Restrukturierung Microchip baut bis zu 2.000 Stellen ab

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Auch bei Microchip plant man, etwa neun Prozent seiner bestehenden Stellen abzubauen. Das geht aus einem neun Punkte umfassenden Restrukturierungsplan des Unternehmens hervor. Bis zu 2.000 Arbeitsplätze wären davon betroffen.

Microchip plant, seine Werksschließung in Arizona vom September auf den Mai 2025 vorzuverlegen. Zusätzlich zu den davon betroffenen Stellen sollen an vier zusätzlichen Standorten insgesamt bis zu 1.500 weitere Arbeitsplätze im Zuge einer Restrukturierung entfallen.(Bild:  Microchip Technology)
Microchip plant, seine Werksschließung in Arizona vom September auf den Mai 2025 vorzuverlegen. Zusätzlich zu den davon betroffenen Stellen sollen an vier zusätzlichen Standorten insgesamt bis zu 1.500 weitere Arbeitsplätze im Zuge einer Restrukturierung entfallen.
(Bild: Microchip Technology)

Microchip Technology hat einen umfassenden Neun-Punkte-Restrukturierungsplan angekündigt, der bis zu 2.000 Arbeitsplätze kosten könnte. Trotz erster Anzeichen einer Markterholung plant das Unternehmen eine strategische Neuausrichtung, um effizienter auf zukünftige Herausforderungen zu reagieren.

Werksschließung wird vorverlegt, vier weitere Standorte direkt betroffen

Im Dezember 2024 hatte Microchip bereits angekündigt, die Produktionsstätte in Arizona zum September 2025 zu schließen. Allein auf diesen Schritt würde der Verlust von 500 Arbeitsplätzen sowie Kosteneinsparungen in Höhe von 90 Millionen US-Dollar pro Jahr entfallen. Die Schließung des Werks wurde nun auf Mai 2025 vorverlegt.

Ferner betroffen sind die Microchip-Fabs im britischen Gresham, die Standorte in Oregon und Colorado Springs sowie der Backend-Betrieb auf den Philippinen. Die Einsparungen durch die Kürzungen sollen sich gemäß des Restrukturierungsplans auf etwa 25 Millionen US-Dollar pro Jahr belaufen.

Zusammenfassung und Neuausrichtung der Geschäftsbereiche

Ein zentraler Bestandteil der Restrukturierung ist die Zusammenführung der Geschäftsbereiche für 8- und 32-Bit-Mikrocontroller sowie Entwicklungstools in eine einzige Geschäftseinheit. Ziel dieser Umbaumaßnahmen ist, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, eine einheitliche Mikrocontroller-Strategie zu verfolgen und eine neue Generation von KI-gestützten Entwicklungstools bereitzustellen.

Zusätzlich hat Microchip eine zentrale Geschäftseinheit für künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) geschaffen. Diese soll eine einheitliche Architektur und gemeinsame Entwicklungswerkzeuge für alle Geschäftsbereiche von Microchip vorantreiben – eine Maßnahme, die auf die Übernahme von Neuronix AI Labs im vergangenen Jahr zurückgeht.

Auch die Geschäftsbereiche für Power-over-Ethernet (PoE) und Ethernet-Konnektivität werden zusammengelegt. Gleichzeitig wird der 16-Bit-dsPIC-Mikrocontroller in die Abteilung für analoge Leistungselektronik integriert, um gezielt intelligente Hochleistungsmärkte zu adressieren.

Für Abfindungszahlungen und Umstrukturierungen werden Kosten zwischen 30 und 40 Millionen US-Dollar anfallen. Microchip hat zudem langfristige Lieferverträge mit Foundries aufgekündigt und geht davon aus, dass sich die Lagerbestände bis zur Jahresmitte wieder normalisieren werden. Für die Stornierung und Änderung der bestehenden Fertigungsaufträge wird Microchip voraussichtlich Kosten in Höhe von 45 Millionen US-Dollar einplanen müssen. Im Zusammenhang mit den geplanten Umbaumaßnahmen und Stellenkürzungen wurde auch der Antrag auf Unterstützung im Rahmen des US-amerikanischen CHIPS Act vorerst ausgesetzt.

Die drastischen Stelleneinsparungen in führenden Unternehmen der Halbleiterbranche setzt sich damit weiter fort. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass On Semiconductor plane, bis zu 2.400 Stellen einzusparen. Bei ST Microelectronics sollen bis zu 3.000 Arbeitsplätze entfallen. NXP plant ebenfalls, im Rahmen von Restrukturierungen Stellen „in nicht-kritischen Bereichen“ einzusparen. (sg)

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