Geplante Obsoleszenz

Kommt das Mindesthaltbarkeitsdatum für Elektro- und Elektronikgeräte?

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Der Verbraucher spielt eine Schlüsselrolle

Zufriedenheit mit der Lebensdauer von Elektrogeräten laut einer Internet-Verbraucherbefragung: 49 Prozent der Befragten sind zufrieden oder sehr zufrieden.
Zufriedenheit mit der Lebensdauer von Elektrogeräten laut einer Internet-Verbraucherbefragung: 49 Prozent der Befragten sind zufrieden oder sehr zufrieden.
(Grafik: Umweltbundesamt)

In vielen Fällen wird die Haltbarkeit der Geräte nicht ausgenutzt. In etwa einem Drittel aller Ersatzkäufe, so das Ergebnis der Untersuchung, war das ersetzte Gerät noch voll funktionsfähig. Es sei daher genauso wichtig, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Produkte länger nutzen.

„Problematisch ist die mangelnde Transparenz für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Man sieht dem Produkt nicht an, für welche Lebensdauer es konzipiert wurde. Auch der Preis ist da nicht immer ein zuverlässiger Indikator. Im Sinne der Verbraucher und der Umwelt wäre eine Kennzeichnung, die beispielsweise die voraussichtliche Lebensdauer eines Geräts in Nutzungsstunden angibt“, sagt UBA-Präsidentin Krautzberger.

Dieser vorgeschlagenen Kennzeichnung der Haltbarkeit steht der ZVEI jedoch kritisch gegenüber. Eine verlässliche Kennzeichnung setze voraus, dass die Haltbarkeit hinreichend genau messbar ist. Dies sei derzeit jedoch nicht gegeben. Europäisch harmonisierte Messverfahren für die Haltbarkeit von elektrischen Geräten gäbe es nicht. Zudem muss befürchtet werden, dass aufgrund der großen Produktvielfalt eine ausreichende Marktüberwachung nicht möglich wäre. Grundsätzlich lehnt der ZVEI jede Gesetzgebung ohne effektive Kontrolle durch Marktüberwachung ab.

Auch die Reparierbarkeit sei ein wichtiges Stichwort. Geräte müssen repariert werden können, um die Lebenszeit zu verlängern. Hierzu gehören zum Beispiel ein reparaturfreundliches Design und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, welche auch für nicht-herstellergebundene Werkstätten zugänglich sein sollten. Diesen übergeordneten Zielen - Abfallvermeidung und Ressourcenschutz - werden auch vom ZVEI nachdrücklich unterstützt. Auf europäischer Ebene muss nun über effektive und praktisch umsetzbare Maßnahmen gesprochen werden.

Nicht zuletzt stehen auch wir, die Verbraucher, in der Verantwortung: Wir entscheiden, wann wir unser noch funktionierendes/n Smartphone, Notebook oder Flachbildfernseher durch ein neues Gerät ersetzen oder ob wir ein defektes Gerät reparieren lassen - und vielleicht versuchen wir das nächste Defekte Gerät selbst zu reparieren oder geben ein aus der Mode gekommenes Smartphone weiter. Initiativen und Plattformen zum Verschenken, Teilen und Tauschen sowie so genannte Repair Cafés gibt es bereits in vielen Städten.

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