Meilensteine der Elektronik

Konzepte für morgen – schon heute entwickelt

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Mit neuen Kundenanforderungen wird sich auch das benötigte Knowhow verändern. Wie stellen Sie sich mit Ihrem Unternehmen hier personell für die Zukunft auf?

Die beiden Säulen der Elektromechanik sind die Elektrotechnik und die Mechatronik. Hier können wir auf normale Absolventen zurückgreifen. Nun wird das Thema Relais an den Hochschulen eher stiefmütterlich bzw. gar nicht behandelt. Daher werden Absolventen, die bei uns anfangen, kontinuierlich an ihre Aufgaben herangeführt und Wissen wird im Job vermittelt. Die meisten unserer Produktmanager haben jahrelange Laborerfahrung und so ein sehr detailliertes Wissen. Und gleichzeitig eine enge Bindung an unseren Konzern.

Welche Versäumnisse sehen Sie hinsichtlich Fachkräftemangel/technische Ausbildung in den Unternehmen und an (Hoch)Schulen/Universitäten?

Der Fachkräftemangel in Deutschland wird immer wieder öffentlich beklagt, ist aber doch wohl eher ein hausgemachtes Problem von manchen Branchen. Auch bin ich immer wieder überrascht, wenn ich von einem Mangel in der Ausbildung höre oder lese. Meiner Meinung nach sind die jungen Leute heute besser ausgebildet als früher, natürlich anders als seinerzeit der klassische Ingenieur, dafür aber, was das Wissen betrifft, viel breiter aufgestellt. Wir erwarten auch nicht, dass die Hochschulen praxisnah ausbilden. Breites Grundlagenwissen und die notwendige Bereitschaft zur Fortbildung ist gut für beide Seiten, weil man nur dann voneinander lernen kann. Im technischen Bereich haben sich Bachelor und Master gut eingeführt und wir beschäftigen sowohl als auch.

Wie begeistern Sie neue Fachkräfte für Ihr Unternehmen und wie halten Sie die guten Mitarbeiter?

Mit einer zukunftsorientierten Personalplanung, die an der Strategie des Unternehmens ausgerichtet ist, erreichen wir ein breites Spektrum an Bewerbern. Viele unserer neuen Mitarbeiter waren bereits als Studenten in unserem Unternehmen tätig. Das kann im Praktikum sein oder aber im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit. Darüber hinaus sind natürlich offene Arbeitsmodelle, auf den jeweiligen Mitarbeiter angepasst, ein Garant für eine langjährige Zusammenarbeit. Dass wir das schaffen, sieht man an der geringen Fluktuation in unserem Unternehmen.

Wie werden sich Ihre Geschäftsprozesse mit der Einführung neuer Freihandelsabkommen (TTIP) verändern und welche Chancen und Probleme sehen Sie hier?

Generell ist ein freier Markt für den Warenverkehr von Vorteil – gerade in Branchen, die weltweit agieren. Dabei ist es wichtig bestehende Standards zu erhalten. Wenn man die aktuellen Entwicklungen betrachtet, ist TTIP bereits gescheitert, noch bevor man alle Einzelheiten im Detail kennengelernt hat. Offenbar wurden die lokalen Befindlichkeiten der Verbraucher zu wenig beachtet und nur die Vorstellung der Industrie berücksichtigt. Letztendlich sollen grenzüberschreitende Standards allen zugutekommen.

Welche Folgen erwarten Sie nach dem Austritt von GB aus der EU für Ihre Branche?

Der Austritt von Großbritannien, sofern er denn kommt, hat sicher keinen Einfluss auf unsere Branche als solches. Allerdings werden Abläufe wie die Logistik usw. erschwert. Das sind aber feste Rahmenbedingungen, mit denen wir als Unternehmen immer konfrontiert sind und die von unseren Fachabteilungen gelöst werden.

Welche Rolle spielen künftig die in anderen Ländern unterschiedlichen Normen und Richtlinien?

Normen sind die Basis für unser Geschäft. Geschätzt sind mehr als 90 % unserer Anwendungen durch Normen und Standards abgesichert. Letztendlich arbeiten wir mit für Menschen gefährlichen Strömen und Spannungen. Da sollte man nichts dem Zufall überlassen. Der Erfolg zeigt sich auch darin, dass viele Sicherheitsnormen mittlerweile weltweit übernommen werden.

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