Krebsforschung Mit Laser auf der Suche nach Hautkrebs
US-Forscher haben mit einer neuen Methode Hautkrebs nachgewiesen, ohne das Gewebe der Patienten zu verletzen. Die neue Diagnosetechnikt verwendet Lasertechnologe zur Durchleuchtung der Haut. Ein deutscher Hautkrebs-Experte sieht allerdings noch einen weiten Weg bis zu einer möglichen Anwendung in der Praxis.
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Der Schwarze Hautkrebs ist laut Deutscher Krebsgesellschaft die bösartigste Form von Hautkrebs. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 18.000 Menschen. Die Heilungschancen hängen davon ab, wie früh der Krebs behandelt wird. Gelangt der Tumor ins Blut, können sich in anderen Organen Metastasen bilden.
Bislang können Mediziner Schwarzen Hautkrebs in der Regel nur dann eindeutig nachweisen, wenn sie eine Gewebeprobe entnehmen und im Labor untersuchen. Das heißt, sie müssen ein Stück des verdächtigen Hautflecks herausscheiden.
Eine neue Technik von US-Forschern kommt hingegen ohne dieses Prozedere aus. Die US-Wissenschaftler um Dimitra Pouli von der Universität Tufts in Medford (Massachusetts) wollen einen verlässlichen, nicht-invasiven Alternativweg zur Diagnose gefunden haben. Das Team testete die Methode erfolgreich unter anderem an Schwarzem Hautkrebs und an Basalzellkarzinomen.
Der Fokus liegt auf den Mitochondrien. Diese Strukturen, die in jeder Zelle vorkommen, werden oft als kleine Kraftwerke bezeichnet. Sie spielen bei der Energieversorgung der Zellen eine wichtige Rolle. Die Mitochondrien bilden in gesundem Hautgewebe ein spezielles Muster. Bei Krebs ist dieses Muster gestört. Die Forscher stellten ihre neue Diagnosetechnik kürzlich im Fachblatt „Science Translational Medicine“ vor.
„Wir machten uns diese Unterschiede zunutze, um gesundes Gewebe von Krebsgewebe erfolgreich zu unterscheiden“, schreiben die Wissenschaftler um Pouli. Sie nahmen die Haut von mehreren Patienten mit einer speziellen Technik unter die Lupe: der sogenannten Multiphotonenmikroskopie.

Dabei werden mit einem starken Laserstahl bestimmte Stoffe in den Mitochondrien sichtbar gemacht. So lässt sich die Anordnung der Mini-Kraftwerke erkennen. Daraus könne man schließen, ob ein Patient an Hautkrebs erkrankt ist oder nicht, schreiben die Forscher. Die neue Methode könnte nützlich sein, um präzise und ohne einen Eingriff ins Gewebe des Patienten Hautkrebs zu diagnostizieren.
Noch steckt die neue Technik in den Kinderschuhen. Es sei ein „interessanter Ansatz“, sagt Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie am Uniklinikum Essen. Er sieht aber keine Anwendung in naher Zukunft. Noch sei beispielsweise unklar, ob Diagnosen mit der neuen Methode fehlerfreier sind als bislang.
Zudem sei die von den US-Forschern verwendete Art der Multiphotonenmikroskopie noch nicht richtig in der klinischen Anwendung angekommen. „Der Aufwand und vor allem auch der Preis, der für so eine Untersuchung zu entrichten wäre - vom Gerät bis hin zum zeitlichen Umfang, den man braucht, um so etwas zu untersuchen - wäre doch noch verhältnismäßig hoch.“ Bereits bestehende Technologien könnten noch nicht ersetzt werden.
Aus Schadendorfs Sicht sind zusätzliche Studien mit mehr Probanden nötig. Denn die vorgestellte Machbarkeitsstudie verfügte lediglich über 14 Teilnehmer – zu wenig für ein verlässliches Urteil. Außerdem müsste gezeigt werden, ob eine Unterscheidung von gesundem und krankem Gewebe auch im Millimeterbereich möglich ist. Schließlich müsse der Operateur in dieser Größenordnung den Tumor herausschneiden.
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