Automobilzulieferer Leoni verkauft Autokabel-Sparte

Von Kristin Rinortner

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Leoni verkauft einen weiteren Teil seines Kabelgeschäfts: Der Kabel- und Bordnetzspezialist aus Nürnberg gab am Montag den Verkauf seiner Business Group Automotive Cable Solutions an den thailändischen Kabelspezialisten Stark Corporation bekannt.

Verkauf der Kabelsparte: Die Leoni AG trennt sich vom Bereich in Roth, im dem Standard-, Spezial- und Ladekabel für Autos gebündelt sind.(Bild:  Leoni AG)
Verkauf der Kabelsparte: Die Leoni AG trennt sich vom Bereich in Roth, im dem Standard-, Spezial- und Ladekabel für Autos gebündelt sind.
(Bild: Leoni AG)

Die am 23. Mai 2022 unterzeichnete Verkaufsabsicht soll mehr als 400 Millionen Euro in die Kassen des fränkischen Zulieferers spülen. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Leoni von seinem Geschäft mit Industriekabeln und Fiber-Optiken getrennt. Der Schritt dürfte ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der nachhaltigen finanziellen Stabilisierung des Unternehmens sein.

„Mit der Entscheidung stärken wir unsere Bilanz, unterstützen die laufenden Refinanzierungsgespräche und treiben unsere bekannte strategische Fokussierung auf das Geschäft mit Bordnetzsystemen weiter voran“, sagt Leoni-Vorstandschef Aldo Kamper. Das verkaufte Geschäftsfeld habe im vergangenen Jahr mit 1,3 Milliarden Euro zum Leoni-Umsatz beigetragen, so Kamper. Der Unternehmenswert wird auf 560 Millionen Euro taxiert.

Die Nürnberger waren nach Problemen in der Branche vor einigen Jahren in Schieflage geraten und hatte während der Corona-Pandemie staatlich gestützte Kredite in Anspruch nehmen müssen. Im Zuge dessen hatte sich Leoni von mehreren Firmenteilen wie Fiber Optics und Industriekabel getrennt. Strategisches Ziel ist es seit Anfang 2021, sich auf das Kerngeschäft mit automobilen Bordnetzsystemen zu konzentrieren.

Zu den aktuellen Problemen kamen mit dem Ukraine-Krieg Produktionsausfälle an zwei Standorten in der Ukraine und das aufgrund der Sanktionen zusammengebrochene Russland-Geschäft dazu.

Die zu den Marktführern zählende Business Group Automotive Cable Solutions (BG AM) stellt Standard-, Spezial- und Ladekabeln für Autos her. Die Division sei global sehr gut und profitabel aufgestellt, hieß es aus Unternehmenskreisen.

Als langjähriger Zulieferer der internationalen Automobilindustrie verfügt die Gruppe über ein weltweites Produktionsnetzwerk mit zehn Standorten in sieben Ländern und rund 3.300 Mitarbeitern.

Leoni beschäftigt rund 100 000 Menschen und erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro. Erst am Sonntagabend hatte das Unternehmen mitgeteilt, mit seinen Gläubigern nach Wegen zur Beschaffung von etwa 50 Millionen Euro zu suchen. Es werde die Ausgabe neuer Aktien oder einer Wandelschuldverschreibung geprüft, um die erhoffte Summe zu erlösen.

Stark Corporation: Führender Draht- und Kabelanbieter Südostasiens

Die in Bangkok beheimatete STARK Corporation gehört branchenübergreifend zu den führenden Draht- und Kabelanbietern Südostasiens, deren Wurzeln bis ins Jahr 1968 reichen. Chanin Yensudchai, Chairman von STARK Corporation: „Portfolio, Märkte und technologisches Know-how der BG AM ergänzen sich ideal mit unseren Stärken. Gemeinsam sind wir optimal aufgestellt, um eine starke Rolle im internationalen Automobil-Kabelgeschäft zu spielen und das Geschäft weltweit weiterzuentwickeln.“

„Wir kennen STARK Corporation als sehr renommierten Anbieter von Kabelprodukten – und das hat sich auch in den sehr konstruktiven, von gegenseitigem Respekt und Anerkennung geprägten Gesprächen mit der Führung von STARK Corporation bestätigt“, erklärt Kamper.

Investor Stark mit klarem Bekenntnis zu Standort

Die BG AM hat innerhalb der Leoni AG eine prägende Historie. Eine hohe Priorität bei der Auswahl des Investors hatte es daher, dass der neue Eigentümer die Produkte und Services strategisch weiterentwickeln will und kann und ein klares Bekenntnis zu den Mitarbeitenden gibt, so Kamper weiter.

„Ich bin zuversichtlich, dass für die BG AM mit STARK Corporation das nächste Erfolgskapitel ihrer Geschichte beginnt“, führt Kamper weiter aus. „Und ich bin überzeugt, dass wir zukünftig weiter intensiv zusammenarbeiten werden – denn natürlich nutzen wir für unsere Bordnetzsysteme nur Kabel in Top-Qualität.“

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