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Wettrennen um das beste Low-Power-Netzwerk für IoT
Auch auf der Anwendungsebene versuchen sich einige Konsortien daran, intelligente Low-Power-Netzwerke für das IoT zu entwickeln. Weightless ist ein offener Standard, der mehrere Bänder einschließlich des unlizenzierten Sub-GHz-Bands nutzt, um eine Low-Power-Implementierung bereitzustellen. Aktuell testet Weightless in Milton Keynes IoT-Anwendungen mit einem von Neul in Cambridge hergestellten Siliziumchip.
Eine weitere konkurrierende Gruppe ist das Open Interconnect Consortium, das ebenfalls die Bereitstellung eines Low-Power-Protokolls für das IoT anstrebt, wobei es sich vorerst auf den Bereich der Haustechnik konzentrieren möchte. Zu dieser Gruppe gehören Atmel, Broadcom, Dell, Intel und dessen Tochterunternehmen Wind River sowie Samsung, das darüber hinaus noch zur Thread Group gehört.
Ziel von OIC ist die Entwicklung eines gemeinsamen, auf Industriestandards basierenden Kommunikationsframeworks zur Vernetzung und Verwaltung von IoT-Geräten. Dabei soll der Open-Source-Layer von Formfaktor, Betriebssystem oder Serviceanbieter unabhängig bleiben.
Die Mitglieder tragen durch Bereitstellung von Software- und Entwicklungsressourcen dazu bei, eine Protokollspezifikation, eine Open-Source-Implementierung und ein Zertifizierungsprogramm zu erstellen, um die Entwicklung des IoT zu beschleunigen. Ein kleiner Unterschied zu den übrigen Initiativen besteht darin, dass hier die Abdeckung einer Reihe bestehender und neuer drahtloser Standards sowie die Kompatibilität mit verschiedenen Betriebssystemen angestrebt wird und nicht die bloße Entwicklung einer Funktechnologie.
OIC steht in direkter Konkurrenz zur AllSeen Alliance, hinter der Chip-Gigant Qualcomm, Microsoft und der Netzwerk-Gigant Cisco stehen. Im Zentrum dieser Allianz, der mittlerweile 50 Unternehmen – darunter Sharp, D-Link und Wilocity – angehören, steht die von Qualcomm entwickelte Open-Source-Technologie AllJoyn. Ziel von AllJoyn ist es, dass die wichtigsten Bausteine und Services für die Erkennung neuer Geräte sowie für deren Verbindungsmöglichkeiten und Sicherheitsfunktionen sowohl in drahtlosen als auch in drahtgebundenen Netzwerken verwendet werden können, um die Geräte miteinander zu vernetzen.
Der Ansatz soll auf höherer Ebene standardisiert werden, um die Interaktion von Geräten mit unterschiedlichen Technologien zu ermöglichen. Der Fokus liegt daher auf Servicelevel-Erkennung, Möglichkeiten der Übertragung von Gerätedaten, Remoteprozeduraufrufen, Meldungsverarbeitung und der gemeinsamen Nutzung von Schnittstellen – verbunden mit der Fähigkeit, auf dynamische Ad-hoc-Änderungen des Netzwerks zu reagieren.
AllSeen befindet sich gegenüber anderen Konsortien wie OIC und Thread möglicherweise leicht im Vorteil – aufgrund der größeren Anzahl von Mitgliedern und einem Softwareentwicklungs-Kit, das es Anwendungsentwicklern und Endkunden erlaubt, mit der Technologie zu arbeiten. Für viele Kunden kann der Entwicklungsaufwand, der für die Zusammenführung unterschiedlicher Technologien in einer Low-Power-Implementierung erforderlich ist, jedoch eine große Herausforderung darstellen. Hinzu kommt, dass der Fokus fast ausschließlich auf den USA liegt.
Niedriger Energieverbrauch ist die treibenden Kraft hinter der Entwicklung von Technologien für das Internet der Dinge. Die Abwägung zwischen Datenrate, Paketkomplexität und dem Arbeitszyklus in drahtlosen Netzwerken, um den Energieverbrauch zu senken und die Batterielebensdauer zu verlängern, führt zu einer Aufspaltung in verschiedene Protokolle und Standards, hinter denen wiederum eine Reihe unterschiedlicher Konsortien stehen. Die verschiedenen Anwendungen – insbesondere im Bereich der intelligenten Haustechnik – und die Kooperation der Hersteller werden nun darüber entscheiden, welche Protokolle sich durchsetzen und eine kosteneffektive Lösung darstellen.
* Josh Mickolio ist Produktmanager im Bereich Halbleiter bei Digi-Key
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