ZVEI-Positionspapier zu PCB und EMS Mikroelektronik geht nicht ohne Leiterplatte und Electronic Manufacturing Services

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Europa verliert bereits seit Jahren bei Leiterplatten und EMS den Anschluss, und das sorgt für gefährliche Abhängigkeiten für kritische Infrastrukturen und Verteidigung. Der ZVEI fordert eine entschlossene Industrie- und Handelspolitik, um Produktion, Resilienz und Tech-Souveränität zu sichern.

Die Elektronikfertigung in Europa hat nur noch einen Anteil von zehn Prozent am weltweiten Markt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Elektronikfertigung in Europa hat nur noch einen Anteil von zehn Prozent am weltweiten Markt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Europa verliert in der Leiterplatten- und Elektronikfertigung bereits seit geraumer Zeit den Anschluss und das führt zu erheblichen sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Kosten. Der Anteil Europas an der weltweiten Leiterplattenproduktion beträgt nur noch zwei Prozent, in der Elektronikfertigung liegt er bei zehn Prozent. Der ZVEI (Verband der Elektronik- und Digitalindustrie) warnt, dass diese kritischen Technologien für den Betrieb sicherheitsrelevanter Infrastrukturen und der Verteidigungsindustrie unverzichtbar sind. Sollte Europa keine eigenen Kapazitäten mehr vorhalten, dann drohen Abhängigkeiten von Drittstaaten, Manipulationsrisiken in der Lieferkette und ein dauerhafter Verlust technologischer Souveränität.

Deswegen fordert der ZVEI in einem aktuellen Positionspapier eine industrie- und handelspolitische Neuausrichtung. Im Zentrum steht eine De-Risking-Strategie, die auf den Aufbau vertrauenswürdiger Lieferketten für sicherheitskritische Anwendungen zielt – auch durch die Einführung eines „Trusted Supplier“-Prinzips in Ergänzung zu bestehenden Regulierungen wie NIS2 und dem Cyber Resilience Act.

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Handelspolitisch sollen Antisubventions- und Antidumpingmaßnahmen geprüft werden, um europäische Anbieter vor Marktverzerrungen zu schützen. Gleichzeitig fordert der Verband einen Zollabbau auf Basismaterialien wie Prepregs und kupferkaschierte Laminate, da europäische Hersteller im Einkauf derzeit strukturell benachteiligt seien, während fertige Leiterplatten aus China zollfrei importiert werden können.

Industriepolitisch sieht der ZVEI Förderbedarf insbesondere für nachgelagerte Wertschöpfungsstufen wie Leiterplatten, Packaging und EMS (Electronic Manufacturing Services). Bestehende Programme wie der European Chips Act und IPCEI-Initiativen sollten entsprechend ausgeweitet werden. Zudem müsse die Prozessentwicklung in der Fertigung gleichwertig zur Produktentwicklung gefördert werden, da sie ein entscheidender Faktor für Qualität und Differenzierung sei.

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Das Managementtreffen für die EMS-Branche

Der EMS-Tag gilt als eines der wichtigsten Managementtreffen der Branche, bei dem aktuelle Veränderungen, erfolgversprechende Strategien, generelle Managementfragen und wichtige technologische Entwicklungen in der Elektronikwelt analysiert und diskutiert werden. Das Programm bietet praxisorientierte Vorträge und interessante Einblicke in den EMS-Markt.

Auch bürokratische Hürden müssten abgebaut und die Standortbedingungen – etwa bei Energiepreisen – verbessert werden. Nicht zuletzt fordert der ZVEI eine Abschaffung der KMU-Beschränkung bei Förderprogrammen, da sie größere mittelständische Elektronikhersteller von dringend benötigten Innovationsmitteln ausschließt.

Die Botschaft des Verbands ist klar: Ohne entschlossenes Handeln wird Europa in einem geopolitisch sensiblen Bereich weiter an Bedeutung verlieren – mit potenziell gravierenden Folgen für Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Unabhängigkeit. (sb)

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