Entwicklung in der Batterie-Zelltechnologie LFP-Batterie-Ladegeschwindigkeit: Von 20% auf 80% in 6 Minuten

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Der Batteriehersteller und -entwickler Desten hat eine superschnell ladende Lithium-Eisenphosphat-Zelle vorgestellt, die innerhalb von sechs Minuten von 20 auf 80 Prozent laden soll. Gepriesen werden vom Hersteller die Temperaturstabilität und die Kosteneffektivität der LFP-Zelle.

Die neue Batteriezelle von Desten soll innerhalb von sechs Minuten von 20 auf 80 Prozent SOC laden.(Bild:  Desten Inc.)
Die neue Batteriezelle von Desten soll innerhalb von sechs Minuten von 20 auf 80 Prozent SOC laden.
(Bild: Desten Inc.)

Lithium-Ionen-Akkus in unterschiedlichsten Ausführungen sind heutzutage weit verbreitet; sie unterscheiden sich in Größe und Form, aber auch bei der chemischen Zusammensetzung und bei den Spannungsbereichen. Zwischen 1990 und 2010 waren es wohl Lithium-Cobaltoxid-Akkumulatoren, die am meisten genutzt und verbaut wurden, inzwischen wurden diese von Nickel-Mangan-Cobalt-Akkus (NMC) abgelöst.

Wenn es unter anderem nach den Leuten des Batterieherstellers und -entwicklers Desten aus Palo Alto in Kalifornien geht, dann gehört die Zukunft auch Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Zu den Vorteilen von LFP-Batterien gehören Eigenschaften wie eine lange Lebensdauer (vor allem für Anwendungen mit hohen Zyklen), eine gute thermische Stabilität, was den Akku sicherer macht, sowie eine geringe Selbstentladungsrate. Auf der Negativseite wiederum bieten LFP-Akkus eine geringere Nennspannung von 3,2 V und können wegen einer geringeren Energiedichte als in vergleichbaren Lithium-Ionen-Akkus weniger Energie pro Gewichtseinheit speichern. Das bedeutet, dass LFP-Batterien durchaus größer und schwerer ausfallen können, als andere Li-Ionen-Akkus, deren Nennspannung meist bei 3,7 V liegt.

Traditionelle LFP-Batterien, diese Technik wird schließlich seit den 2010er-Jahren erforscht und verfeinert, litten zudem unter einer begrenzten Schnellladefähigkeit. Dass das nicht so sein muss, zeigen unter anderem die Ingenieure von Desten.

Eine superschnell ladende 6C-LFP-Zelle

Mit ihrer schnell ladenden LFP-Zelle wollen die Entwickler von Desten eigenen Worten zufolge nicht viel weniger, als Transport und Energiespeicheranwendungen zu revolutionieren. Bader Al-Rezaihan, CEO und Vorsitzender von Desten Inc. dazu: „Indem Desten ultraschnelles Laden durch kostengünstige Materialformate auf Eisenphosphatbasis ermöglicht, werden wesentliche Hürden für die Akzeptanz durch EV-Fahrer beseitigt und den Netzen die erforderliche Leistungsfähigkeit geboten, um sich mit Zuversicht von schnell ansteigenden fossilen Energieerzeugungsquellen zu verabschieden.“

Die am 17. November 2023 vorgestellte LFP-Zelle im Pouch-Format verfügt über die Fähigkeit, innerhalb von sechs Minuten vom Ladezustand (State of Charge, SOC) von 20 Prozent auf 80 Prozent geladen werden zu können. Das verkürzt unter anderem die Ladezeiten für Elektrofahrzeuge. Diese ultraschnelle Ladefähigkeit ist das Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungskompetenzen von Desten, denn die Expertise der Entwickler basiert unter anderem auf ihrer vorherigen Entwicklung von ultraschnell ladenden NMC-Zellen.

Bei Desten geht’s nun so weiter: Die Zusammenarbeit mit Partnern in Nordamerika, Europa und Asien wird intensiviert, um die LFP-Fortschritte in neuen Elektrofahrzeug- (EV) und Batteriespeichersystem-(BESS)Plattformen zu integrieren. Die ersten Muster wurden bereits den OEM-Partnern zur Verfügung gestellt. (sb)

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