LCD-Panels mit großem Funktionsumfang Intelligente Displays sparen Entwicklungskosten

Autor / Redakteur: Herbert Demmel* / Andreas Mühlbauer

In Zeiten von Handys und MP3-Playern sehen sich Entwickler von Elektronikgeräten auch bei kleineren Stückzahlen dazu gezwungen, Farb-LCDs mit ansprechender und informativer grafischer Benutzerführung einzusetzen. Der Einsatz „intelligenter“ Displays ermöglicht eine drastische Senkung der Entwicklungskosten und erlaubt eine geringere Time-to-Market.

Anbieter zum Thema

Bei vielen Elektronikgeräten in der Industrie ist ein Display für die Anzeige des Gerätestatus und zur Bedienerführung notwendig. In früheren Zeiten wurden einfach anzusteuernde Character-Displays als ausreichend angesehen. Heutzutage sind ästhetisch gestaltete Bedieneroberflächen mit entsprechender Benutzerfreundlichkeit gefordert. Auch wenn die Funktionalität eines mit einem Character-Display ausgestatteten Gerätes dem des Mitbewerbers überlegen ist, tendiert der potenzielle Käufer des Produktes erfahrungsgemäß zu dem Gerät, das mit der ansprechenderen Benutzeroberfläche ausgestattet ist.

Der Einsatz eines Standard-Farbdisplays verursacht hohen Entwicklungsaufwand. Mit einer Größenordnung von mehr als sechs Mann-Monaten ist dabei zu. Darüber hinaus müssen leistungsfähige Prozessoren mit externem 16- oder 32-Bit Adress-/Datenbus, ein Display-Controller und mindestens 1 MByte RAM und mehrere MByte Flash-Memory eingesetzt werden, obwohl die Applikation selbst in vielen Fällen problemlos mit einem preiswerten Single-Chip-Controller realisiert werden könnte.

Neuer Ansatz zur Geräteentwicklung mit iLCDs

Die von demmel products entwickelten „Next Generation Intelligent LCDs“, kurz iLCD genannt, ermöglichen einen neuen Ansatz bei der Geräteentwicklung. Alle für die Ansteuerung eines Displays notwendigen Komponenten sind bereits direkt auf dem iLCD integriert. Die Kommunikation mit der Applikation erfolgt per High-Level Commands über RS232, I2C, SPI oder USB. Das iLCD hat je nach Modell bis zu 32 MByte Flash-Speicher für alle benötigten Grafiken, Fonts und Textbausteine. Daher müssen selbst bei komplexen Screen-Layouts nur wenige Bytes von der Applikation an das iLCD gesendet werden.

Die Befehle lassen sich auch als Makros im iLCD abspeichern. So kann der Controller der Anwendung die Anzeige eines kompletten Bildschirminhalts, bestehend aus vielen – sogar animierten – Teilgrafiken und Textteilen mit einem einzigen Makroaufruf auslösen. Dafür reicht ein bereits in der Applikation vorhandener Low-Cost-Mikrocontroller, der die Displaysteuerung „nebenbei“ erledigt.

Rückseite eines 3,5"-iLCD-Panels: Der Anschluss an die Applikation erfolgt über FFC-Steckverbinder. (Archiv: Vogel Business Media)

Der Einsatz von iLCDs reduziert zusätzlich den Hardwareaufwand: Eine batteriegepufferte Echtzeituhr, Anschlussmöglichkeiten für Tastaturmatrix, Relais und Signalgeber sowie weitere digitale und analoge Ein- und Ausgänge werden über die Standardschnittstelle des iLCDs angesteuert. Die neuesten iLCDs haben zudem einen Micro-SD Kartenhalter. So kann die Anwendung beispielsweise Logging-Daten auf die Micro-SD Karte speichern, die später auf einem PC ausgewertet werden. Bei diesen iLCDs neuester Generation ist bereits eine Anschlussmöglichkeit für ein zukünftig verfügbares Ethernet-Interface vorgesehen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:296361)