6 Gigawatt GPU-Kapazität Meta und AMD vereinbaren Lieferung von KI-Chips im Wert von 60 Mrd. US-Dollar

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Meta will in den kommenden fünf Jahren KI-Chips von AMD im Wert von 60 Milliarden US-Dollar abnehmen. Die beiden Unternehmen vereinbarten die Lieferung von GPUs mit bis zu 6 GW TDP sowie eine Beteiligungsoption Metas an AMD.

Der Meta-Konzern hat für den Ausbau seiner KI-Kapazitäten einen über fünf Jahre währenden Vertrag über GPU- und CPU-Lieferungen geschlossen. Vereinbart ist die Lieferung von bis zu 6 Gigawatt an GPU-Rechenleistung in einem Gesamtwert von etwa 60 Mrs. US-Dollar.(Bild:   / CC0)
Der Meta-Konzern hat für den Ausbau seiner KI-Kapazitäten einen über fünf Jahre währenden Vertrag über GPU- und CPU-Lieferungen geschlossen. Vereinbart ist die Lieferung von bis zu 6 Gigawatt an GPU-Rechenleistung in einem Gesamtwert von etwa 60 Mrs. US-Dollar.
(Bild: / CC0)

Der US-Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) und der Facebook-Konzern Meta Platforms haben eine mehrjährige Vereinbarung zum Ausbau von KI-Rechenkapazitäten geschlossen. Meta will in den kommenden fünf Jahren Grafikprozessoren (GPUs) im Umfang von bis zu 6 GW beziehen. Das Auftragsvolumen liegt nach Angaben beider Unternehmen bei rund 60 Milliarden US-Dollar.

Die erste Ausbaustufe umfasst 1 GW und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Zum Einsatz kommt eine angepasste Version von AMDs kommender MI450-Architektur. Die Chips werden für Metas Anwendungen im Bereich KI-Inferenz optimiert, also für die Ausführung trainierter Modelle im laufenden Betrieb.

Beteiligungsoption über 160 Millionen AMD-Aktien

Teil der Vereinbarung ist eine Optionszusage über bis zu 160 Millionen AMD-Aktien. Die Tranchen werden schrittweise fällig, abhängig von Liefermengen, technischen Meilensteinen und der Kursentwicklung der Aktie. Bei vollständiger Ausübung entspräche dies einem Anteil von rund zehn Prozent, die Meta auf diesem Weg an AMD gewinnen könnte.

Ein ähnliches Modell hatte AMD bereits mit OpenAI vereinbart. Solche Beteiligungsstrukturen werden in der Branche zunehmend genutzt, um Lieferzusagen und langfristige Abnahmegarantien abzusichern.

AMD-Chefin Lisa Su bezeichnete die Vereinbarung als mehrjährige Partnerschaft über mehrere Chip-Generationen hinweg. Meta werde zudem zu den ersten Kunden der sechsten Generation der EPYC-Prozessoren gehören, die unter dem Codenamen „Venice“ entwickelt werden.

Ausbau der Rechenzentren

Neben GPUs plant Meta auch den Kauf angepasster CPUs von AMD. Diese sollen speziell auf die Anforderungen der eigenen Rechenzentren zugeschnitten sein und ein günstiges Verhältnis von Leistung zu Energieverbrauch erreichen.

Meta erhöht seit Jahren seine Investitionen in Rechenzentren deutlich. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr lagen die Ausgaben bei rund 72 Milliarden US-Dollar. Ein neues Rechenzentrum im US-Bundesstaat Indiana ist mit rund 10 Milliarden US-Dollar veranschlagt, ein weiteres in Louisiana mit etwa 27 Milliarden US-Dollar.

Der Ausbau steht im Zusammenhang mit dem wachsenden Bedarf an Infrastruktur für Training und Betrieb großer KI-Modelle. Branchenweit wird für das laufende Jahr mit Investitionen von mehr als 600 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und KI-Chips gerechnet.

Mehrere Lieferanten eingeplant

Trotz der Vereinbarung mit AMD setzt Meta weiterhin auf mehrere Chipanbieter. Das Unternehmen hat parallel einen umfangreichen Liefervertrag mit Nvidia geschlossen und bezieht dort GPUs in Milliardenhöhe. Zudem arbeitet Meta zusammen mit ARM an eigenen Chips und führt Gespräche mit weiteren Anbietern.

Metas Infrastrukturchef Santosh Janardhan betonte, dass bei der Größenordnung der geplanten Rechenzentren unterschiedliche Technologien benötigt würden. Kein einzelner Chip könne sämtliche Arbeitslasten effizient abdecken.

Für AMD ist es nach der Vereinbarung mit OpenAI der zweite Großauftrag dieser Art. Auch hier war die Lieferung von bis zu 6 GW an GPU-Kapazität über mehrere Jahre und Prozessor-Generationen hinweg vereinbart worden. Das Unternehmen baut damit seine Position im Markt für KI-Beschleuniger aus, der bislang stark von Nvidia dominiert wird.

Beobachter verweisen darauf, dass große Technologieunternehmen ihre Lieferketten breiter aufstellen, um Engpässe zu vermeiden und ihre Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu reduzieren. Zugleich stehen die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur angesichts möglicher Überkapazitäten im Fokus von Investoren.

Die Partnerschaft zwischen AMD und Meta ist auf mehrere Chip-Generationen angelegt. Die Auslieferungen sollen sich bis zum Erreichen der vereinbarten 6 GW schrittweise erhöhen. Wie schnell dieser Ausbau erfolgt, hängt von der Nachfrage nach KI-Diensten und vom Fortschritt beim Bau der Rechenzentren ab.(sg)

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