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Gültige Normen außerhalb der MID
Unter die MID fallen in Bezug auf Elektrizitätszähler nur die Wirkverbrauchszähler. Dabei sind die harmonisierten Normen EN50470 Teil 1 bis 3 maßgeblich. Die Zähler nach MID sind nur für die EWR-Staaten zulassungsfähig. Für alle anderen Elektrizitätszählerarten, die in Deutschland und international Verwendung finden, sind spezifische Normen anzuwenden.
- Elektrizitätszähler für einzelstaatliche Zulassungen
Für die Zulassung z.B. der Wechselstrom-Blindverbrauchszähler mit Induktionsmesswerk, elektronischem Messwerk oder Scheinverbrauchszähler in Deutschland gelten die Normen DIN EN 62052-11 bzw. DIN EN 62053-11 /-21 / und -23.
- Außereuropäische Zulassungen
Für Amerika gilt der ANSI- (America National Standard Institute) Standard C12.1-2008. Der ANSI-Standard verweist unter anderem auf die EMV-Normen IEC61000-4-2 /-3 /-4 / und -11.
In Australien wird die Zulassung der Zähler durch das „National Measurement Institute“ der australischen Regierung geregelt. Die „NMI M 6 Pattern Approval and Verification of Electricity Meters: Definitions, Metrological and Technical Requirements” beinhaltet die metrologischen und technischen Anforderungen eines elektronischen Wirkverbrauchszählers.
Das EPMC (Enhanced Performance Metering Certificate)
Gemäß § 21 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sollen, soweit technisch machbar und wirtschaftlich zumutbar, ab dem 1. Januar 2010 in Neubauten und bei Sanierungen intelligente Messeinrichtungen ihren Einsatz finden. Die Energieversorgungsunternehmen sollen zudem nach § 40 spätestens bis zum 30. Dezember 2010 für Endverbraucher von Elektrizität einen Tarif anbieten, der einen Anreiz zu Energieeinsparung oder Steuerung des Energieverbrauchs setzt.
Dies wird durch keinen altbewährten Induktionszähler realisiert, sondern nur durch „intelligente Stromzähler“, den so gennannten Smart Metern. Um den Ansprüchen des EnWG gerecht zu werden, sind nach und nach in Deutschland die über 40 Mio. installierten Induktionszählern durch elektronische Zähler zu ersetzen.
Erhöhte Qualitätsanforderungen an elektronische Zähler
Die MID beschreibt die allgemeinen Anforderungen für den Großteil der Anwendungen, Umgebungsbedingungen und Installation. Allerdings finden derzeit die modernen Übertragungstechniken im Draht, aber auch Funk, keinen Niederschlag in den Normen. Zudem wird in den Medien immer häufiger berichtet, dass Zähler unter bestimmten externen Einflüssen, das Zählverhalten verändern oder sogar ihre Messfunktion komplett verlieren.
Das Vertrauen, welches die Kunden über Jahrzehnte hinweg in den klassischen Induktionszähler gefunden und etabliert haben, kann in die elektronische Zählertechnologie nur durch die gleiche oder bessere Qualität am Einsatzort übertragen werden. Aus diesen Gründen entstand das Prüfprogramm EPMC.
*Georg Harpaintner ist Automotive Expert bei Mikes Testingpartners in Strasskirchen.
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