Mehr als 20.000 Stellen betroffen Intel plant, über 20 % an Personalbestand abzubauen

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Intel hat offenbar vor, noch in der laufenden Woche Pläne zum Abbau von mehr als 20 % seiner Belegschaft bekannt zu geben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Bezug auf interne Quellen. Die Maßnahme sei Teil der Umstrukturierungsmaßnahmen des neuen CEO Lip-Bu Tan, um Kosten zu senken und Bürokratie innerhalb der Organisation zu reduzieren.

Der Intel Gordon Moore Park, Teil des Intel-Campus an den neuen Fertigungsstätten in Oregon. Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen plant CEO Lip-Bu Tan Medienberichten zufolge, um die 20.000 Arbeitsplätze einzusparen. Vor allem im mittleren Management seien größere Umbauten geplant.(Bild:  Intel)
Der Intel Gordon Moore Park, Teil des Intel-Campus an den neuen Fertigungsstätten in Oregon. Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen plant CEO Lip-Bu Tan Medienberichten zufolge, um die 20.000 Arbeitsplätze einzusparen. Vor allem im mittleren Management seien größere Umbauten geplant.
(Bild: Intel)

Die Umstrukturierung zielt darauf ab, den Betrieb zu vereinfachen und das Unternehmen nach anhaltenden geschäftlichen Herausforderungen wieder auf die Kultur des technischen Fortschritts auszurichten, heißt es in dem Bericht. Lip-Bu Tan, der im vergangenen Monat die Leitung des Unternehmens übernommen hat, will überflüssige Managementebenen abbauen, überflüssige Stellen streichen und Intel wieder auf ein produktorientiertes Konzept umstellen, während er sich auf Schlüsselprojekte konzentriert.

Diese Entlassungsrunde folgt auf einen früheren Abbau von etwa 15.000 Stellen, der im August 2024 angekündigt wurde. Die Kürzungen betrafen in erster Linie nichttechnische Funktionen, einschließlich Verwaltungspersonal, Vertrieb, Marketing und Supportfunktionen. Aufgaben in der Fertigung und wichtige Ingenieurteams wurden laut Medienberichten in dieser Runde weitgehend beibehalten, da Intel große Hoffnungen in seine Foundry-Ambitionen setzt und wettbewerbsfähige Produkte entwickeln muss.

Bislang ist unklar, welche Stellen dieses Mal gestrichen werden sollen. Intel beschäftigte zum 28. Dezember 2024 108.900 Mitarbeiter (darunter mehrere Tausend Altera-Mitarbeiter, die jetzt bei einem unabhängigen Unternehmen beschäftigt sind, das sich im gemeinsamen Besitz von Intel und Silver Lake befindet). Der Plan sieht folglich die Streichung von mehr als 20.000 Stellen vor, eine Zahl, die alle mittleren Managementpositionen des Unternehmens übersteigt.

Es ist unklar, ob das Unternehmen dieses Mal die Anzahl der Ingenieure und Projekte, an denen sie arbeiten, kürzen wird. Es gilt allerdings als ein wahrscheinliches Szenario.

Im letzten Jahr wurde berichtet, dass Lip-Bu Tan den Intel-Vorstand unter anderem deshalb verlassen hat, weil er mit dem Plan des damaligen CEO Pat Gelsinger, 15.000 Stellen zu streichen, nicht einverstanden war. Tan habe sich demgemäß bereits damals für größere Kürzungen ausgesprochen. Analysten vermuten, dass er nun seine ursprünglichen Absichten aktiv umsetzen möchte. Es ist unklar, ob das Unternehmen seine Mitarbeiter durch Abfindungen oder Vorruhestandsregelungen zum freiwilligen Ausscheiden bewegen oder sie entlassen will.

Intel wird seine Quartalsergebnisse an diesem Donnerstag bekannt geben. Es wird erwartet, dass zu diesem Zeitpunkt auch konkretere Maßnahmen über die Restrukturierungspläne bekannt gegeben werden. Davor befindet sich das Unternehmen in der Ruhephase und wird sich nicht zu wesentlichen Dingen äußern. Nähere Anfragen der Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg blieben demgemäß bislang ohne Antwort.(sg)

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