Fördermittel für Mikroelektronik Mit Intels Magdeburg-Aus fordert der ZVEI Förderung des gesamten Elektronik-Ökosystems

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nachdem der Intel-Konzern das Aus für die Halbleiterpläne bei Magdeburg verkündet hat, mahnen Elektronik-Verbände wie der ZVEI an, dass die für Intel geplanten Fördermittel nun in die Förderung des gesamten Elektronik-Ökosystems in Deutschland fließen sollten.

Die Fördergelder für die Mikroelektronik sollten nicht eingespart werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Fördergelder für die Mikroelektronik sollten nicht eingespart werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die staatlichen Fördergelder, die in den vergangenen Jahren vor allem großen Halbleiter-Unternehmen zugesprochen wurden, damit sie Fertigungskapazitäten in Deutschland ansiedeln, sind löblich. Dennoch musste sich die Politik den Vorwurf gefallen lassen, dass Fördermittel für die Halbleiterei wenig zielführend sind, wenn nicht das gesamte Mikroelektronik-Ökosystem unterstützt wird.

Mit dem Aus für Intels Fab-Pläne bei Magdeburg werden indessen Forderungen laut, dass die für den Konzern geplanten Fördermittel nicht einfach gestrichen, sondern gezielt in das Elektronik-Ökosystem hierzulande gesteckt werden sollten, um insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen.

„Dass Intel das Projekt in Magdeburg nun endgültig einstellt, ist äußerst bedauerlich. Diese Unternehmensentscheidung ist jedoch kein Beleg für fehlgeleitete Fördermaßnahmen. Denn die Bedarfe an Halbleitern und Mikroelektronik sind nach wie vor groß und sie werden weiter wachsen. Diese Schlüsseltechnologie spielt in fast allen Bereichen des modernen Lebens eine zentrale Rolle: vom Auto bis zur Chipkarte der Bank. Wenn wir das nicht lokal adressieren können, wird unsere technologische Abhängigkeit zunehmen. Stattdessen brauchen wir mehr Resilienz: durch regionale Fertigungskapazitäten, robuste Lieferketten und ein starkes Mikroelektronik-Ökosystem vor Ort“, schreibt etwa der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung, Wolfgang Weber

Halbleitertechnik ist nicht alles

In Webers Augen ist es löblich, dass sich die Bundesregierung im Rahmen des Koalitionsvertrags zur weiteren Mikroelektronik-Förderung bekannt hat. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass sich Investionen laut eigener Studien des ZVEI (Von Chips zu Chancen: Die Bedeutung von Wirtschaftlichkeit der Mikroelektronikförderung) in das heimische Elektronik-Ökosystem lohnen. Die Rendite bisher geplanter Investitionen läge bei 30 bis 40 Prozent, die jährliche Bruttowertschöpfung stiege in Europa um 33 Milliarden Euro, jährliche Steuereinnahmen um knapp 8 Milliarden Euro. Weiterhin entstünden europaweit 65.000 neue, qualifizierte Arbeitsplätze, 49.000 davon in Deutschland.

Jedoch allein bei der Förderung an die Halbleitertechnik zu denken, wäre nicht weitsichtig, mahnt Weber an. „Neben der reinen Halbleiterfertigung sind auch vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen wie Advanced Packaging, Leiterplatten (PCB) und EMS wesentlich für ein resilientes Ökosystem. Hier sollte der European Chips Act gezielt erweitert und die bestehenden Fördermaßnahmen entsprechend angepasst werden.“

Während Ökonomen froh darüber sind, dass die Gelder bisher nicht an den in wirtschaftlich schwierige Lage geratenen Intel-Konzern geleistet wurden, merkte Bundeswirtschaftsministerin Reiche an, dass die vergangenen Entscheidungen zu den Förderfinanzspritzen wenig sorgfältig gewesen waren. „Das Fördern von einzelnen Projekten mit Milliardensummen muss sorgfältigst geprüft werden“, sagte sie vor Journalisten in Bayern (via Tagesschau). „Hier hätte (man) sicherlich mehr Sorgfalt walten lassen müssen.“ (sb)

(ID:50501819)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung