MIT Media Lab Intelligenter Lichtsensor soll bis zu 90 Prozent Strom sparen
Mit einer intelligenten Lichtsteuerung für einzelne Arbeitsplätze etwa in Büros wollen Forscher des MIT Media Lab den Stromverbrauch von Beleuchtungssystemen um bis zu 90 Prozent reduzieren.
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Die meisten Beleuchtungssysteme kennen nur zwei Zustände: An oder Aus. Und immer öfter wird diese Entscheidung gar nicht mehr von den Mitarbeitern getroffen, sondern von Sensoren, die erfassen, ob sich Personen im Raum aufhalten oder nicht.
Dieses Raster ist zu grob und ineffektiv, so die Meinung von MIT-Professor Joseph Paradiso: "Wir wollen die Kontrolle auf die Schreibtische der Beschäftigten bringen." Das von ihm entwickelte System basiert auf einem etwa kreditkartengroßen Lichtsensor, den man auf den Schreibtisch legen und bei einem Ortswechsel einfach mitnehmen kann.
Der Sensor erfasst nicht nur das Licht des Beleuchtungssystems, sondern auch das durch Fenster hereinfallende natürliche Licht - und passt die Beleuchtungsstärke sich verändernden Bedingungen an. Scheint die Sonne, wird das künstliche Licht gedimmt, ziehen Wolken auf, wird es verstärkt.
Intensität und auch die Wärme des Lichts an ihrem Arbeitsplatz steuern
Der Sensor enthält aber auch Regler, damit die Nutzer die Intensität und vor allem auch die Wärme des Lichts an ihrem Arbeitsplatz steuern können. Möglich wurde das durch den konsequenten Einsatz von Leuchtdioden-Arrays als Beleuchtungssystem, die sich einfach dimmen und auf unterschiedliche Farbtemperaturen bringen lassen.
Mit dieser vergleichsweise einfachen Methode gelang es den Energieverbrauch in ersten Feldversuchen um 65 bis 90 Prozent zu reduzieren. Und das noch über die Einsparungen hinaus, die durch die LEDs im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungskörpern erzielt wurden. In den USA werden derzeit etwa 22 Prozent der gesamten erzeugten Energie für Beleuchtung verwendet.
Allerdings hat das System auch noch Schwachstellen: Wechselt ein Benutzer den Arbeitsplatz, muss sich der Sensor neu kalibrieren - dabei geht das Licht an dem Arbeitsplatz kurz aus und wieder an. Die Forscher wollen diese Kalibrierung in Zukunft über Infrarot-LEDs und -Sensoren unsichtbar vollziehen.
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