e³-Plasmalampe im Vergleich

Ist die Plasmalampe eine ernstzunehmende Alternative zur LED?

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Ein Blick auf die Ökobilanz

Die e³-Röhren erfüllen alle EU-Normen bezüglich Energieeffizienz und Schadstoffarmut und sind zu 100 Prozent recycelbar. Aufgrund ihrer relativ wenige Komponenten umfas-senden Bauform muss für Herstellung und Recycling weniger Energie aufgewendet wer-den als bei anderen Leuchtmitteln. Eine Studie von Global LightZ, die sich auf die Öko-Datenbank „www.ecoinvent.org“ stützt, hat den „CO2-Fußabdruck“ ermittelt, den e³-Lampen, LEDs und Glühlampen durch den Stromverbrauch von der Produktion bis zur Entsorgung hinterlassen.

Beim Betrieb von elektrischen Lichtquellen werden durch die Erzeugung der elektrischen Energie neben CO2 auch Schwermetalle in die Umwelt abgegeben, unter anderem 40 bis 70 mg Quecksilber pro Megawattstunde Strom. Deshalb tragen nicht nur Energiesparlampen, sondern auch Glühlampen und LEDs zur Quecksilberbelastung der Umwelt bei, auch wenn sie selbst keines enthalten. Die Studie von Global LightZ berücksichtigt auch diesen Aspekt, der in der ökologischen Bewertung von Glühlampen-Ersatzprodukten oft vernachlässigt wird.

Die e³-Röhren erweisen sich dabei als das derzeit umweltfreundlichste elektrische Leuchtmittel für qualitativ hochwertiges weißes Licht mit einem CRI über 80. Nebenbei sollte hier auch noch erwähnt werden, dass die Schwermetalle, die in den Leuchtmitteln verwendet werden, die einzigen sind, die überhaupt noch die Chance eines Recyclings mit sich bringen.

Das Farbverhalten im Vergleich

Bild 3: Das Messprotokoll zeigt die sehr gleichmäßige horizontale Lichtabstrahlung von einer e³-Röhre entlang der Achse (Archiv: Vogel Business Media)

Festzuhalten bleibt: In der Gegenüberstellung mit der LED weist die e³-Technologie ähnlich gute Effizienzwerte und eine bessere Ökobilanz auf. Sie kann noch auf weiteren Gebieten punkten, beginnend beim grundlegenden Layout der Lichtquelle: Im Unterschied zur LED ist die e³-Röhre linien- und nicht punktförmig. Hier wird das Licht entlang der Achse extrem gleichmäßig und lambertisch abgestrahlt. (Bild 3), ist das von ihr abgegebene Licht außerdem praktisch blend- und schattenfrei.

Kein Verfälschen von Objektfarben

Bild 4: Global LightZ fertigt bislang Lichtquellen in drei Standard-Farbtemperaturen, die hier in Bezug auf die Plancksche Kurve verortet werden: Candlelight (ca. 2400 K), Daylight (ca. 6000 K) und Skylight (ca. 10.000 K). (Archiv: Vogel Business Media)

In Verbindung mit seinem sehr hohen Colour-Rendering-Index (CRI) bietet sich e³-Licht somit für alle Umgebungen an, in denen eine Verfälschung der Objektfarben durch Kunstlicht vermieden werden muss. Für Farbtemperaturen zwischen 2000 und 8000 K liegt der CRI von Global-LightZ-Produkten standardmäßig bei mindestens 82. Je nach Aufwand und Kosten ist jedoch ein CRI von mehr als 95 möglich.

Was die physikalischen Grundlagen der Simulation von natürlichem Licht betrifft, geht die e³-Technologie im Vergleich zur LED einen einfacheren Weg: Anstatt das Tageslichtspektrum von den Rändern des RGB-Farbraums aus Rot, Grün und Blau zu mischen, adressieren e³-Lichtquellen die entsprechenden Mischwerte der Planckschen Kurve direkt (Bild 4).

Lichtspektrum von 2000 bis 20.000 Kelvin

Auf der Light+Building 2010 wurde erstmals die dynamische e³-Version „V-Light“ vorgestellt, bei der das gesamte Lichtspektrum von ca. 2000 bis 20.000 K stufenlos einstellbar ist. Dies ermöglicht individualisierte Lichteffekte oder die Simulation natürlicher Lichtverläufe, wie sie bisher nur von den dynamischen Lichtprodukten großer Anbieter wie Philips bekannt sind. Für diese Produkte werden derzeit aber vorwiegend noch Leuchtstoffröhren oder Halogenlampen als Lichtquellen benutzt; die elektrische Leistungsaufnahme ist relativ hoch und der Aufbau voluminös.

Drei Vorteile bei der Lichtfarbe

Somit steht der Trend zu dynamischem Licht in einem Zielkonflikt mit dem Trend zu mehr Energieeffizienz. Die Integration von e³-Lichtquellen in Produkte für Endverbraucher könnte eine Lösung für dieses Dilemma bieten. Gegenüber aktuellen LED-Produkten bieten e³-Röhren in Bezug auf ihre Lichtfarbe drei praktische Vorteile.

Erstens können alle Lichttemperaturen mit einer einzigen Lichtquelle realisiert werden, während bei LEDs stets ein „Mosaik“ verschiedenfarbiger Dioden notwendig ist. Zweitens bleiben e³-Lichtquellen, wenn die Lichttemperatur einmal eingestellt ist, dauerhaft farbstabil. Weil e³-Röhren sehr wenig Wärme an umgebende Bauteile abgeben, können sie drittens ohne Kühlkörper verbaut werden, was die Designfreiheit verbessert.

*Stefan Liesenfeld ist Managing Director bei i-sft, einem Hersteller von Industriedisplays in Gundersheim.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:354499)