Meilensteine der Elektronik

Konzepte für morgen – schon heute entwickelt

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Welche allgemeinen technischen Trends sehen Sie in der Industrie?

Die grundlegende Technik verändert sich in der Industrie sehr langsam. Die Wirkprinzipien sind im Wesentlichen die gleichen wie vor 100 Jahren.

Was sich schneller ändert, ist die Informationstechnologie. Hier werden Dinge oft vermischt. Nur weil eine Heizung oder eine Waschmaschine über ein Display bedient werden kann und nicht mehr über einen Drehschalter, weil Computer Prozesse überwachen und regeln und viele Bedienfunktionen übernehmen, bleibt dennoch der funktionale Kern erhalten. Das liegt auch im Preis begründet. Hardware ist teuer. Datenübertragung und Verarbeitung werden laufend günstiger. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Kommunikation und Software – diese zwei „Säulen“ werden die dominierende Rolle spielen.

Welche besonderen technologischen Herausforderungen sehen Sie im Bereich der Relais?

Die grundlegenden physikalischen Prinzipien des Schaltvorgangs zu verstehen und anzuwenden, ist bei jeder neuen Generation von Relais eine Herausforderung: Nehmen wir zum Beispiel Elektrofahrzeuge. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, gilt es, die Batterie im Fehlerfall vom Fahrzeug zu trennen. Die Batterieleistung und auch die Betriebsspannungen steigen von Jahr zu Jahr. Die Schaltgeräte müssen den laufenden Veränderungen angepasst werden, um die hohen Gleichstromlasten zu trennen. Hierzu muss man das Plasma im Lichtbogen verstehen und beherrschen. Dies ist heute ein zentrales Thema in der Forschung und Entwicklung, was auf internationalen Konferenzen einen breiten Raum einnimmt. Für die Optimierung der Kontaktgeometrie sind Simulationsrechnungen mittlerweile eine wesentliche Hilfe und es gibt gute Fortschritte, die kontinuierlich in neue Relais-Familien einfließen.

Wie sehen Sie die Verlagerung von Hardware zu Software und was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Das Relais ist die Schnittstelle zwischen Logik und Last. Schauen wir uns das an einem einfachen Beispiel an: Wenn Wasser in einer Waschmaschine erwärmt wird, arbeitet die Heizung bei 230 VAC und 10 A. Diese wird über ein Relais geschaltet. In einer neuen Maschine der AAA-Klasse wird die Wäschemenge gewogen, die entsprechende Wassermenge über eine Drucksensor angepasst und im besten Fall mit der Solaranlage auf dem Dach gekoppelt. Das alles regelt eine intelligente Software.

Das Relais, das die Leistung schaltet, ist dabei immer noch dasselbe. Die Software hat also nur bedingt Einfluss auf unser Relais, verbindet aber einzelne Funktionen und verlangt im besten Fall nach zusätzlichen Schaltfunktionen.

Wie bedeutend ist das Internet der Dinge für Ihr Unternehmen und wie unterstützen Sie technologisch diese Entwicklung?

Smart Home oder Internet der Dinge sind ja nicht neu, sondern seit Jahren am Markt. Allerdings ist speziell im privaten Sektor nur bedingt Bereitschaft vorhanden, das smarte Haushaltsgerät zu nutzen. Wenn man vom Internet der Dinge spricht, ist eine Zahl in der Größenordnung von 50 Milliarden Systemen, die bis zum Jahre 2020 mit dem Internet verbunden sein sollen, denkbar.

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