Chinesisches Infrastrukturverbot Micron gibt Server-Speicher-Geschäft in China auf

Von Sebastian Gerstl 1 min Lesedauer

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Nach anhaltenden Handelsspannungen mit China beendet Micron sein Server-Chip-Geschäft im Land. Der US-Konzern zieht damit Konsequenzen aus dem Infrastrukturverbot, das die chinesische Regierung 2023 über den US-amerikanischen Speicherhersteller verhängt hatte.

Micron-Standort in Shanghai, China. 2023 hatte die chinesische Regierung ein Infrastrukturverbot ausgesprochen, dass dem US-amerikanischen Speicherhersteller den Zugang zum rapide wachsenden KI-Markt in China verbaut hatte. Nun zieht der Speicherhersteller die Konsequenzen und zieht sich offiziell aus dem chinesischen Servermarkt zurück.(Bild:  Micron)
Micron-Standort in Shanghai, China. 2023 hatte die chinesische Regierung ein Infrastrukturverbot ausgesprochen, dass dem US-amerikanischen Speicherhersteller den Zugang zum rapide wachsenden KI-Markt in China verbaut hatte. Nun zieht der Speicherhersteller die Konsequenzen und zieht sich offiziell aus dem chinesischen Servermarkt zurück.
(Bild: Micron)

Der US-Speicherchip-Hersteller Micron zieht sich aus dem chinesischen Servermarkt zurück. Wie Reuters berichtet, wird das Unternehmen keine DRAM- und NAND-Chips für Rechenzentren in China mehr liefern. Grund ist ein 2023 verhängtes Verbot chinesischer Behörden, das Micron-Produkte in kritischer Infrastruktur untersagt.

Bauernopfer im US-chinesischen Handelsstreit

Micron war das erste US-Halbleiterunternehmen, das in den chinesischen Gegenmaßnahmen auf die US-Sanktionen explizit benannt wurde. Die Einschätzung chinesischer Behörden, Micron-Produkte stellten ein Sicherheitsrisiko dar, machte das Geschäft mit Großkunden im Serverbereich faktisch unmöglich.

Bereits seit Mai 2023 war Micron auf einer sogenannten roten Liste, wodurch der Marktzugang in strategisch wichtigen Bereichen blockiert wurde. Während Wettbewerber wie Samsung, SK Hynix und lokale Anbieter davon profitierten, verlor Micron den Anschluss an den chinesischen Rechenzentrumsboom.

Automotive- und Smartphone-Geschäft sollen unberührt bleiben

Trotz des Rückzugs betont das Unternehmen, dass China ein wichtiger Markt bleibe. Die Belieferung chinesischer Kunden im Automotive- und Smartphone-Segment soll fortgesetzt werden. Auch Großkunden wie Lenovo, deren Rechenzentren außerhalb Chinas betrieben werden, erhalten weiterhin Micron-Chips.

Finanziell konnte Micron die Rückgänge im Chinageschäft durch wachsende Nachfrage in anderen Regionen kompensieren. Der weltweite Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 deutlich, während der Anteil aus China prozentual sank. Der globale AI-Boom trägt wesentlich zu dieser Entwicklung bei.

Langfristig setzt Micron auf Wachstumsmärkte in Asien, Europa und Lateinamerika. Analysten sehen in der Verlagerung einen strategischen Schritt, um sich unabhängiger vom geopolitisch angespannten Verhältnis zwischen den USA und China aufzustellen.(sg)

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