Elektromobilität Die Preise für Lithium bleiben stabil

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen ist nicht mehr so dynamisch wie in den Vorjahren. Doch die Lithium-Firmen merken davon nichts. Das Wachstum von batteriefähigem Material soll bis 2027 bei 13 Prozent pro Jahr liegen.

Elektromobilität: Die Preise für Lithium bleiben stabil.(Bild:  Elektromobilität: Ladestecker im BMW i8 Coupe /Marco Verch / CC BY 2.0)
Elektromobilität: Die Preise für Lithium bleiben stabil.

Das erste Halbjahr war ein Desaster für den Lithium-Markt. Trotz einer starken Nachfrage aus der Batterieindustrie fielen die Lithium-Preise deutlich. Die Analysten von Liberum sehen nun aber den Boden erreicht. Mit dem aktuellen Preisniveau könnten die Lithium-Produzenten gut leben. Die Preise für Lithium haben von November 2022 bis heute um etwa 70 Prozent nachgegeben. Trotzdem ist der Markt für Lithium weltweit hart umkämpft.

Viele Übernahmen auf dem Lithium-Markt werden von chinesischen Anbietern getätigt. Angesichts des aggressiven Vorgehens fordert der Kieler Wirtschaftsprofessor Tobias Heidland eine stärkere Diversifizierung der deutschen Industrie. „Die Abhängigkeit von China beim Lithium ist ein großes Risiko für deutsche Unternehmen“, sagt der Direktor des Forschungszentrums Internationale Entwicklung am Wirtschaftsforschungsinstitut IfW. „Sollte es zu größeren Spannungen kommen, könnten sie den Zugang zu entscheidenden Zwischenprodukten verlieren.“

Keine Spur von weniger Nachfrage nach Lithium

Hinzu kommen immer wieder Nachrichten, dass die Nachfrage nach Elektroautos nicht mehr ganz so dynamisch wächst wie in den Vorjahren. Doch bei den Lithium-Firmen merkt man nichts von dieser angeblichen Nachfrageschwäche. Im Gegenteil: Stattdessen setzen die Branchenführer Albemarle und SQM derzeit milliardenschwere Übernahmen um, um sich einen größeren Teil des Marktes in der Zukunft zu sichern. Und auch die Prognosen passen: So sollen dieses Jahr laut S&P Global rund 14 Mio. Elektroautos neu zugelassen werden. Bis 2030 soll der jährliche Output auf mehr als 30 Mio. elektrischen betriebene Fahrzeuge steigen.

Dieses Jahr erwartet Liberum, dass global etwa 791.000 Tonnen an batteriefähigem Material gefördert werden. Das Wachstum bis 2027 werde bei 13 Prozent pro Jahr liegen und somit unter dem Wert der vergangenen sieben Jahre (2015 bis 2022: 24 Prozent). 2027 dürften die Minen dann kumuliert rund 1,3 Mio. Tonnen an Lithium bereitstellen.

Namibia stoppt chinesische Ausfuhr von Lithium

In einem Reuters vorliegenden Schreiben vom 19. Oktober wies die namibische Bergbaukommissarin Isabella Chirchir den Polizeichef des Landes an, alle Lastwagen zu stoppen, die rohes Lithiumerz aus der Kohero-Mine etwa 250 km nordwestlich von Windhoek transportieren. Die Mine gehört dem chinesischen Unternehmen Xinfeng Investments. Die Regierung wirft dem chinesischen Bergbauunternehmen vor, Exportauflagen zu verletzen. „Es ist ihnen nicht erlaubt, Material aus ihrer Mine an einen Ort innerhalb oder außerhalb Namibias zu bringen“, schreibt Chirchir.

Die Regierung von Ghana hat die erste Lithium-Mine des Landes genehmigt. Die Mine in Ewoyaa an der Südküste soll von einer Tochterfirma der australischen Atlantic Lithium Limited betrieben werden.

(mit Material von Reuters und dpa)

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