VDI-Ingenieurmonitor 2/2023 Ingenieur gesucht: Es bleibt bei großen Engpässen auf dem Arbeitsmarkt

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Der VDI verzeichnet im Ingenieurmonitor 2/2023 zwar eine leichte Entspannung, doch der Arbeitsmarkt in Ingenieur- und Informatikberufen befindet sich weiterhin auf einem hohen Engpassniveau. Und das wird vermutlich auch so bleiben.

Ingenieure werden in deutschen Unternehmen teils händeringend gesucht.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Ingenieure werden in deutschen Unternehmen teils händeringend gesucht.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. behält gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft e.V. (IW) den deutschen Arbeitsmarkt und die Verfügbarkeiten von Ingenieur- und Informatikerstellen stetig im Blick, um auf Basis der Erkenntnisse einmal pro Jahresquartal den Ingenieurmonitor zu veröffentlichen. Im November 2023 stand entsprechend der Ingenieurmonitor für das 2. Quartal 2023 zur Verfügung, und der zeigt leichte Entspannung – in einer höchst angespannten Arbeitsmarktsituation. 

Mit Blick auf die Entwicklungen des Quartals verzeichnen die Experten zwar eine Entspannung der Lage, als konjunkturelle Bremsspur bezeichnet, dennoch ist das Engpassniveau weiterhin hoch. Was bedeutet das im Klartext? 

Rund 173.100 offene Stellen

Die Nachfrage nach Ingenieuren und Informatikern ist weiterhin hoch, wenngleich die Anzahl offener Stellen im Vergleich zum Q1 einen leichten Rückgang zu verzeichnen hat. Dabei gibt es zwischen den Berufskategorien große Unterschiede: „So nahm die Anzahl der offenen Stellen im Jahresvergleich in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung um 21,3 Prozent, in den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik um 11,7 Prozent und in den Ingenieurberufen Maschinen- und Fahrzeugtechnik um 11,5 Prozent zu. Auf der anderen Seite nahm die Anzahl der offenen Stellen in den Bauingenieurberufen um 6,2 Prozent ab“, steht im Bericht vermerkt. 

Die Zahl der offenen Stellen in der Sparte Ingenieur und Informatiker spricht im Vergleich zu den Suchenden eine deutliche Sprache: Im zweiten Quartal 2023 wurden rund 173.100 Ingenieure und Informatiker gesucht. Die Zahl der Ingenieure und Informatiker, die im gleichen Zeitraum eine Anstellung gesucht haben, belief sich auf knapp 40.000. „Setzt man die Anzahl der offenen Stellen in Bezug zur Zahl der Arbeitslosen, ergibt sich die Engpasskennziffer in Ingenieur- und Informatikberufen. Im zweiten Quartal 2023 beträgt die Engpasskennziffer 439 offene Stellen je 100 Arbeitslose – ein deutlicher Engpass, jedoch erreichte die Engpassrelation im zweiten Quartal 2022 mit 492 noch einen höheren Rekordwert“, vermerken VDI und IW. 

Engpassrelation in Energie- und Elektrotechnik noch höher

Ähnlich wie bei den Berufskategorien gibt es auch bei dieser Engpassrelation signifikante Unterschiede. Denn die beträgt etwa bei Ingenieuren der Energie- und Elektrotechnik satte 770, während sie bei den Informatikberufen „nur“ 474 beträgt. 

In den kommenden Jahren prognostizieren VDI und IW durch Wandel in der Demografie, durch die zunehmende Digitalisierung sowie durch Maßnahmen für den Klimaschutz einen deutlichen Zuwachs beim Bedarf an Ingenieuren und Informatikern, die Kennzahlen und Engpassrelationen werden also noch höher steigen. „Betrachtet man die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, so zeigt sich, dass in den letzten zehn Jahren – von Ende 2012 bis Ende 2022 – die Beschäftigung in den Ingenieur- und Informatikberufen mit einem Plus von 51 Prozent besonders dynamisch gestiegen ist.“ 

Der Anteil der Ingenieur- und Informatikberufe gemessen an allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist übrigens in Bayern (+1,5 Prozent auf 5,5 Prozent) und in Berlin/Brandenburg (+1,3 Prozent auf 4,2 Prozent) gestiegen. „Betrachtet man die 400 Kreise separat nach Ingenieur- und Informatikerberufen, so liegt bei den Ingenieurberufen Wolfsburg mit 15,5 Prozent vor Böblingen mit 9,0 Prozent und Ingolstadt mit 8,7 Prozent. Bei den Informatikerberufen liegt Erlangen mit 7,1 Prozent an der Spitze vor Karlsruhe mit 4,7 Prozent und München, Stadt mit 4,5 Prozent.“ Alle interessanten Details aus dem Ingenieurmonitor 2/2023 können Sie im veröffentlichten Dokument auf der Webseite des VDI einsehen. (sb)

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