Kleine, energieeffiziente FPGAs gelten als Schlüssel für viele moderne Systeme – von KI bis IoT. Esam Elashmawi, Chief Strategy and Marketing Officer bei Lattice Semiconductor, erklärt, wie Entwickler davon profitieren und warum sich der Blick auf FPGAs lohnt.
Ob Edge-KI, Automotive oder Industrielles IoT: In vielen Technologietrends spielen High- wie Low-Range-FPGAs bereits eine entscheidende Rolle, ohne dass Endanwende viel davon mitbekommen. Mehr Noch: Die programmierbaren Bausteine erleichtern es, Systeme, die bereits ausgeliefert sind, weiter fit für kommende Technologien zuhalten.
(Bild: Stefan Stark / VCG)
In einer sich schnell entwickelnden Technologielandschaft versprechen Field Programmable Gate Arrays (FPGAs) bedeutende Vorteile, lassen sich diese doch flexibel an neue technologische Bedingungen anpassen, selbst wenn sie bereits in einem Endprodukt im Einsatz sind. Doch es muss nicht immer das High-End der Entwicklung sein. Im Interview bespricht Esam Elashmawi, warum auch Low- oder Mid-Range-FPGAs eine entscheidende Rolle bei modernen Technologietrends wie KI, Industrial IoT oder dem Automotive-Markt spielen.
Esam Elashmawi, Chief Strategy and Marketing Officer bei Lattice Semiconductor: „Wenn sich Anforderungen ändern, ändern sich unsere FPGAs mit – ohne neue Hardware.“
(Bild: Lattice Semiconductor)
Esam Elashmawi begann seine Laufbahn in den 1980er-Jahren bei Actel – einem der ersten Anbieter für FPGA-Bausteine – und war ab 2010 als Senior Vice President und General Manager bei Microsemi. Seit 2018 ist er Chief Strategy und Marketing Officer bei Lattice Semiconductor, und blickt somit auf eine lange, ununterbrochene Laufbahn im FPGA-Markt zurück.
Herr Elashmawi, wie lange sind Sie schon in der FPGA-Industrie tätig?
Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, aber es sind über 35 Jahre – wahrscheinlich sogar 40. Ich hatte das Glück, die Entwicklung von Anfang an mitzuerleben, von den ersten, noch sehr einfachen Bausteinen bis zu den heutigen Hochleistungs-FPGAs in allen Größen.
Lattice konzentriert sich auf kleine, Low-Power-FPGAs. Wo liegen die Unterschiede zu High-End- Anbietern?
Der Begriff „low-end“ ist dabei irreführend – wir sprechen lieber von „small-end“. Unsere FPGAs sind hochkomplex, aber eben optimiert für geringe Leistungsaufnahme, kompakte Bauform und gezielte Anwendungen. Die großen Anbieter adressieren Hochleistungsbereiche wie Rechenzentren oder 5G. Unser Fokus liegt auf Embedded-Anwendungen – und das mit eigener Architektur, die gezielt auf Effizienz und Integration ausgelegt ist.
Kleine FPGAs, große Bühne
Welche Bedeutung haben Small- oder Mid-Range-FPGAs für Entwickler heute?
Eine sehr große. Der weitaus größte Teil der FPGA-Nutzer bewegt sich im kleinen bis mittleren Leistungsbereich. Hier geht es um Masse, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz. Entwickler suchen heute Lösungen, die wenig Strom verbrauchen, wenig Platz benötigen – aber gleichzeitig genügend Performance und Flexibilität bieten.
Welche Rolle spielen solche FPGAs bei Trends wie KI, Industrial IoT oder im Automotive-Bereich?
Eine zentrale. Gerade bei Edge-AI braucht man Lösungen, die kompakt und energieeffizient sind. Unsere FPGAs laufen mit wenigen Milliwatt – ideal für smarte Sensorik, HMI oder KI-Tasks am Rand des Netzwerks. In der Industrie oder im Auto geht es zunehmend um Zentralisierung, Sicherheit, vorausschauende Wartung – all das lässt sich mit kleinen FPGAs realisieren, ohne gleich einen ganzen SoC aufzubringen.
Wie können FPGAs zu Innovationen beitragen? Warum nicht direkt ein ASIC fertigen lassen?
Das werde ich oft gefragt. Der Vorteil eines FPGAs ist seine Flexibilität – gerade in dynamischen Märkten wie KI. Sie können Ihre Lösung jederzeit aktualisieren, neue Modelle einspielen, neue Funktionen hinzufügen. Ein ASIC ist bei der Auslieferung fix – jede Anpassung ist teuer. FPGAs machen Produkte zukunftssicher – sie sind „field upgradable“, wie man sagt.
Event-Tipp: FPGA Conference Europe
Guidance to Accelerate your Programmable Solution
Einsatzgebiete für programmierbare Logikschaltung sind so vielfältig wie die verfügbaren Lösungen, mit denen sie sich entwickeln lassen. Ob FPGA, GPU oder Adaptive-Computing-SoC: Jede Technologie hat ihre Berechtigung – ist aber auch erklärungsbedürftig.
Die FPGA Conference Europe - als europaweit wichtigste Plattform für hersteller- und technologieunabhängigen und applikationsübergreifenden Austausch zwischen Experten und Entwicklern - gibt Embedded-Entwicklern Orientierung und praktische Hilfestellungen.
Haben Sie konkrete Beispiele für diese Zukunftssicherheit?
Ja, etwa in Laptops von Dell, wo unsere FPGAs direkt an der Kamera sitzen und per KI-Anwendung erkennen, ob ein Benutzer anwesend ist, wohin er blickt, wie seine Haltung ist. Dieselbe Hardware kann per Update neue Features bekommen – etwa Eye-Tracking oder Authentifizierung. Und das mit minimalem Stromverbrauch. Denken Sie das weiter in der Industrie oder in autonomen Systemen: dieselbe Plattform, viele Funktionen, updatefähig.
Welche Rolle spielen FPGAs beim Thema Sicherheit – z. B. im Kontext von NIS2 oder dem Cyber Resilience Act?
Eine entscheidende. FPGAs sind prädestiniert für Security-by-Design – etwa als Root of Trust, für Secure Boot oder Post-Quantum-Kryptografie. Gerade in Servern oder kritischen Infrastrukturen setzen viele OEMs auf Lattice, weil wir dort marktführend sind. Unsere Geräte ermöglichen „Crypto Agility“ – das heißt, Sicherheitsmechanismen lassen sich im Feld aktualisieren, wenn sich Standards oder Bedrohungslagen ändern.
FPGAs gelten oft als schwierig in der Entwicklung. Gilt das noch heute?
Die Lernkurve war früher steil, das stimmt. Aber heute bieten wir eine starke Toolchain, Software-Stacks und ein wachsendes Partner-Ökosystem. Außerdem haben wir mit „Lattice Insights“ eine Schulungsplattform, auf der man als Entwickler von den Grundlagen bis zum komplexen Timing Closure alles lernen kann – Schritt für Schritt.
Welche Tipps haben Sie für Entwickler, die über ein neues FPGA-System nachdenken?
Mein wichtigster Rat: schauen Sie sich an, welche Anforderungen Ihre Applikation wirklich hat – Stromverbrauch, Flexibilität, Platzbedarf. Wenn Ihre Anforderungen sich entwickeln oder ändern könnten, ist ein FPGA die richtige Wahl. Starten Sie mit einer unserer Lösungskomponenten, nutzen Sie unsere Tools und Partner – und lassen Sie sich nicht von alten Vorurteilen abschrecken. Es war nie einfacher, mit FPGAs zu arbeiten als heute.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.