Anbieter zum Thema
Wie schützen Sie ihr Knowhow vor Produktpiraterie und wird dieses Problem in Zukunft noch größer?
Man kann sich wohl kaum aktiv gegen Produktpiraterie schützen. Aber auch wenn wir Plagiate finden, ist es sehr schwer, dagegen vorzugehen. Wir verzeichnen oftmals Kundenbeschwerden, wenn Bauteile über vermeintlich günstigere Kanäle eingekauft wurden und dann die Qualität beanstandet wird. Wir gehen in unserem Bereich selten aktiv gegen Produktpiraten vor. Viel besser ist es, durch Qualität und Preis den Spielraum für Plagiate zu minimieren.
Wie wird sich der Stellenwert von DACH und EU künftig entwickeln – steigen, gleich bleiben oder sinken?
Nach dem Krisenjahr 2009 und einer dominierenden Rolle von Deutschland ist es sehr erfreulich, dass sich nun andere Regionen deutlich besser entwickeln. Vor allem in Spanien zeigt sich ein sehr agiler und starker Aufschwung und sogar in Griechenland kann man ein kleines Wachstum beobachten. Österreich ist nach wie vor ein wichtiger Handelsplatz für unsere Kunden in Osteuropa und die Schweiz ist erneut zum innovativsten Land der Welt gewählt worden. Das allein schon zeigt die Wichtigkeit der DACH-Region.
Wie wirkt sich die zunehmende Digitalisierung auf Ihr Unternehmen aus? Sind Sie hier Vorreiter oder warten Sie eher ab?
Angela Merkel sagte: „Zugang zum Internet muss so selbstverständlich werden wie Zugang zum Wasser“. Ob wir bei der Digitalisierung Vorreiter sind kann ich nicht beurteilen aber wir sind schon etwas weiter als unsere Bundesregierung. Die Digitalisierung hat nicht nur in Unternehmen, sondern auch im privaten Bereich stark an Bedeutung gewonnen. Die räumliche und zeitliche Unabhängigkeit ermöglicht natürlich neue Geschäftsmodelle, führt aber gleichzeitig zu einer gewissen Überlappung von Arbeit und Freizeit. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden. Unsere Server werden am Wochenende nicht abgeschaltet, wie von manchen Firmen angedacht. Hier vertrauen wir auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Auch unser Auftritt in sozialen Netzwerken ist heute Standard – aber sicher nicht die Basis für unser Geschäft, sondern eher ein weiteres Medium, um mit Kunden in Kontakt zu treten.
Wie geht Ihr Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit um? Wie wichtig ist das für Sie persönlich?
Schon seit der Unternehmensgründung 1918 ist das Thema Nachhaltigkeit Teil unserer Firmenphilosophie und unsere Geschäftstätigkeit ist danach ausgerichtet und als Unternehmensziel definiert. „In Anerkennung unserer Verantwortung als Industrieunternehmen setzen wir unsere Kraft für den Fortschritt und die Entwicklung der Gesellschaft sowie für das Wohlergehen der Menschheit durch unsere Geschäftstätigkeit ein, um überall auf der Welt die Lebensqualität zu erhöhen“.
Dass dieses Prinzip auch gelebt wird, sieht man, denn weltweit gehört Panasonic zu den Unternehmen, die in offiziellen Nachhaltigkeits-Rankings Spitzenplätze belegen. Panasonic entwickelt heute bereits Konzepte für morgen: neue Städteformen, emissionsfreie Lebensstile und Elektromobilität. Wenn Sie längere Zeit im Unternehmen arbeiten, wird dies zum integralen Bestandteil Ihrer eigenen DNA.
Welche Herausforderungen brächte eine verordnete Gerätelebensdauer mit sich?
„Wer billig kauft, kauft zweimal“, natürlich eine Binsenweisheit, aber wie wir wissen, lieben Verbraucher die vermeintlichen Schnäppchen, die dann wiederum schnell im Müll landen. Ob man hier durch gesetzliche Regelungen einen Riegel vorschieben kann, denke ich kaum. Solange die gültigen Standards eingehalten werden, muss der Markt das selber regulieren. Eine Gewährleistung über einen Zeitraum von zwei Jahren sehe ich als überschaubar an, aber wenn man sich die Marktdynamik bei Haushaltsgeräten anschaut, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, wie man nach 10 Jahren einen Nachweis führen soll. Es geht ja nicht nur darum etwas zu „verordnen“, man muss auch in der Lage sein, den Ausfall zu analysieren.
Wie stellen Sie sicher, dass ein Gerät eine bestimmte Lebensdauer erreicht?
Wir haben von unseren Produkten eine sehr genaue Vorstellung, wie lange sie in einer Anwendung Bestand haben. Ein Relais kann heute ohne Probleme 10 – 20 Jahre ohne Ausfall zuverlässig schalten – natürlich nur bei bestimmungsgemäßen Gebrauch. Dazu verfügen wir über eine sehr umfangreiche Datenbank, die einen großen Anteil von Anwendungen abdeckt.
Darüber hinaus haben wir Applikationsingenieure, die bei Bedarf jeden Anwendungsfall mit dem Kunden zusammen testen. In unserem Labor können wir zudem jeden erdenklichen Anwendungs- aber auch Fehlerfall nachbilden. Durch diesen Aufwand schaffen wir eine Fehlerquote im einstelligen ppm-Bereich.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:44280625)