Digitalisierung der Medizin Künstliche Intelligenz verändert das deutsche Gesundheitswesen

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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In der Medizin kommt künstliche Intelligenz vor allem bei der Analyse bildgebender Verfahren zum Einsatz. Neben KI sind es Robotik, Telemedizin und die elektronische Patientenakte, die bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen helfen. Eine aktuelle Bitkom-Studie gibt Einblicke in das deutsche Gesundheitswesen.

Künstliche Intelligenz, Robotik und Telemedizin: Sie alle verändern das deutsche Gesundheitswesen. Die Ergebnisse einer aktuellen Bitkom-Umfrage im Detail.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Künstliche Intelligenz, Robotik und Telemedizin: Sie alle verändern das deutsche Gesundheitswesen. Die Ergebnisse einer aktuellen Bitkom-Umfrage im Detail.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Künstliche Intelligenz (KI) nimmt eine immer bedeutendere Rolle im deutschen Gesundheitswesen ein und wird mittlerweile in zahlreichen Praxen und Kliniken angewandt. Eine aktuelle Umfrage von Bitkom und dem Hartmannbund zeigt, dass 12 % der Ärzte in Praxen KI zur Unterstützung bei Diagnosen einsetzen. Darüber hinaus optimieren bereits 8 % mit KI die Praxisverwaltung. Insgesamt sind es 15 %, die KI in mindestens einem Bereich integrieren. Das sind absolut jede siebte Praxis in Deutschland.

Schneller Aufstieg von KI in Kliniken

Insgesamt geben 15 % an, dass KI in mindestens einem dieser Fälle genutzt wird – das entspricht fast jeder siebten Praxis. In Krankenhäusern hat sich der KI-Einsatz seit 2022 sogar verdoppelt.(Bild:  Bitkom)
Insgesamt geben 15 % an, dass KI in mindestens einem dieser Fälle genutzt wird – das entspricht fast jeder siebten Praxis. In Krankenhäusern hat sich der KI-Einsatz seit 2022 sogar verdoppelt.
(Bild: Bitkom)

In Krankenhäusern hat sich der Einsatz von KI seit 2022 verdoppelt. 18 % der klinisch tätigen Ärzte verwenden KI, besonders bei der Analyse bildgebender Verfahren. Diese Entwicklung unterstreicht die zunehmende Akzeptanz und den technologischen Fortschritt im medizinischen Bereich.

In deutschen Kliniken sind digitale Technologien mittlerweile weit verbreitet und erleichtern den medizinischen Alltag in vielerlei Hinsicht. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz von Robotik: Bei 26 % der Kliniken unterstützen Roboter medizinisches Personal bei Operationen und Eingriffen. Virtual Reality (VR) gewinnt ebenfalls an Bedeutung, insbesondere für Trainingszwecke oder bei bestimmten operativen Eingriffen. Obwohl derzeit nur 11 % der Klinikärzte VR nutzen, halten es mehr als die Hälfte (54 %) für sinnvoll, diese Technologie zukünftig in ihrer Klinik einzuführen.

Telemedizin unterstützt Ärzte

Telemedizinische Anwendungen kommen ebenfalls zum Einsatz, wenn auch nicht flächendeckend. Etwa 28 % der Kliniken nutzen Beratungsangebote via Telemedizin, bei denen andere Ärzte konsultiert werden. Bei 3 % werden Experten per Video zu Untersuchungen und Operationen hinzugeschaltet. Für Patienten bieten Kliniken zudem moderne Angebote wie Remote-Monitoring zur Gesundheitsüberwachung (10 %), Video-Sprechstunden (8 %) oder die Analyse von Vitaldaten aus Gesundheits-Apps und Fitness-Trackern (4 %).

Auch in der Verwaltungsarbeit setzen Kliniken zunehmend auf digitale Technologien: Rund 21 % der Kliniken nutzen Tablet-gestützte Systeme für die Patientenaufnahme und Online-Plattformen für das Patientenmanagement, während 20 % digitale Aufklärungsbögen einsetzen.

Die überwiegende Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte bewertet KI als große Chance für die Medizin. 67 Prozent plädieren für eine stärkere Förderung von KI-Anwendungen, während gleichzeitig 76 % eine strikte Regulierung fordern, um deren verantwortungsvollen Einsatz sicherzustellen. Der AI Act der EU wird als bedeutender Rahmen angesehen, der eine praxisnahe Implementierung ermöglichen soll, um den Nutzen voll auszuschöpfen.

Elektronische Patientenakte (ePA) auf dem Vormarsch

Die elektronische Patientenakte (ePA) wird von Seiten der Ärzte als Verbesserung der Versorgungsqualität angesehen.(Bild:  Bitkom)
Die elektronische Patientenakte (ePA) wird von Seiten der Ärzte als Verbesserung der Versorgungsqualität angesehen.
(Bild: Bitkom)

Die ePA stößt auf Offenheit unter den Medizinerinnen: 68 % befürworten ihre Einführung, jedoch fehlt es oft an ausreichender Vorbereitung für den Praxiseinsatz. Trotz technischer Herausforderungen sehen viele Ärzte die ePA als wichtigen Fortschritt zur Verbesserung der Versorgungsqualität und zur Vermeidung von Doppeluntersuchungen.

Obwohl digitale Lösungen wie Robotik, VR und Telemedizin zunehmend in Kliniken und Praxen implementiert werden, stoßen sie auch auf strukturelle und technische Hürden. Vor allem die Komplexität des Gesundheitssystems und Datenschutzvorgaben werden als Haupthindernisse wahrgenommen.

Forderungen an die Politik

Angesichts der neuen Bundesregierung erwarten Ärztinnen und Ärzte stärkeren Einsatz für die Digitalisierung, vor allem bei der Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte und der Nutzung von Gesundheitsdaten. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung können helfen, den demografischen Veränderungen und dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen zu begegnen und die Prävention zu verbessern. (heh)

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