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Im Produktmanagement unterstützten Obsolescence Management-Daten dabei, fundierte und langfristig ausgerichtete Entscheidungen zu treffen. Die Kosten für ein Redesign können somit bereits in der Entwicklungsphase annähernd beziffert werden.
Ein erfolgreiches Product Life Cycle Cost Management benötigt genau diese Daten, um die gesamten Kosten des Produkts zu erfassen. Bereits die entwicklungsbegleitende Kalkulation mit diesem Fahrplan ermöglicht einen optimierten Variantenvergleich oder entsprechende Make-or-buy-Analysen. Im fortgeschrittenem Status wird im Lifetime-Business-Case die Bewertung der Produktwirtschaftlichkeit erleichtert.
Obsolescence Management als Baukastensystem
Das E²MS-Unternehmen TQ bietet seit 2009 Obsolescence Management als eigene Dienstleistung an.
Ein angewandtes Obsolescence Management ist gerade im Bereich Elektronik-Entwicklung und -Fertigung wichtig, um Produkte mit langen Produktlebenszeiten kosteneffektiv über deren gesamte Produktlebenszeit realisieren zu können und Risiken durch „Nicht-Verfügbarkeiten“ auf ein Minimum zu reduzieren.
Das Obsolescence Management wird bei TQ in Form eines Baukastensystems angeboten. Der Kunde kann zwischen strategischen, proaktiven und reaktiven Dienstleistungen die für sein Produkt passende Lösung individuell zusammenstellen.
Besonders die Stücklistenanalyse ist bei den Kunden sehr beliebt, da sie den ersten und entscheidenden Überblick zur Frage „Wie steht es um die Verfügbarkeit der für mein Produkt nötigen Komponenten“ liefert.
Im Gegensatz zu den zahlreichen Anbietern von proaktiven Stücklistenanalysen muss der Kunde seine sensiblen Stücklistenanalysen nicht an dritte Dienstleister übermitteln.
Die Inputs zu den Stücklistenanalysen werden direkt bei TQ durch ein Team in der Supply Chain des Produkts manuell recherchiert und kommen nicht aus zentralen Datenbanken anderer Anbieter. Eine Anpassung an die jeweiligen Kundenvorgaben ist ohne großen Mehraufwand zu realisieren.
Daten müssen aus der realen Lieferkette stammen
TQ legt großen Wert darauf, dass verfügbarkeitsrelevante Daten (diese sind im Standard VITA 53.0 für Obsolescence Data Gathering definiert) aus der realen Lieferkette stammen, denn nur hier kann eine verlässliche Aussage eingeholt werden.
Diese Stücklistenanalysen liefern für jedes relevante Bauteil einer Stückliste den Verfügbarkeitsstatus, die Lieferzeit, mögliche Bezugsquellen, Alternativen, Hinweise, Marktentwicklungen und sogar ein durch das TQ Obsolescence Management System ermitteltes wahrscheinliches Abkündigungsdatum.
Durch die Anzahl der möglichen Lieferanten und Alternativen können Single Source-Bauteile auf einen Blick sichtbar gemacht werden.
Um die Nachvollziehbarkeit der Recherchen gewährleisten zu können, werden alle Recherchevorgänge geloggt und erhobene Daten im eigens für TQ entwickelten SAP-Obsolescence System zentral abgelegt.
Aufgrund der umfassenden Abbildung in SAP kann sehr effektiv agiert werden. Sogar der eigentliche Rechercheprozess ist durch die Einbeziehung von Herstellern, Distributoren und unabhängigen Fachkräften aus dem Hause TQ unabhängig und für jeden Kunden jederzeit einzusehen.
Durch das Obsolescence Management können nicht nur Aufwände eingespart, Kosten und Risiken vermieden oder reduziert werden und das Ziel der Langzeitverfügbarkeit realisiert werden, sondern auch ein massiver Wettbewerbsvorteil erlangt werden.
Und nicht zuletzt ist der Aufbau von internem Knowhow zum Marktgeschehen ein weiterer nicht zu unterschätzender Bonus.
* * Ulrich Ermel ... ist Projektmanager für Obsolescence Management bei der TQ Group und Vorstandsvorsitzender der Component Obsolescence Group e. V.
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