Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben 15 Technologieunternehmen aus Afrika, Asien, Europa und Nordamerika die Gründung der Trusted Tech Alliance (TTA) bekannt gegeben. Zu den führenden Köpfen zählen Microsoft, Ericsson und SAP. Die Initiative versteht sich als branchenübergreifender Zusammenschluss entlang des gesamten Technologie-Stacks – von Konnektivität und Cloud-Infrastruktur über Chips bis hin zu Software und KI.
Microsoft-Deutschlangzentrale in München: Im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz haben 15 internationale Unternehmen entlang der gesamten Elektronik-Wertschöpfungskette unter Federführung von Microsoft und Ericsson eine Tech Allianz für digitale Souveränität und gemeinsame Vertrauensstarndards gebildet.
(Bild: Microsoft)
Die Allianz reagiert auf ein Umfeld, das von geopolitischen Spannungen, steigenden regulatorischen Anforderungen und Debatten über digitale Souveränität geprägt ist. Viele Staaten prüfen derzeit, wie sie Abhängigkeiten in zentralen digitalen Infrastrukturen reduzieren können. Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in digitale Technologien ein sensibles Thema – insbesondere mit Blick auf Datenspeicherung, Sicherheit und Kontrolle.
Nach Angaben der beteiligten Unternehmen sollen gemeinsame, überprüfbare Prinzipien dazu beitragen, Transparenz und Verlässlichkeit unabhängig vom Herkunftsland eines Anbieters sicherzustellen. Im Fokus stehen verbindliche Standards für Governance, Entwicklung, Betrieb und Zusammenarbeit.
Fünf Prinzipien für einen vertrauenswürdigen Technologie-Stack
Kern der Initiative sind fünf Grundsätze, die definieren, was ein „vertrauenswürdiger“ Technologieanbieter leisten soll. Dazu gehören transparente Unternehmensführung und ethisches Handeln ebenso wie sichere Entwicklungsprozesse und die Möglichkeit unabhängiger Prüfungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Überwachung von Lieferketten und der Einhaltung globaler Sicherheitsstandards. Die Allianzmitglieder verpflichten sich, Sicherheits- und Qualitätsanforderungen auch vertraglich an ihre Zulieferer weiterzugeben. Ziel ist es, Risiken entlang komplexer Wertschöpfungsketten systematisch zu adressieren.
Zudem betont die Initiative die Bedeutung eines offenen und interoperablen digitalen Ökosystems. Kooperation über Ländergrenzen hinweg wird dabei als Voraussetzung für Resilienz verstanden. Die Allianz stellt sich damit gegen eine Fragmentierung technologischer Märkte in voneinander getrennte Systeme.
Schließlich verpflichten sich die Unternehmen zur Achtung geltender Rechtsrahmen und zum Schutz personenbezogener Daten. Damit greift die Initiative zentrale Anforderungen auf, die in vielen Regionen – etwa in Europa und Teilen Asiens – regulatorisch weiter verschärft wurden.
Hintergrund: Digitale Souveränität und geopolitische Spannungen
Die Gründung erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmend isolationistischen Technologiepolitik in einzelnen Staaten. Diskussionen über nationale Cloud-Infrastrukturen, lokale Datenspeicherung oder Exportkontrollen haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. In Europa wird der Begriff „digitale Souveränität“ dabei teils als industriepolitisches Instrument verstanden.
„Was bedeutet das Wort Souveränität? Wenn man es so bezeichnet, kann es tatsächlich zu einem Handelshemmnis werden“, sagte Ericsson-CEO Börje Ekholm gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gibt kein Land auf diesem Planeten, das allein vollständig souverän sein kann.“
Vertreter von Microsoft und Ericsson betonen, dass technologische Souveränität nicht zwangsläufig Abschottung bedeuten müsse. Nach ihrer Einschätzung könne kein Land sämtliche Elemente eines modernen Technologie-Stacks allein abdecken – von Netzwerktechnik über Chips bis hin zu KI-Modellen. Die Allianz soll daher als Plattform dienen, um internationale Zusammenarbeit auf Basis klar definierter Standards zu ermöglichen.
Die Mitglieder decken unterschiedliche Bereiche entlang der gesamten Elektronik-Wertschöpfungskette ab: Neben Cloud-Anbietern und KI-Unternehmen sind auch Netzwerkausrüster, Halbleiterhersteller und Softwarekonzerne vertreten. An der Trusted Tech Alliance beteiligen sich aktuell folgende Unternehmen: Anthropic, AWS (Amazon Web Services), Cassava Technologies, Cohere, Ericsson, Google Cloud, Hanwha, Jio Platforms, Microsoft, Nokia, Nscale, NTT, Rapidus, Saab und SAP..
Die Einhaltung der Prinzipien soll durch Selbstverpflichtung der Mitglieder erfolgen. Zusätzlich sind unabhängige Prüfmechanismen vorgesehen, um die Umsetzung nachvollziehbar zu machen. Details zu konkreten Zertifizierungsverfahren oder Sanktionsmechanismen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Für Unternehmen in der Elektronikbranche ist die Entwicklung insofern relevant, als Lieferketten, Sicherheitsanforderungen und Compliance-Vorgaben zunehmend international koordiniert werden. Standards, die in großen Allianzen definiert werden, können mittel- bis langfristig Einfluss auf Ausschreibungen, Partnerschaften und Investitionsentscheidungen haben.
Stand: 08.12.2025
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Die Trusted Tech Alliance versteht sich als offenes Bündnis und plant, weitere Unternehmen aufzunehmen. Ob und in welchem Umfang sich die Initiative als Referenzrahmen für internationale Technologiekooperation etabliert, wird maßgeblich davon abhängen, wie konkret und überprüfbar die formulierten Prinzipien in der Praxis umgesetzt werden.(sg)