Mit über 110 Patenten sowie als Vorstandsmitglied und Mitbegründer des Deutschen Flachdisplay-Forums prägte Klaus Wammes die Optoelektronik-Branche maßgeblich. Seine Entwicklungen reichen von 3D-Displays bis zu biodynamischen Lichtsystemen. Sie verbinden technische Präzision mit praktischem Nutzen. Er ist am 25. April verstorben.
Klaus Wammes hat die Optoelektronik-Branche maßgeblich mitgeprägt. Er hielt über 110 Patente und war Vorstandsmitglied sowie Mitbegründer des Deutschen Flachdisplay-Forums.
(Bild: Wammes)
Die Optoelektronik-Branche nimmt Abschied von Klaus Wammes, einem der führenden Experten für elektronische Displays. Er wurde am 5. Mai 1960 in Mannheim geboren und hat die Branche durch seine Entwicklungen und Patente wesentlich geprägt. Nach einem nicht beendeten Studium des Technischen Designs in Karlsruhe realisierte er 1988 sein erstes Großprojekt: Für das Besucherzentrum des nordrhein-westfälischen Landtags entwickelte er einen 6 m x 4 m großen Bildschirm, der spezifische Anforderungen wie Blendfreiheit bei Sonneneinstrahlung erfüllen musste.
Ein folgendes Projekt für die Bundesmarine bestätigte sein technisches Können. Wammes entwickelte einen industriellen Laptop für extreme Bedingungen, basierend auf einem Hybrid aus Passiv-Matrix mit elektrolumineszenter Hintergrundbeleuchtung und Active-Addressing. Für dieses Projekt brachte er Partner wie einen taiwanesischen Hersteller, Siemens und IBM zusammen. Die Kooperation mündete schließlich in der Gründung von Wammes & Partner im Jahr 1993.
Seine unternehmerische Tätigkeit
Die Wammes & Partner GmbH konzentrierte sich zunächst auf Forschung, Entwicklung und Herstellung kundenspezifischer Displaysysteme für extreme Anwendungsbereiche. Ab 2000 spezialisierte sich das Unternehmen auf die Entwicklung elektronischer Displays für verschiedene Applikationen und Hersteller.
In einer späteren Phase fokussierte sich das Unternehmen auf wissenschaftliche Dienstleistungen. Das Spektrum reichte von Fehleranalyse bis zu Beratung und Schulung. Seit 2003 im Electronic-Display-Center in Gundersheim ansässig, arbeitete Wammes an Themen wie Optical Bonding, Embedded Displays und Heat-Management. Ab 2018 erweiterte er sein Tätigkeitsfeld um holografische Technologien und 3D-Darstellungssysteme.
Gründung des Deutschen Flachdisplay-Forums
Bereits 1992 erkannte Klaus Wammes den Bedarf an fachlichem Austausch in der Display-Technologie. Bei einem Großauftrag der Bundesmarine suchte er nach kompetenten Projektpartnern mit spezifischem Display-Fachwissen. Dabei stellt er fest, dass ein entsprechendes Netzwerk in Deutschland fehlte.
In den folgenden Jahren baute Wammes regionale Kooperationen auf. Ein Durchbruch kam 1998, als seine Entwicklung bei 3D-Flachdisplays Aufmerksamkeit in der Fachpresse erhielt. In Zusammenarbeit mit dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann und Prof. Dr. Wolfgang Ehrfeld vom Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme (IMM) entwickelte er die Idee einer Experten-Plattform.
Im Oktober 1998 trafen sich führende Vertreter der deutschen und europäischen Flachdisplaybranche in St. Augustin. Wammes und Ehrfeld konzipierten ein erstes Arbeitstreffen, das im Januar 1999 stattfand. Im Februar 2000 wurde das Deutsche Flachdisplay-Forum (DFF) als Gruppe innerhalb des VDMA gegründet.
Das DFF entwickelte sich zu einem effektiven Expertennetzwerk mit Schulungen und Workshops zu Display-Themen. Seit 2015 ist es ein eigenständiger Verein mit etwa 100 Mitgliedern aus über 80 internationalen Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstituten.
Über 110 Patente in der Optoelektronik
Klaus Wammes hält über 110 Patente im Bereich der Optoelektronik, darunter 3D-Flachdisplays und Plasma-Leuchtmittel. Seine Fachbeiträge zu Optical Bonding und dem Mura-Effekt gelten als wichtige Grundlagen in der Branche.
2007 gründete er die Global LightZ GmbH zur Weiterentwicklung der e3-Technologie (Enhanced Efficiency Emitter). Diese Lichttechnologie basiert auf einem hocheffizienten Plasmaleuchtmittel, das die direkte digitale Ansteuerung aller Lichtparameter ermöglicht. Die e3-Technologie zeichnet sich durch ein kontinuierliches Spektrum aus, das dem natürlichen Tageslicht entspricht, und erreicht dabei eine Farbwiedergabe (CRI) von über 95. Ein besonderes Merkmal ist die präzise, stufenlose Steuerung der Farbtemperatur von 1.800 bis 16.000 K bei gleichbleibender Lichtqualität und ohne Effizienzeinbußen.
Für die darauf basierende dynamische Lichtquelle V-Light V8 erhielt er 2010 den Innovationspreis Thüringen in der Kategorie „LICHT & LEBEN“. Diese Technologie ermöglicht als einzige Lichtquelle einen stufenlosen Übergang der Lichtfarben ohne Sprünge und simuliert so das natürliche Tageslicht in seinem kompletten Farbspektrum. 2011 folgte eine Auszeichnung im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ für diese Lichttechnologie, die durch ihre biodynamischen Eigenschaften nachweislich das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit in Gebäuden steigert.
Stand: 08.12.2025
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Als Mitgründer des Deutschen Flachdisplay-Forums trug Klaus Wammes zur Stärkung des Technologiestandorts Deutschland bei. Die 2023 begonnene Zusammenarbeit mit der Pyramid Gruppe zur Entwicklung neuartiger Displaytechnologien wird seine Arbeit fortführen.
Klaus Wammes hat durch seine technische Expertise, seinen Erfindungsreichtum und sein Engagement für fachlichen Austausch die Entwicklung moderner Display- und Lichttechnologien nachhaltig beeinflusst. Seine Arbeit wird in der Branche weiterwirken. (heh)