Investitionen in Zukunftssicherheit Intel scheinbar „too big to fail“: Softbank investiert, US-Regierung an Anteilen interessiert

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Die Intel-Gerüchteküche ist weiterhin am Brodeln. Der japanische Techkonzern Softbank hat am 18. August 2025 eine Vereinbarung mit Intel geschlossen, Aktien im Wert von 2 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Außerdem soll die US-Regierung eine zehnprozentige Beteiligung an Intel in Betracht ziehen.

Intel verschreibt sich den Plänen, Hightech in den USA zu entwickeln und zu produzieren.(Bild:  Intel Corp.)
Intel verschreibt sich den Plänen, Hightech in den USA zu entwickeln und zu produzieren.
(Bild: Intel Corp.)

Die finanziellen Probleme des einst führenden Chipkonzerns Intel rufen nach der Veröffentlichung der Finanzzahlen für das zweite Quartal 2025 Ende Juli 2025 weitere potenzielle Investoren auf den Plan. Das zweite Quartal lief stabil, allerdings nicht besonders rosig für Intel. Aufgrund der Kosten, die wegen der Umstrukturierungspläne und wegen Sonderposten anfallen, sind die Verluste immer noch hoch. Deswegen wurde beschlossen, geplante Investitionen etwa in Halbleiterfabriken in Deutschland und Polen zu streichen. Auch soll die globale Mitarbeiterzahl des Konzerns auf rund 75.000 reduziert werden.

In den vergangenen Wochen kam es dann zu den unterschiedlichsten Mutmaßungen, dass die US-Regierung Maßnahmen gegen Intel-CEO Lip-Bu Tan empfiehlt. Nur wenige Tage später, nach einem Gespräch im Weißen Haus, wurde der Geschäftsführer dann wieder mit Lob ausgezeichnet. Es herrscht also ein ähnliches Hin und Her wie bei der US-Zollpolitik, bei der schwer zu durchschauen ist, was eigentlich der Plan ist.

Es macht allerdings ganz den Anschein, als sei Intel „too big to fail“: Es würde die US-Regierung und die Marktwirtschaft potenziell mehr kosten, wenn der Konzern bankrottginge, als wenn man ihn nun unterstützt. Zumindest hat der japanische Softbank-Konzern beschlossen, Intel mit einer ordentlichen Finanzspritze zu unterstützen.

2 Milliarden US-Dollar von Softbank

Wie beide Unternehmen am 18. August 2025 bekanntgemacht haben, ist man im Rahmen einer endgültigen Wertpapierkaufvereinbarung übereingekommen, dass Softbank rund 2 Milliarden US-Dollar in Intel-Stammaktien investiert. Mit dieser Transaktion soll auch die Verpflichtung unterstrichen werden, „in fortschrittliche Technologie und Halbleiterinnovationen in den Vereinigten Staaten zu investieren“. Softbank zahlt 23 US-Dollar pro Stammaktie und wird sich also rund 87 Millionen Wertpapiere von Intel sichern. Zur Ankündigung am 18. August 2025 hatte die Börse mit 23,66 US-Dollar pro Papier geschlossen, also hat Softbank einen Deal knapp unter Marktpreis gemacht. Berichten der Financial Times zufolge soll sogar vor der Transaktion in Betracht gezogen worden sein, dass Softbank die Foundry-Division von Intel direkt aus dem Unternehmen herauskauft.

Es soll obendrein erst wenige Tage her sein, dass Intel eine dedizierte USAI-Kampagne gestartet hat, um das Bestreben zu unterstreichen, die benötigten Technologien für künstliche Intelligenz in den USA zu entwickeln und herzustellen. „Seit über fünf Jahrzehnten sind wir das einzige US-amerikanische Unternehmen, das sich der fortschrittlichen Fertigung auf amerikanischem Boden verschrieben hat, um die weltweit modernsten Chips herzustellen“, heißt es auf der Seite. Formulierungen der Texte auf der Seite legen nahe, dass Intel sich weitere Partnerschaften mit der US-Regierung und dem Militärsektor erhofft. Und die könnten sich schnell auftun, wie ein Bloomberg-Bericht nahelegt.

Beteiligung der US-Regierung an Intel

Es besteht die Möglichkeit, dass sich die US-Regierung mit zehn Prozent an Intel beteiligt und damit zu einem der größten Anteilseigner des Unternehmens wird. Berichte von Bloomberg legen diesen Schritt nahe, wenngleich es noch zu keinem belastbaren Entschluss gekommen sein soll. Interessanterweise wäre eine solche Beteiligung etwa 10,5 Milliarden US-Dollar wert, was recht nah an die 10,9 Milliarden US-Dollar herankommt, die Intel über den Chips Act zugesprochen worden waren.

„Wie Bloomberg hervorhebt, bringt die Umwandlung von Zuschüssen aus dem Chips Act in Eigenkapital keine zusätzlichen Finanzmittel – sie beschleunigt lediglich die Auszahlung. Die Hilfe sollte ursprünglich schrittweise freigegeben werden, sobald Intel bestimmte Projektmeilensteine erreicht hatte. Bis Januar waren bereits 2,2 Milliarden Dollar ausgezahlt worden. Da das Unternehmen den Zeitplan für seine Fabrik in Ohio über das Jahr 2030 hinaus verschoben hat, ist der Erhalt der restlichen Subventionen weiterhin ungewiss“, so heißt es bei Trendforce.

„Im Rahmen eines Plans zur Wiederbelebung der US-Fertigungsindustrie – einem zentralen Punkt auf Trumps Agenda – erklärte Lutnick am Dienstag, dass die US-Regierung eine Beteiligung an Intel als Gegenleistung für die von der Regierung des ehemaligen Präsidenten Joe Biden genehmigten Barzuschüsse anstrebt“, berichtet Reuters am 20. August 2025. (sb)

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