Mikroprozessoren Intel Atom E600: Der Allrounder für Embedded-Anwendungen
Intel bietet mit seinen Atom-E600er-SoC-Prozessoren Flexibilität für branchenspezifische I/Os und reduziert die Chipgröße um bis zu 45 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell.
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Intels Atom-E600-SoC-Prozessoren (Tunnel Creek) sind die zweite Generation und die fünfte Familie der Atom-Prozessoren von Intel - "E" steht dabei für Embedded. Sie ergänzt die Serien "D" (Einsatz in Desktops), "N" (Netbooks), "Z" (Smartphones) und "CE" (Unterhaltungselektronik). Im Unterschied zu den anderen Atom-Prozessoren kommt der E600-SoC ohne Chipsatz aus und bietet die Möglichkeit, segmentspezifische I/O-Hubs, ASICs, FPGAs oder diskrete Schnittstellenbausteine per PCI-Express direkt an den CPU-Komplex anzubinden. Das gewährleistet die notwendige Flexibilität für die Embedded-Welt und ihre diversen Schnittstellenanforderungen.
Der Embedded-Markt ist stark fragmentiert: Es gibt unzählige Anwendungsgebiete für Bausteine, die Embedded-Einrichtungen miteinander verbinden. Dazu gehören die industrielle Automatisierung, Medizintechnik, In-Vehicle-Infotainment-(IVI-)Systeme im Auto, Multimedia-Telefone, intelligente Stromzähler oder Digital-Signage-Anwendungen, die ihren Inhalt ferngesteuert anpassen. Jedes Segment hat seine eigenen Anforderungen und spezifische Schnittstellen. Mit den Atom-E600-SoC-Prozessoren adressiert Intel diese Anforderungen.
Sie sind System-on-Chip-(SoC-)Lösungen, die als x86-Plattform eigenständig lauffähig sind. Da die Prozessoren Speichercontroller, Grafik, Video und Audio in einem Gehäuse integrieren und die Peripherie über PCI-Express angebunden wird, reduziert sich die Anzahl der Anschlüsse (Balls) auf ein Drittel, so dass dafür weniger Fläche benötigt wird und trotzdem der industrielle Temperaturbereich von -40 bis 85 °C abgedeckt werden kann.
Daraus resultieren kleinere und kompaktere Systemdesigns: Die gesamte Fläche der Plattform (Footprint) verkleinert sich um bis zu 45%. Kunden profitieren vom geringen Energieverbrauch, dem reduzierten Materialaufwand für das gesamte System und einer insgesamt höheren Flexibilität.
Neues Design reduziert die Chipgröße um 45 Prozent
Intel hat zudem die Audio-, Grafik- und Videofunktionen verbessert. So unterstützt die Hardware jetzt HD Video Encoding etwa für Videokonferenzen sowie eine um 50% verbesserte 3D-Grafikperformance bei paralleler Nutzung der 2D-Mediafunktionen. Die Atom-E600-SoC-Prozessoren gibt es in vier CPU-Varianten von 0,6 bis 1,6 GHz Taktfrequenz (E620: 0,6 GHz, E640: 1,0 GHz, E660: 1,3 GHz und E680:1,6 GHz) mit niedrigen TDPs von 2,7 bis 3,9 W, im Standard-Temperaturbereich (Commercial: 0 bis 70 °C) sowie als Industrial-Variante mit industriegerechten -40 bis 85 °C.
Damit eignen sie sich für den Einsatz in kleinen, stromsparenden Baugruppen ohne aktive Kühlung. Da die Einstiegs-CPU jetzt mit 600 MHz taktet (und mit der "Enhanced Intel SpeedStep Technology" dem Leistungsbedarf angepasst wird) erschließen sich neue Bereiche, in denen die x86-Architektur bislang nicht anzutreffen war.
Alle Anwendungen, die für Tunnel Creek programmiert sind, laufen auch auf anderen Systemen mit der x86-Architektur von Intel gemäß der Direktive „Von Milliwatt bis Petaflops“. Das heißt: Die Software skaliert vom Server bis hinunter zu Systemen auf Basis des Atom-Prozessors. Intel bietet zudem verschiedene Compiler und Software-Tools an, mit denen Entwickler ihre Anwendungen für die Embedded-Architektur optimieren können.
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