Jonathan Chang, CEO Eris Technology „In der Diode steckt hohes Innovationspotenzial“
Der taiwanische Diodenhersteller Eris Technology wagt den Sprung in den deutschen Markt. Gleichrichter für den Hochstrom-Bereich, aber auch für den Einsatz im Auto und in der Industrie sollen den Taiwanern hierzulande Geschäftsfelder erschließen.
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Jonathan Chang, Gründer und CEO von Eris, wagt den Blick nach vorn.
Wo sehen Sie den Fokus Ihres Unternehmens?
Der Kern unseres Erfolges beruht auf einigen wesentlichen Prinzipien. Dazu zählt zunächst der Fokus auf Diodengleichrichter. Wir haben uns viele Jahre lang darauf konzentriert. Der nächste Punkt ist aktive Innovation: Viele denken ja, die Diode sei das Low-End-Produkt im Halbleitermarkt. Aber es ist immer noch ein Produkt mit hohem Innovationspotenzial. Eris arbeitet ständig an weiterführenden Techniken, um die Qualität zu verbessern und die Kosten zu verringern. Der dritte Punkt ist zuverlässiger Service. Wir tun mehr, als der Kunde von uns verlangt, und das bezieht sich nicht nur auf die Kundenservice-Abteilung, sondern auf alle Eris-Angestellten. Und der vierte Punkt ist nachhaltiges Management.
Was sind Ihre zentralen Produkte?
Unser Portfolio umfasst Schottky-Dioden, TVS-Dioden, Zener-Dioden, Bridge-Dioden, Wafer, LEDs und dafür notwendige Geräte. Eris war das erste Unternehmen, das Schottky-Dioden auf dem taiwanischen Markt eingeführt hat. Wir haben dafür die Schottky-Wafertechnologie aus Deutschland gekauft.
Wo liegen Ihre Kernmärkte?
Etwa 50 Prozent der Gleichrichter werden in Geräten der Consumer-Elektronik eingesetzt. Es wird erwartet, dass die Nachfrage insbesondere aus der Automotive-Elektronik, der Photovoltaik sowie bei Geräten für Cloud Computing ansteigt. 90 Prozent unseres Geschäfts sind ODM-Business (Original Design Manufacturer, also Auftragsfertigung unter dem Markennamen des Auftraggebers). Wir treiben derzeit aber auch das Geschäft unter unserer eigenen Marke voran.
Was macht Ihr Unternehmen aus Ihrer Sicht einzigartig?
Wir verfügen über eine Produktion mit hohem Automationsgrad, die sehr stark in Taiwan verwurzelt ist. Die Produktionskapazität wird bei garantierter Qualität stetig gesteigert, um die Stückkosten kontinuierlich zu senken.
Für viele Fertiger in China ist der Mangel an Arbeitskräften schon jetzt ein ernstes Problem. Es ist auch klar vorhersehbar, dass in China die Arbeitskosten in den kommenden Jahren stark steigen werden. Eris baut die automatisierte Fertigung aus, um die benötigte Manpower reduzieren zu können. Das hilft uns, die Kosten insgesamt zu senken, während die Arbeitskosten steigen.

Worin sehen Sie Ihre wichtigste Technologie?
In der Fähigkeit zum Wafer-Design. Wir verwenden einen patentierten Schottky-Prozess und steigern damit die Effizienz gegenüber vergleichbaren Schottky-Devices um 30 Prozent. Damit kann der Energieverlust in Switched Mode Power Supplies (SMPS) verringert werden, um so die Voraussetzung für Green Power zu erfüllen.
Darüber hinaus ist unsere Fähigkeit im Package-Design wichtig: Eris hat die dünnste Mini-Bridge der Welt entwickelt, die wir EBS nennen. Sie findet ihre Anwendung in LED-Beleuchtungen. Das Gehäuse einer LED hat ja in der Regel sehr beschränkten Platz. Das EBS-Device zielt daher auf den Markt dieser schlanken Gehäuse.
Wie wird sich Ihr Geschäft in der nahen Zukunft entwickeln – was erwarten Sie?
Wir werden im ODM-Geschäftsfeld noch weitere Produkte einführen, die wir für Kunden unter deren Marke fertigen. Darüber hinaus werden wir in den Automotive-Markt einsteigen, da unser Qualitätsmanagementsystem nach der Norm ISO/TS 16949 zertifiziert ist. Außerdem werden wir ein spezielles Design für Hochleistungs-Gleichrichter für Stromversorgungen, Photovoltaik und Cloud Computing auf den Markt bringen.
Wie wichtig ist der deutsche Markt für Sie?
Deutschland hat in Europa das größte Potenzial und den attraktivsten Markt. Dank der starken industriellen Basis gibt es dort gewaltige Chancen für Elektronikfertiger. Und auch die starke Nachfrage aus den Traditionsbranchen Automobil und Industrie stellt für uns einen riesigen Markt dar.
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