Obsoleszenz-Management

Komponenten-Abkündigungen müssen nicht zur Falle werden

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Kostensenkung durch Risikominimierung

Vorbereitung und Planung sind alles: Rechtzeitig zu wissen, wann Bauteile auslaufen und wo adäquater Ersatz zu finden ist, beugt Lieferproblemen bei Fertigern vor. (TQ)
Vorbereitung und Planung sind alles: Rechtzeitig zu wissen, wann Bauteile auslaufen und wo adäquater Ersatz zu finden ist, beugt Lieferproblemen bei Fertigern vor. (TQ)
Natürlich entstehen im Obsolescence Management Aufwände, beispielsweise für Stücklistenanalysen oder die Alternativensuche.

Jedoch kann ein erfolgreiches Obsolescence Management auch Kosten vermeiden, Aufwände reduzieren und sogar Kosten senken. Die Ursache hierfür liegt im produktspezifischen Obsolescence Management-Plan.

Die Vorteile eines solchen Maßnahmen-Fahrplans sind, dass Kapazitäten, etwa in der Entwicklung und im Einkauf, entsprechend geplant werden können und unmittelbar vor der Abkündigung stehende Komponenten aus dem ursprünglichen Design entfernt werden können.

In erster Linie wird diese Vorgehensweise jedoch zur Kostenvermeidung genutzt.

Es gibt zum Beispiel Fälle, in denen sich die Kosten für ein Redesign gerade mit den Einsparungen durch verbesserte Einkaufbedingungen amortisieren.

In dieser speziellen Situation sind aufgrund der langfristigen Verfügbarkeit keine Mehrkosten entstanden, da Materialkosten reduziert wurden.

In anderen Fällen kann durch Verfügbarkeitsbetrachtungen im Bauteileauswahlprozess ein gesamtes Redesign entfallen.

Der Rechercheaufwand ist hierbei gering, da sie nur an einer Stelle im Unternehmen zentral vorgenommen wird – wie gleich an einem Beispiel erläutert wird.

Redesign kann oft entfallen

Das Verhältnis der durch das Obsolescene Management entstanden Kosten zu den Kosten eines Redesigns spricht fast immer gegen das Redesign.

Bei der Betrachtung der Lebenszykluskosten ist der Maßnahmen-Fahrplan, der auf Obsolescence Management-Daten basiert, eine entscheidende Größe, die erst eine solide Kalkulation ermöglicht.

Mit einem fundierten Obsolescence Management-Plan können Lagerbestände optimiert werden, da das Material nur bis zu den definierten Zeitpunkten zu lagern ist.

Laut einer Studie der University of Maryland und Honeywell International („Determing Optimum Redesign Plans for Avoinics Based on Electronic Part Obsolescence Forecasts“, 2002 Society of Automotive Engineers, Inc) wird durch diese Methode eine Einsparung von 39,2 Prozent der Lebenszykluskosten erreicht.

Zentrales Management reduziert interne Aufwände

Trifft in einem Unternehmen ohne Obsolescence Management eine Abkündigung ein, wird die Abkündigung möglicherweise von mehreren Bereichen bearbeitet.

So versucht der Vertrieb in enger Absprache mit dem Kunden eine Langzeitbevorratung durchzusetzen, der Einkauf hingegen hat bereits vom Lieferanten Alternativen mitgeteilt bekommen.

Die Entwicklung recherchiert ein technisch hochwertigeres Substitut und die Geschäftleitung möchte einen Experten für diese Komponente hinzuziehen. Somit hat jeder dieser Bereiche Aufwände generiert.

Zusatzinformationen sind auch für andere Bereiche nützlich

Mit einem zentralen Obsolescence Management entsteht dagegen ein geringer Aufwand, da Maßnahmen gebündelt von einer einzelnen Stelle im Unternehmen ausgehen.

Recherchezeiten anderer Bereiche können somit eingespart und die Produktivität gesteigert werden.

Durch das zentrale Obsolescence Management werden Prozessabläufe vereinfacht, da Aktionen in einem kleineren Umfeld gezielt durchgeführt werden können.

Außerdem ermöglicht der Obsolescence Management-Plan eine proaktive Kapazitätenplanung.

So kann beispielsweise das Obsolescence Management durch Alternativenangaben die Entwicklung bei Parallel-Designs unterstützen.

Die beim Obsolescence Management erhobenen Informationen sind für das Risikomanagement, das Produkt Lifecycle Management und das Supply Chain Management von großer Bedeutung.

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