bis 1987 in der Position des CEOs bei Intel arbeitete, wurde am 3. Januar 1929 in San Francisco geboren und verstarb im hohen Alter von 94 Jahren am 24. März 2023 auf Hawaii. Seine akademische Laufbahn bestand aus einem 1950 erworbenen Bachelor-Abschluss in Chemie sowie einem vier Jahre danach absolvierten Studium der Physik.
Gordon Moore gehörte, genau wie Robert Noyce, zu den sogenannten „Traitorous Eight“. Dies waren acht Mitarbeiter, die das Halbleiterlabor des Physikers William B. Shockley im Jahr 1957 wegen seines inakzeptablen Führungsstils verließen und die Firma Fairchild Semiconductor gründeten. Zusammen mit Robert Noyce verließ Moore Fairchild Semiconductor, um 1968 Intel (anfangs noch Moore-Noyce-Electronics) zu gründen.
Der Nachfolger von Gordon Moore im Jahr 1987 war Andy Grove, der als dritter Mitgründer von Intel gilt und kurz nach Moore und Noyce mit im Boot war. Andy Grove war von 1987 bis 1998 CEO von Intel – geboren wurde er im Jahr 1936 am 2. September in Budapest (Ungarn). Grove hieß ursprünglich Gróf András István und verließ seine Heimat im Jahr 1956 in Richtung USA, nachdem ein Volksaufstand in Ungarn gescheitert war.
In den USA studierte er in New York Chemieingenieurwesen und machte dort seinen Abschluss im Jahr 1960. Schon zwei Jahre vorher heiratete er seine Frau Eva, die er erst in den USA kennengelernt hatte. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Im Jahr 1962 erhielt Andy Grove die US-Staatsbürgerschaft. 1963 promovierte er an der Universität von Berkeley in Kalifornien. 1967 wechselte er dann zu Fairchild Semiconductor, wo er den sieben Jahre älteren Gordon Moore kennenlernte und kurz danach mit zu Intel stieß.
Als CEO war Andy Grove bei Intel bis zum Jahr 1998 tätig und legte dabei viel Wert auf Detailarbeit und Experimentierfreude. Von Statussymbolen hingegen hielt er nicht viel. Nach seiner Zeit als CEO arbeitete er noch bis zum Jahr 2004 im Verwaltungsrat von Intel. Am 21. März 2016 verstarb Andy Grove schließlich in Los Altos (Kalifornien).
Stand: 08.12.2025
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Craig R. Barrett – Intel-CEO von 1998 bis 2005
Craig R. Barrett folgte 1998 als CEO auf Andy Grove und behielt die Position bis 2005. Geboren wurde er am 29. August 1939 und ist heute somit 85 Jahre alt. Sein Fachgebiet war im akademischen Bereich die Materialwirtschaft, die er an der Stanford-Universität (Kalifornien) ab dem Jahr 1957 studierte. 1964 promovierte er und blieb als Associate Professor bis zum Jahr 1974 an der Universität. 1975 wechselte er schließlich zu Intel, wo er zunächst für die Qualitätssicherung und 1984 für kurze Zeit für die Komponentenzusammensetzung verantwortlich war. Im selben Jahr ernannte man Craig R. Barrett zum Vizepräsidenten sowie 1987 zum Senior Vizepräsidenten.
1990 übernahm er den Posten der Microcomputer Components Group, einer Tochterfirma von Intel, die schon ein Jahr später in Intel integriert wurde. Nachdem er 1992 in den Verwaltungsrat berufen wurde sowie ab 1993 als COO (Leiter des operativen Geschäfts) fungierte und 1987 Präsident von Intel wurde, übernahm Craig R. Barrett schließlich 1998 den Posten als CEO bis zum Jahr 2005. Danach war er noch von 2005 bis 2009 als Aufsichtsratsvorsitzender für Intel tätig und zog sich schließlich aus dem Geschäftsleben zurück, um an einer Managementschule in Arizona zu lehren.
Paul Otellini – Intel-CEO von 2005 bis 2013
Von 2005 bis zum Jahr 2013 war Paul Otellini der CEO von Intel. Geboren wurde Otellini am 12. Oktober 1950 in San Francisco und machte seinen ersten Abschluss aber in Chicago, und zwar am St. Ignatius College Preparatory, einem jesuitischen College. Seinen Bachelor in Wirtschaftskunde erwarb er an der Universität von San Francisco. Einen Master in Business Administration (Unternehmensmanagement), machte er zwei Jahre später an der Universität von Berkeley. Im selben Jahr wurde er bei Intel im Managementbereich angestellt und arbeitete sich bis 1998 zum Posten des Vizepräsidenten und ersten Managers der Sektion für das Mikroprozessor- und Chipsatz-Geschäft von Intel hoch.
In seinen Aufstieg fiel 1993 die Einführung der für den Mainstream erschwinglichen Intel-Pentium-Reihe. 2002 wurde Paul Otellini in den Vorstand von Intel berufen sowie Präsident und COO von Intel. Im Mai 2005 übernahm er schließlich den CEO-Posten von Craig R. Barrett. Im Juni 2005 verkündete Steve Jobs, dass Intels x86-Prozessoren für die Mac-Computer genutzt werden –das wurde als Sieg für Intel gewertet. Otellini zog sich 2012 – für die meisten eher überraschend – zurück. Ein möglicher Grund hierfür war, dass er zwar den Umsatz massiv erhöhte, Intel aber den Start des Booms bei Smartphones und Tablets verpasste. Schon bei der Suche nach einem Nachfolger war zur der Zeit übrigens auch der Name Pat Gelsinger im Gespräch.
Nach seinem Rücktritt engagierte er sich vorwiegend im eher karitativen Bereich. Intel informierte am 3. Oktober 2017 die Öffentlichkeit darüber, dass Paul Otellini am Vortag und somit nur wenige Tage vor seinem 67. Geburtstag verstorben war.
Brian Krzanich – Intel-CEO von 2013 bis 2018
Otellinis Nachfolger wurde im Jahr 2013 der ausgebildete Chemiker Brian Krzanich. Geboren wurde Krzanich am 9. Mai 1960 in Santa Clara County (Kalifornien). Seinen Abschluss in Chemie machte er im Jahr 1982 an der Universität von San José, wobei er noch im selben Jahr bei Intel als Ingenieur in einer Fertigungsanlage in New Mexiko angestellt wurde. 1996 übernahm er das Management einer Produktionsanlage. Nach weiteren Stationen war er ab 2007 für die Organisation von Lieferketten und Produktionsstandorten in Übersee-Ländern verantwortlich. 2012 stieg Krzanich zum COO von Intel auf. Ein Jahr später, im Mai 2013, wurde er schließlich zum CEO ernannt.
2017 fiel Krzanich auch mit politischen Stellungnahmen auf, bei denen er sich mit weiteren wichtigen Persönlichkeiten der US-Industrie deutlich gegen die Ablehnung von Immigranten aussprach, die der damalige Präsident Donald Trump an den Tag legte. Schon im Jahr 2018 kam das Aus für Brian Krzanich als Intel-CEO. Mit einem blauen Auge kam er davon, als er privat zahlreiche Aktien von Intel verkaufte, noch bevor die Öffentlichkeit über eine Sicherheitslücke unterrichtet wurde, die viele Intel-Produkte seit 1995 betraf. Da Krzanich formal keine Regeln verletzt hatte und genügend Aktien behielt, gab es keine Konsequenzen aus diesem Verkauf.
Eine weitere Verfehlung sorgte dann aber für den Rücktritt von Krzanich, also nach nur gut fünf Jahren im Amt. Denn er war – entgegen der von Intel als Unternehmensregeln vorgeschriebenen Statuten – eine Beziehung zu einer ihm untergebenen Mitarbeiterin eingegangen. Bis zum Jahr 2022 war Brian Krzanich noch beim industriellen Großunternehmen CDK Global als CEO tätig und genießt seitdem in Atherton (Kalifornien) seinen Ruhestand.
Bob Swan – Intel-CEO von 2018/19 bis 2021
Der nächste Intel-CEO war lediglich für zwei Jahre im Amt. Es geht um Bob Swan, der die Nachfolge von Brian Krzanich antrat. 1983 machte er seinen Bachelor an der Universität von Buffalo sowie 1985 einen Master im Unternehmensmanagement an der Binghamton University. Bevor er zu Intel kam, war er unter anderem für General Electric und eBay im Management tätig. 2016 wurde er von Intel direkt als Finanzvorstand in den Posten des CFO sowie ausführender Vizepräsident berufen. Wegen der Führungskrise rund um Krzanich übernahm Bob Swan im Juni 2018 den CEO-Posten zunächst interimsweise, um Anfang 2019 auch offiziell Intel-CEO zu werden.
Allerdings geriet Intel in ungünstiges Fahrwasser und verlor Marktanteile an AMD, TSMC und Samsung; hinzu kam, dass Intel als eigentlicher Hoflieferant von Apple abgemeldet wurde, da Apple seine Chips künftig selbst herstellen wollte. Durch Druck eines Hedgefonds trat Bob Swan schließlich im Februar 2021 zurück, woraufhin der Aktienkurs von Intel direkt um mehrere Prozentpunkte anstieg.
Pat Gelsinger – Intel-CEO von 2021 bis 2024
Mit dem vor wenigen Tagen entlassenen Patrick Paul Gelsinger, kurz Pat Gelsinger, sind wir nun am Ende der Liste von Intel-CEOs angelangt. Geboren wurde er am 5. März 1961 in Robesonia (Pennsylvania). Er erwarb einen College-Abschluss an der Lincoln Tech sowie einen Bachelor of Science an der Santa Clara University (Kalifornien), um schließlich an der Stanford Universität (ebenfalls Kalifornien) 1985 seinen Masterabschluss im Ingenieurwesen zu machen.
Was seine Zeit bei Intel angeht, so war er ab 1979 im Alter von 18 Jahren zur Qualitätskontrolle eingeteilt, arbeitete sich aber – natürlich auch untermauert von seinen akademischen Abschlüssen – immer weiter nach oben hoch. So gilt Pat Gelsinger als hauptverantwortlicher Entwickler für die i486-Prozessoren, die 1989 auf den Markt kamen. Von 2001 bis 2009 war Pat Gelsinger CTO bei Intel und somit der Leiter der technischen Planung und Entwicklung. 2009 verließ er Intel und wurde CEO bei VMware, einer Firma für Cloud-Computing mit Sitz in Palo Alto (Kalifornien), sowie COO beim zu Dell gehörenden Computerspeicher-Spezialisten EMC. 2021 rekrutierte Intel ihn wieder zurück an seine alte Wirkungsstätte, und zwar direkt als CEO. Wegen der Probleme, die wir schon anfangs schilderten, trat Pat Gelsinger schließlich am 1. Dezember 2024 als CEO von Intel zurück. (sb)