Arrow Central Europe Mit dem Zusammenschluss der Distributoren Spoerle und Sasco ist die Unterteilung in Broadliner und Spezialist passé

Redakteur: Margit Kuther

Mehr als sechs Monate sind nun vergangen, seitdem Arrow in Zentraleuropa die beiden Distributionsmarken Spoerle und Sasco in die Marke Arrow überführt hat. Für Kunden in Deutschland, Österreich, Schweiz und Benelux hat sich somit das Gesicht des Unternehmens verändert. Wie hat sich die Zusammenführung der Marken bisher ausgewirkt? Diese Frage hat die ELEKTRONIKPRAXIS Eric Schuck, General Manager, Arrow Central Europe, gestellt.

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ELEKTRONIKPRAXIS: Herr Schuck, Spoerle und Sasco waren Traditionsmarken mit jeweils mehr als 40-jähriger Historie. Wie haben Ihre Kunden die Veränderung aufgenommen?

Eric Schuck: Auf den ersten Blick schien sich für viele Marktteilnehmer eine große Veränderung bei Arrow abzuzeichnen, nachdem sie erfahren haben, dass die Marken nicht weiter bestehen. Es wurde jedoch schnell deutlich, dass die gewohnten Service- und Qualitätslevel beibehalten wurden und sich mehr oder weniger lediglich der Name änderte.

Selbstverständlich gab es auch für einige unserer Kunden Änderungen bei ihren direkten Ansprechpartnern, da unsere Field Sales Engineers in logischer Konsequenz die Technologien aller Hersteller der zuvor unterschiedlichen Linecards nun aus einer Hand anbieten. Wir haben jedoch sehr darauf geachtet, die bestehenden Beziehungen weitestgehend aufrecht zu erhalten, die letztlich auf Vertrauen basieren und einen wesentlichen Teil unseres Erfolges ausmachen.

Die Akzeptanz dieses Schrittes bei unseren Kunden ist sehr hoch. Es ist kein ungewöhnlicher Schritt, da viele Unternehmen eine Veränderung ihrer Positionierung in einem aktuell schwierigen und herausfordernden Markt getätigt haben. Ich möchte jedoch betonen, dass die Markenzusammenführung keine Reaktion auf die Wirtschaftskrise war, sondern vielmehr eine logische Weiterentwicklung unserer Strategie.

Eine große Überraschung war die Veränderung schon deshalb nicht, da ein Großteil der Marktteilnehmer wusste, dass etwa Spoerle bereits seit 25 Jahren zum Arrow-Konzern gehörte, und zudem viele unserer Kunden ihre Produkte von Arrow Advantage beziehen. Mit Arrow bieten wir unseren Kunden nun die größte Sales-Organisation und FAE-Struktur über eine Marke in Europa. Diese Veränderung trifft auf sehr positive Resonanz.

Wie sieht diese Strategie genau aus? Was versprechen Sie sich davon?

Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserer neuen Marktstrategie einzigartig positioniert und für die Zukunft bestens aufgestellt sind. Seit Oktober 2009 sind wir in der Lage, unseren Kunden alle Produkte und Technologien über einen einzigen Ansprechpartner anbieten zu können. In dieser Reichweite und Größe ist Arrow der einzige Distributor mit diesen Möglichkeiten – bei gleichzeitig nahtloser Anbindung an die globale Lieferkette. Auch diesen Aspekt hatten wir dabei im Hinterkopf, denn das Business wird immer globaler. International verteilte Produktions- und Fertigungsstätten können wir nun noch besser bedienen.

Die Synchronisierung unserer Geschäftsprozesse in ganz Europa bringt unseren Kunden viele Vorteile. Auch in anderen Ländern wurden lokale Marken in Arrow umbenannt, beispielsweise in Italien. Diese Angleichung ermöglicht neue Herangehensweisen, etwa bei der Umsetzung europaweiter Technologie-Initiativen.

Aber ist es tatsächlich eine Anforderung Ihrer Kunden, alles aus einer Hand zu erhalten?

Die Frage ist berechtigt, denn mit diesem Konzept könnte der Eindruck entstehen, dass wir über einen Mitarbeiter nicht allen Bedürfnissen unserer Kunden nachkommen könnten, angefangen von der Produktanfrage- und auswahl über den technischen bis hin zum logistischen Service. Aber für all diese Bereiche stehen Experten bereit, auf die unser FSE zugreift, wohlgemerkt bei europaweit angeglichenen Strukturen. Seien es interne Produktspezialisten, Field Application Engineer oder Spezialisten unseres Bereiches Business Processes und Supply Chain Services.

Unser Kunde profitiert vom einfachen und direkten Weg, und erhält am Ende nur eine Rechnung für alle Produkte, die er benötigt, aus den Bereichen Halbleiter, Passive und Elektromechanische Bauteile sowie Embedded-Lösungen. Unser umfangreiches Portfolio versetzt uns in die Lage, nahezu jeden Applikationswunsch abzudecken.

Diese neue Unternehmensstruktur macht uns einfach noch schlagkräftiger. Letztlich führte die Markenzusammenführung auch zu einer Vereinfachung der administrativen Prozesse auf Kundenseite. Ein Ansprechpartner für alles wurde von vielen Kunden aktiv angefragt.

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